Maria Theresia: Ein Überblick
Es wäre unmöglich, alle Details über die Herrschaft von Maria Theresia kurz und knapp zu beschreiben. Heutzutage gilt sie als eine der wichtigsten Herrscher Österreichs, vor allem wegen ihrer Reformen, die ihre Grundlagen in der europäischen Aufklärung hatten. Deswegen ist sie auch unter den berühmtesten aufgeklärten Herrscher der europäischen Geschichte. Hier wird eine Reihe der wichtigsten Marksteine ihrer Herrschaft erklärt.
Der Österreichische Erbfolgekrieg
Maria Theresia, im Alter von elf Jahren, um 1728
Maria Theresias Anerkennung als Erbe ihres Vaters, Karl VI, war vom Anfang an umstritten. Obwohl Karl Maßnahmen ergriffen hat, das Erbe seiner weiblichen Kinder zu legitimieren, haben andere europäishe Mächte ihr Erbe disputiert. Nach dem Tod Karls 1740, wurde den sogenannten Österreichischen Erbfolgekrieg acht Jahre lang geführt. Während dieser Zeit, verlor die neue Erzherzogin Schlesien, ein wichtiges Gebiet für ihre geplante Industrialisierung, an Preußen. Außerdem, blieb ihr Herrschaftsgebiet meisten unverändert.
Leider war es für eine Frau unmöglich, die Krone des Heiligen Römischen Reichs zu tragen. Das Reich war seit Jahrzehnten in den Händen der Habsburger, und damit sie nicht darauf verzichten musste, wurde ihr Mann, Franz Stephan, als Kaiser gekrönt. Sie ihrerseits trug die Titeln Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen.
Ein Mutterfigur
Neben ihrer Politik ist Maria Theresia wegen ihre Rolle als Mutter auch sehr gut bekannt. Sie brachte insgesamt sechszehn Kinder zur Welt, von denen zehn Erwachsene wurden. Ihr Sohn Joseph II wurde nach dem Tod seines Vaters römisch-deutscher Kaiser und regierte auf der Seite seiner Mutter bis zu ihrem Tod im Jahr 1780. Unter ihren neun Töchtern ist Marie Antoinette (auf Deutsch Maria Antonia) die berühmtesten. Glücklicherweise lebte Maria Theresia nicht lang genug, um den Schicksal dieser Tochter zu sehen..
Ihre Reihe von Kindern und die Tatsache, dass sie fast permanent schwanger war, trug zu ihrem Bild als Mutterfigur wesentlich bei, und war als Propaganda nützlich.
Maria Theresia und Franz Stephan (beide sitzend) mit ihren Kindern
Warum Reform?
Die Reformen unter Maria Theresa haben eine Art “Protoindustrialisierung” in die Monarchie durchsetzten sollen, und dafür war die Zentralisierung von Staatsverwaltung, Bildung, Finanz und Religion erforderlich. Daneben sorgte diese neue, aufgeklärte Regierung um die Lage der bäuerlichen Bevölkerung, die bisher unter Hungerkrisen gelitten hat.
Maria Thereasias Reformen zeigen auffälligen Charakteristika der europäischen Aufklärung, die nicht nur von ihr sondern von anderen Monarchen aufgenommen wurden, wie zum Beispiel Friedrich der Große von Preußen und Katharina die Große von Russland. Die Aufklärung förderte Vernunft, und daher eine Beschränkung der Macht der Kirche und eine Prioritisierung der Menschenrechte.
Trotzdem zeigten Maria Theresias Reform nicht so viel Fortschritt wie die ihres Sohns Joseph II. Das Cautio Criminalis unter ihr erlaubte Folter bei Befragungen und die Verfolgung von Hexerei, die den Ideen der Aufklärung nicht zupassen. Folter war 1776 aufgehoben, sowie die Todesstrafe im Josephinischen Gesetzbuch.
Die Statue von Maria Theresia am Maria-Theresien-Platz in Wien
Bildung, Gesundheit und Fürsorge
Diese enthielten Maßnahmen, um die Bildung von BürgerInnen und die Ausbildung von Beamten, Ärzten und Anwälten zu verbessern. Ein Unterrichtspflicht für alle Kinder von sechs bis zwölf Jahren wurde eingeführt, und Gymnasien wurde in verschiedenen Städten gegründet, während “Normalschule” bildeten LehrerInnen aus.
Die Wiener Medizinische Schule wurde geöffnet und das Allgemeine Krankenhaus. Institutionen für Armen und Gehörlosen wurden gegründet, und eine pflichtige Pockenschutzimpfung wurde eingeführt.
Herrschaft neben Joseph II
Da ihr Mann etwa zwanzig Jahre früher als sie starb, wurde ihr Sohn zum Kaiser und Mitregierende der Monarchie neben seiner Mutter. Dies führte zu ideologischer und politischer Uneinigkeiten, vor allem weil Joseph II von der Aufklärung viel gepräter war als seine Mutter. Obwohl Maria Theresia viele aufgeklärten Reformen durchgesetzt hat, hat ihr Sohn die Reformen weitergenommen.
Sie waren vor allem um die Religionspolitik uneinig. Während Maria Theresia sehr katholisch war und setzte sich gegen Protestanten in der Monarschie hart durch, wollte Joseph sowohl Protestanten als auch Juden bürgerliche Gleichstellung geben, im Form der Toleranzpatente. Er drängte die Macht der Kirche viel mehr zurück und hob etwa 700 bis 800 Klöster auf.
Obwohl Maria Theresia nicht genau so aufgeklärt war als normalerweise gedacht wird, bleibt sie bis heute ein Figur von Österreich und der Aufklärung.












