Hey ihr beiden. Wie ist es so vegan zu essen? könnt ihr mir ein paar tips geben was man dabei unbedingt beachten sollte, auch um der gesundheit damit nicht zu schaden u.s.w.?
Das hat zwar jetzt eine ganze Weile gedauert, aber hier nun mal meine Antwort.
Grundsätzlich gelten zwei Sachen:
Zum veganen Leben gehört mehr als nur eine pflanzenbasierte Kost
Um von einer veganen Ernährung selbst zu profitieren ist es wichtig, sich zu informieren.
1.
Vegan zu Essen ist ein erster Schritt, aber wichtig sind auch Kosmetika und Kleidung. Für Duschzubehör im Normalpreis ist es wohl am einfachsten zum DM zu gehen, einiges von alverde und balea ist gekennzeichnet, lavera ist etwas teurer, gibt es aber dafür in anderen Geschäften. Wer einen Rossmann in der Nähe hat, hat Glück, dort ist die Auswahl wohl etwas größer.
Kosmetika ist schon etwas schwieriger, bei Grundsachen hilft alverde ebenfalls weiter, aber leider nicht bei allem. Nicht verwechseln: So teuer Naturkosmetik auch ist, sie ist nicht zwangsläufig vegan. Hier gilt: Im zweifelsfall einfach googlen. Es gibt ne Menge vegane Beautyblogs, es gibt eine Facebookgruppe die „Vegane Beauties“ heißt.
Zahnpasta. Zu diesem Thema verlinke ich dich gleich zu einem dieser Blogs. Außerdem gehe ich im 2. Teil noch mal darauf ein.
Kleidung. Wolle, Seide und vor allem Leder- nicht vegan. Es gibt veganes Leder, ist aber teuer. Für Leute die nicht ganz auf tierisches Material verzichten wollen/können, bietet sich Secondhand an oder kleiderkreisel. (Sowieso gut für’s Gewissen)
Verhütung. Ja, auch hier gibt es etwas zu beachten. Die meisten im Großhandel zu kaufende Kondome sind nicht vegan. (Das hat an sich etwas mit der Herstellung des Latex, welches Casein enthält, zu tun) Auch die meisten Antibabypillen enthalten Laktose. Man muss also hier wie bei Medikamenten (auf die im nächsten Absatz eingegangen wird) gucken. Kondome kann man im Internet bestellen. Wenn man einen Veganz hat, kann man sie natürlich auch da kaufen.
Medikamente. Ihr nehmt schön brav die Medikamente die ihr verschrieben bekommt und wenn da ein ganzes Mammut drin ist, mit seiner Gesundheit spaßt man nicht womit wir bei Teil 2 wären.
2.
Vegane Ernährung wird inzwischen von Ärzten sogar empfohlen bzw unterstützt. es ist also grundsätzlich machbar sich vegan ausgeglichen und gesund zu ernähren. Man kann alles vegan aufnehmen- außer B12. Und um das gleich vorweg zu nehmen: 60%-90% der Vegetarier und Veganer haben einen B12 Mangel. Dass sich der Körper einfach „einpendelt“ ein Mythos den ich früher auch mal geglaubt habe. Die Wahrheit ist aber, dass sich die Schäden nur sehr langsam bemerkbar machen (bis zu 20 Jahre!) dann aber irreparabel sein können. Die psychischen Schäden treten schon schneller auf, ich rate jedem, der Depressionen hat sich auch auf B12-Mangel testen zu lassen, das mal so am Rande. Links zu diesem Thema findet ihr auf dieser Seite, lest euch nach Möglichkeit alles durch. Ich supplementiere mit jarrow und Sante B12 Zahnpasta dazu findet ihr auch was auf der Seite.
Alle Nährstoffe findet ihr hier und auch Ideen wie man sie sich am besten vegan einholt.Hier könnt ihr sehen was ihr so individuell braucht.
Aus persönlicher Erfahrung hier mal, was für mich nicht fehlen darf an Essen im Einkaufswagen: Bananen, Avocados, Linsen/Bohnen, Nüsse, Tahini (Sesampaste, in jedem türkischen Supermarkt zuholen enthält Fett und Protein), Tomatenkrams, Brottrunk. Der ist zwar ein bisschen eklig aber echt gut, wobei ich hinzufügen muss, dass er laut der weiter verlinkten Schwarzliste nicht ganz vegan ist (Butter im Brot) andere Quellen das aber nicht bestätigen, muss ich also noch mal überprüfen.
Außerdem versuche ich nicht zu viel Soja zu essen und Abwechslung in meine Kohlenhydrate zu bringen. Hier ein Wochenplan für den kleinen Geldbeutel auf Englisch und sonstige Ideen auf Deutsch und hier ein normaler Speiseplan. Hier eine weitere Infotabelle mit Nährwertangeben. Wenn man am Anfang ganz unsicher ist,sollte man genau abmessen, wie viel man pro Mahlzeiten rein macht und gibt diese Daten hier ein. Die Seite rechnet dann automatisch zusammen, wie viel man gegessen hast. (An Kalorien, Protein usw.) Zu dem speichert sie auch die Daten, weswegen man sehen kann, wie viel man gestern gegessen hat.
Dann wäre da noch die Sache mit den E-Stoffen. Gesundheitlich gehe ich da gar nicht drauf ein, weil es nicht wahr ist, dass E- Stoffe zwangsläufig schlecht sind. Was jedoch stimmt ist, dass sie oft nicht vegan sind.
E-Nummern ÜbersetzerE- Nummern Tabelle/ versteckte tierische Stoffe. Und hier etwas konkreter. Die habe ich auch aussortiert und geordnet als Worddatei und kann sie bei Nachfrage zuschicken. Nur gleich vorweg: Einige der Sachen sind wenig wahrscheinlich unvegan wie die Speisefettsäuren.
Fazit:
Wie radikal man ist, ist auch eine persönliche Entscheidung, ich zum Beispiel achte ehrlich gesagt nicht darauf, wie mein Essig, Saft oder Alkohol geklärt wird (für letzteres gibt es barnivore) dafür ist es mir wichtig wenn möglich auf Palmöl/fett zu verzichten, möglichst regional bzw saisonal und nicht von Coca-Cola, Nestlé etc zu kaufen (was sich ebenfalls nicht immer vermeiden lässt). Aber da musst du dich einfach ein bisschen umschauen und evaluieren, gute Seiten sind hierfür vebu und ja- auch PETA.
Es soll dabei auch nicht darum gehen, wer am vegansten ist. Wenn man nicht sonderlich reich ist, ist es automatisch schwerer, auf alles zu achten. Macht das was ihr könnt.
Wirklich wichtig ist, dass man seine Gesundheit nicht auf’s Spiel setzt. B12 zu supplementieren mit qualitativ hochwertigen Analoga ist unverzichtbar. Einmal jährlich einige zusätzliche (kostenpflichtige) Nährstoffe beim Bluttest dazuzunehmen rate ich auch. Auch wenn ich „fastfood-Veganer“ von einem moralischen Standpunkt unterstütze empfehle ich euch trotzdem, euch ausgewogen zu ernähren und neben einem Bewusstsein für eure Umwelt und Mitlebewesen auch eines für euch sebst zu haben. Mit der Zeit kommt man übrigens rein, ich schaue nur noch auf diese Tabellen etc., wenn ich den Eindruck habe mir könnte etwas fehlen. Seit nicht zu streng zu euch selbst.
Sonstiges:
Ein Allround- EinkaufsguideUnd dieses Buch.
Vielleicht noch ein kleiner Tipp am Rande, werdet nicht vegan in einer sehr stressigen Phase eures Lebens (zum Beispiel während einer Klausurenphase) in denen ihr keine Zeit habt zum Kochen und ausprobieren. Die ersten Monate der Umstellung sind nicht so schwer, wie viele meinen, aber benötigen doch Ruhe und Konzentration, wenn der Sprung erst einmal geschafft ist, fällt es einem meist auch leichter.
-Ines
(Helene hat editiert)














