Die New Born - Skulptur wurde 2008 zur Unabhängigkeit eingeweiht. Sie ist Teil unseres ersten Panoramas, dass wir für 7sights gezeichnet haben.

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Die New Born - Skulptur wurde 2008 zur Unabhängigkeit eingeweiht. Sie ist Teil unseres ersten Panoramas, dass wir für 7sights gezeichnet haben.
Erstes Panorama fertig!
Unsere Webdokumentation 7sights nimmt langsam Gestalt an! Nachdem wir wochenlang Programmiertechniken ausprobiert und am Stil der Zeichnungen gefeilt haben, ist unsere erste Szene nun fast fertig. Weil aber Geheimniskrämerei unser Hobby ist, zeigen wir euch erst mal nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Szenerie.
Es handelt sich um ein äußerst detailliertes und von Christian gezeichnetes Panorama des New Born - Platzes vor dem Palast der Jugend und des Sports. Hier werdet ihr nicht nur durch Sounds und Animationen die Atmosphäre auf den Straßen Prishtinas erspüren können, sondern auch Geschichten über Kriegsheldenverehrung und Kriegsrückkehrer hören.
Wie detailverliebt wir arbeiten, zeigt euch beispielhaft die untenstehende Animation. Ein albanischer Tourist im Bild, der gerade ein Foto von der Newborn-Skulptur schießt. Das Blitzlicht wird in unregelmäßigen Abständen aufflackern, das Auslösen der Kamera ist dann gut zu vernehmen.
Außerdem mit am Start: vorbei fliegende Wolken, Flaggen, die sich im Wind bewegen, die Alarmanlage eines Autos am Straßenrand, Demonstrationszüge...
...es liegt halt doch noch viel Arbeit vor uns. Wie wir damit vorankommen, werden wir in den kommenden Wochen an dieser Stelle immer mal wieder dokumentieren.
Geschenke // Start in die Produktionsphase
Liebe Freunde der Seven Sights, es gibt eine Reihe guter Nachrichten. Punkt eins: Die Geschenke für unsere treuen Unterstützer sind jetzt alle beisammen. Wer das Projekt bei Startnext unterstützt hat, kann sich über einen famosen Print unseres Illustrators Christian Wischnewski freuen:
Die Zeichnung zeigt die Universitätsbibliothek in Prishtina. In der Hochschule organisieren sich Bürgerbewegungen und Protestgruppen. Erst vor wenigen Tagen gab es wieder Auseinandersetzungen rund um die Uni. Mehreren Professoren und dem Rektor wird von den Studierenden Korruption und die Fälschung von Beiträgen für Fachzeitschriften vorgeworfen. Rektor Ibrahim Gashi ist mittlerweile zurückgetreten, er hält den Studenten vor, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. Arne und ich haben während unserer vergangenen Reise nach Prishtina unter anderem mit Rron Gjinovci gesprochen, der die Bürgerproteste mit organisiert. Den Beitrag kann man hier nachhören:
Auch unser Unterstützer-Plakat (etwas weiter unten) zeigt einen zentralen Ort in Prishtina: Das Newborn-Monument vor dem Palast der Jugend und des Sports. Der Werber Fisnik Ismaili hat es entworfen, es wurde am Tag der Unabhängigkeitserklärung am 17. Februar 2008 enthüllt. Anschließend durften sich die Menschen auf dem Monument verewigen. Die Aufbruchstimmung von damals ist allerdings inzwischen bei vielen Kosovaren verflogen, und auch Ismaili wirkte bei unserem Treffen vor einem Jahr fast schon resigniert: Er würde das Monument am liebsten Schwarz streichen, sagte er uns damals. Inzwischen wurde es tatsächlich neu gestrichen: Mit Miniaturen der Flaggen aller Länder, die Kosovo bis dahin anerkannt hatten. Letzter Punkt zum Thema Geschenke: Die Seven Sights T-Shirts werden gerade bei unseren Siebdruck-Freunden in Münster produziert. Gibt es also auch bald. Sie werden aller Voraussicht nach unser überarbeitetes Logo als Motiv tragen.
So viel zu diesem Zeitpunkt, bald mehr, denn die ersten Zeichungen für die App hat Christian auch schon gemacht. Die zeigen wir dann in Kürze. Danke für eure Unterstützung, bleibt uns treu Euer Seven Sights-Team Arne + Urs
Liebe Leute, nach dem packenden Crowdfunding-Finale brauchten wir erst mal etwas Erholung. Jetzt machen wir uns in Windeseile an den Versand eurer Geschenke. Die ersten Postkarten sind schon unterwegs (s.o.), alles weitere folgt alsbald. Außerdem stellen wir 7sights am Samstag beim "Webslam" auf der Weitblick-Konferenz von Netzwerk Recherche vor. Die Tagung beschäftigt sich mit großen Formaten und der Frage, wie Journalismus sie bedienen kann und sollte. Genau unser Thema also! Ich hoffe wir können dort noch ein paar interessierte Menschen ins Boot holen. Und man kann sogar noch was gewinnen: Einen 1000-Euro-Recherchetopf für die Realisation des Projektes. Das wäre natürlich ein Traum … So viel für den Moment, wir melden uns dann mit News von unterwegs. Danke, beste Grüße und viel Reiselust wünschen Arne + Urs
Geschafft …
Wir haben es gepackt! Die Grundfinanzierung für 7sights ist über das Crowdfunding bei Startnext zusammengekommen, dank vieler kleiner und einiger großer Unterstützungen.
Damit geht die Arbeit aber erst los – denn mit dem Auftrag der "Crowd" machen wir uns an die Realisation unserer Idee vom neuen großen Format im Web. Bei unserem ersten Inhalts-Treffen in der BRUeDER-Basis Berlin ging es um Erzählmodi und Dramaturgie, Protagonisten und Schauplätze. Wir haben über Technik diskutiert, über Interaktionsdesign und den richtigen Look.
Sobald es was zu sehen gibt, seht ihr es hier. Wir halten euch im Blog auf dem Laufenden, und auf unserer Facebook-Seite.
Bis dahin, viele Grüße und bleibt uns treu.
Euer 7sights-Team
Letzte Etappe // DIE BRUeDER
Liebe Freunde, liebe Unterstützer,
wir sammeln noch mal alle Kräfte für die letzte Crowdfunding-Woche. Danke für die 3450 Euro, die bislang zusammengekommen sind – wir sind überwältigt!
Und noch eine tolle Neuigkeit: 7sights hüpft unter das Dach von DIE BRUeDER. Die Truppe aus Berlin und Hamburg unterstützt das Projekt nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich mit ihrer Expertise in Webprojekten und neuen Darstellungsformen.
Wir hoffen, dass wir mit euch jetzt die letzte Etappe schaffen. Auf geht's!
Arne + Urs + DIE BRUEDER: Malte + Martin + Philipp + Malte + Arne
Endspurt
Wir haben die 1000 geknackt! Es fehlt immernoch ein ganzer Batzen, aber wir starten in die letzte Phase unseres Crowdfundings auch noch mal mit voller Energie. Wenn ihr jemanden kennt, der sich für Prishtina und für Multimedia im großen Format begeistern kann, freuen wir uns natürlich um so mehr. Jede Unterstützung ist eine große Hilfe! Auf in den Endspurt!
Arne + Urs
Party in Prishtina
Warum die Leute feiern gehen, wenn ihnen manchmal das Geld für Essen fehlt? Die Frage lacht Besnik einfach weg. „Es geht um Spaß haben“, sagt er. Collegejacke, enge Jeans, weiße Turnschuhe. Besnik schwingt den Oberkörper zum Takt, hebt die Arme und lässt die Handgelenke kreisen. Er ist ein guter Tänzer. Wenn eine tiefe Basslinie den Club durchfährt, reckt er die Brust raus, breitet die Arme aus und lässt lässig die Hüfte wippen. Schaut mich an, sagt die Pose: Den ganzen Frust tanz‘ ich einfach weg.
Für andere sind die Bars und Clubs eine Repräsentationsfläche: Die schmale, kosovarische Oberschicht zeigt, was sie hat. Da ist die Gruppe, die Vodkaflaschen im Eiskübel bestellt. Ein flinker Kellner trägt sie auf der Schulter über das Parkett und zündet ein Tischfeuerwerk im Bottich. Funkenregen. Jeder soll sehen, wohin die Flasche wandert. Geld haben, das entwickelt sich im aufstrebenden Kosovo zum wichtigen Wert. Und Geld haben bedeutet hier meistens auch: Geld zeigen. Die Gruppe mit dem Vodkakübel legt sich die Arme um die Schultern, der Keller soll noch ein Foto machen. Für die Facebook-Seite.
Kleiner Party-Mix. Ohrwurm garantiert. Die Devise: "Das geht noch ein bisschen".
Die meisten bleiben aber doch eher bei „Peja“, dem Bier aus der Region. Und wer nicht tanzen kann, schaut sich das Ganze von seinem Sitzplatz an. „Es gibt die schlechten, die schlechten und die hässlichen“, hat mal ein kosovarischer Kommentator über die Clubs in der Stadt geschrieben. Unter den ersten beiden Kategorien fasst er die prolligen Discos, in denen Kronleuchter hängen und europäische Hits mit Folklore gemixt werden. Die „hässlichen“ sind die alternativen Szeneläden – denn auch die gibt es in Prishtina. Kleine Club-Bars wie in Kreuzkölln, mit buntem Wandgemälden und billigen Getränken. Gute Orte, um mal einen Abend lang den Alltag zu vergessen.
Gedenken in Prishtina
Kosovo, 6. März 2013. Im Palast der Jugend und des Sports versammeln sich Staatsmänner und Generäle. Sie gedenken ihrer Krieger, den gefallenen Helden der Rebellenarmee UCK. Viele im Raum kämpften selbst auf albanischer Seite, gegen die Serben. Auch Ministerpräsident Hashim Thaci, der in der ersten Reihe sitzt. Heute regieren sie einen Staat, in dem kaum noch Serben leben. Der Chor schmettert eine Hymne auf das Albanertum.
Jedes Jahr vom 5. bis zum 7. März feiern die albanischen Kosovaren das Martyrium - man kann es kaum anders nennen - von Adem Jashari und seiner Familie. Jashari war Mitbegründer der Rebellenarmee UCK und griff in den Neunziger Jahren mit einer kleinen Gruppe bewaffneter Kosovo-Albaner serbische Polizisten und Militärs an. Schließlich wurde er in seinem Heimatdorf Prekaz gestellt, sein Haus wurde von serbischen Militär-Polizisten eingekesselt. In einem dreitägigen Gefecht kamen er und beinahe die gesamte Familie ums Leben. Heute werden die Jasharis in weiten Teilen Kosovos als Helden verehrt.