Chapeau, Kevin Großkreutz!
Es gibt viele große Persönlichkeiten, doch für mich zählt neuerdings Kevin Großkreutz dazu. Ich habe in einem vorigen Blog meine Bedenken zur Verpflichtung des ehemaligen Profis von Borussia Dortmund zum Ausdruck gebracht, doch der 27-Jährige hat mich mehr als beeindruckt. Er hat es geschafft, der Mannschaft nach der Winterpause wieder Leben einzuhauchen, seine Mitspieler emotional sowie auf dem Platz mitzureißen und sich absolut professionell und loyal zu seinem jetzigen Verein präsentiert. Die Aussage, die ihn für mich persönlich zum außergewöhnlichsten Spieler der letzten Jahre - seitdem ich mich für Fußball und die Bundesliga interessiere - gemacht hat, war folgende: “Ich werde den Verein niemals so verlassen, sondern es wieder ausbügeln. Ich brenne. Dafür habe ich zu viel Stolz.”
Eine Einstellung, die ich in dieser Art und Weise noch nie erlebt hat und die sich in der Folge auch auf andere im Team auszuwirken scheint. Sowohl Christian Gentner als auch Daniel Ginczek haben sich zum VfB bekannt und ihre Verträge bereits vor dem sicheren Abstieg verlängert. Ginczek bis 2020, Gentner bis 2019. Das lässt hoffen, dass mit einem Abstieg in die Zweite Liga sich automatisch die Spreu vom Weizen trennt. Die Pfeiler der Mannschaft bestehen bleiben, welche mit neuen jungen Wilden aufgefüllt werden können, die sich an den erfahrenen, alten Hasen orientieren und von ihnen lernen können. Es macht sich bei mir mit jeder neuen Vertragsverlängerung die Hoffnung breit, dass so ein neues Zeitalter der Geschichte des VfB Stuttgarts eingeläutet wird und sich die grundsolide Nachwuchsarbeit des Vereins endlich mal nicht finanziell sondern auch sportlich auszahlt. Auch Langerak, der im Spiel gegen den FSV Mainz 05 einige Glanzparaden in die Waagschale werfen konnte, scheint den Stuttgartern helfen zu wollen, den Aufstieg in Liga Eins zu ermöglichen.
Ein weiteres Thema das mich im Zusammenhang mit dem Abstieg beschäftigt, ist die Reaktion der Fans. Der Rasensturm von Stuttgart nach dem letzten Heimspiel der Saison ist ein weiteres Zeichen für die sensible Fankultur um den Stuttgarter Verein. Vor drei Monaten wurde Felix Baumgartl nach der Niederlage gegen Borussia Dortmund von den Fans in den Arm genommen, getröstet und aufgebaut, was nicht nur national als große Geste wahrgenommen wurde sondern auch über die Grenzen Deutschlands hinaus gepriesen wurde. Nun bekommt man ein ganz anderes Gesicht der Anhänger zu sehen, welche ihrem Unmut nicht nur durch Pfiffe sondern ebenso durch das Stürmen des Spielfelds Luft machten. Ich finde die Art und Weise wie das geschehen ist völlig in Ordnung, da so ein Zeichen gesetzt wurde und es keine Randale mit Verletzten oder Schlimmerem gab. Und Großkreutz legitimierte die Aktion beinahe schon, da er im Interview mit Sky zugab, dass er die Fans verstehen könne. Nun heißt es alles geben um den Abstieg zu verhindern. Da bleibt mir nichts weiter zu sagen als “Chapeau, Kevin Großkreutz!”











