#PrayForNothing #SpreadLove
Dass Anschläge in Paris ausgeübt wurden, habe ich erfahren als Sascha etwas von einer Premiere gepostet hat, auf der er letzte Nacht war, und erstmal dafür beschimpft wurde, weil er es gewagt hat über so etwas “belangloses” zu reden, während die Welt trauert.
Die Welt trauert? Unterdrückung und Mord begleiten die Menschheit Tag für Tag, auch während wir vielleicht gerade gemütlich in einem Café sitzen und über Kuchen reden (wie herzlos und schrecklich). Aber nun wurde wieder etwas ausreichend gepusht, dass alle mitmachen und mit Profilbildern und Hashtags um sich werfen - Trauern erwünscht!
Das bedeutet: Die Masse sitzt vor ihren Computern und tippt eilig #PrayForParis, postet Grafiken, weist jeden zurecht, der die Dreistigkeit besitzt nicht mitzumachen, verfällt in den Glauben die Welt zu verändern, indem sie alle mit ihren Hashtagaktionen therapiert.
Ich habe mich dann jedenfalls mit Sascha darüber unterhalten, was passiert ist und wie die Medien und das Internet damit umgehen. Ich kam auch nicht umhin mich zu fragen, was wohl gerade zeitgleich an einem anderen Ort der Welt abgeht, wenn die Aufmerksamkeit so verstärkt auf das eine Ereignis gelenkt wird (es wäre nicht das erste Mal, dass andere Ereignisse durch sowas vertuscht werden). Aber es ist schrecklich was passiert ist, keine Frage.
Ich würde mir wünschen, dass alle Missstände und jedes schreckliche Ereignis so viel Hingabe und Aufmerksamkeit bekommen würde, jeden Tag. Anteilnahme zeigen ist gut, drüber reden, nachdenken… Hätte ich letzte Nacht eine Frankreichflagge gepostet wäre ich eine von den Guten, ich habe aber das gepostet:
Darauf bekam ich folgende Antworten:
“Wie man sieht bringts nichts, und wie man seht, juckt es dich ja auch kein Stück was gerade passiert.“
“Yeah ich bin Luna! Ich bin außergewöhnlich! Also wiederspreche ich der Menge, auch wenn ich überhaupt keinen Plan habe!“
“also interessiert es dich kein bisschen wie viele unschuldige menschen gestorben sind? Wo ist die menschlichkeit alter?“
“bist du irgendwie vollkommen am arsch? Hast du gefühle oder haben dir die drogen alles zerstört?“
“Selten so einen unpassenden Kommentar gelesen. Dass du dich nicht in Grund und Boden schämst….unglaublich.“
“du kannst nix tun! Du machst es nicht besser! Aber für Fleisch und Tierschutz einsetzten, aber wenn Menschen sterben kommt nur so etwas? Menschen werden gequält und getötet aber du lebst in deiner Welt und verstreust Mist”
“schau es dir an, wie es manche Menschen einfach nicht juckt“
“Wow du Rebellin… #PrayForParis sehrwohl beten… Bete auch du an deinen eigenen Gott… Das tut gut und hilft!“
“echt jetzt? Was bringt einem das wenn man Liebe verteilt? Okay, ich gebs zu, beten bringt auch nicht wirklich was…“
“Was bringt es den Menschen jetzt ihre Liebe zu sprühen ? Egal welchen Glaubens, wird Gott,Allah o.sonst wer. Helfen“
“du findest das also lustig? Schäm dich.“
“sag mal Luna, bist du hohl!?“
“was bist du für ein Mensch.“
“Empathielosigkeit in Person.“
“was ist denn los mit dir?!“
Es ist so bezeichnend für Menschen, dass sie andere beleidigen und herabstufen, während sie eigentlich gerade für eine bessere Welt predigen.
Was bringt es auch, Hass mit Liebe zu bekämpfen, ich bete lieber und bezeichne jeden als Unmensch, der dies nicht auch tut. Allah oder Gott oder sonstwer wird es richten! ;-)
“Das Gebet (abgeleitet von bitten) bezeichnet eine zentrale Glaubenspraxis vieler Religionen. Es ist eine verbale oder nonverbale rituelle Zuwendung an ein transzendentes Wesen (Gott, Gottheit, Göttin).” de.wikipedia.org
Religionen sind für mich nichts als Ausreden dafür, dumm zu bleiben und nichts zu hinterfragen. Jeder Mensch sollte einen inneren moralischen Kompass haben und nach diesem handeln, dafür braucht man kein 3000 Jahre altes Märchenbuch in dem die Sünden aufgelistet sind und keinen alten Mann, der einen für Fehltritte bestraft. Ich kann es kaum fassen, dass dieser Mist in einer so weit entwickelten Welt noch funktioniert. Weil das aber so ist, wundert es mich auch ab und zu, dass ich noch nicht als Hexe auf dem Scheiterhaufen brenne.
Dass in Situationen der Angst und Trauer Hashtags mit dem Wort #Pray eingeführt werden ist für mich so absurd und unangenehm zu beobachten.
Ich bete für gar nichts, ich versuche die Welt zu verstehen und mich als Individuum so zu verhalten, dass sich Dinge positiv entwickeln (das was jeder Mensch tun sollte, anstatt die Verantwortung auf die Schultern von “GOTT” abzuwälzen). Jetzt gilt es aufzuwachen, kein verstecken mehr, Verantwortung übernehmen – Wenn’s wirklich drauf ankommt wird Twitter nicht mehr da sein um euer Gewissen zu beruhigen, dann heißt es handeln. Aber jede Generation muss das wohl auf’s Neue lernen.
“Wer sich entrüstet sollte nicht so scheinheilig sein und dies auf ein Ereignis limitieren, um das man gerade nicht herumkommt. Es wird Zeit das Menschen aufwachen und nicht nur auf Missstände aufmerksam werden, auf die sie aufmerksam gemacht werden. Wenn ein Ereignis, wie das in Paris dich wirklich berührt, dann solltest du jeden Tag trauern.” @ardy-online