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Jule im Garten
Bad Portraits II, nähe Markusplatz
Is it possible to make a portrait of us together?
Neue Umgebung - andere Wirkung. Angeregt durch die Besprechung im Plenum veließen wir den "Schutzraum" der Biennale und wiederholten die Performance in der Nähe des Markusplatzes. Nach vielen skeptischen Blicken, längerem Warten warten und der Frage ob es einen Haken gibt und es wirklich nur einen Cent kostet ließen sich belustigt einige Touristen portraitieren. Sofort sammelte sich eine Traube Schaulustiger die den Moment für das Urlaubsalbum festhält. Nach dem einmal gestattet bitten mehrere Teilnehmer um Gruppenportraits und posieren auch gerne mit uns, den "Künstlerinnen". Auf die Idee, dass es eine Performance sein könnte kommt keine und wir werden auch nicht nach dem Warum gefragt. Auch von dem Ergebnis scheinen die Meisten nicht restlos überzeugt zu sein. Zum Glück hat es nur einen Cent gekostet...
So wie sich der Kontext veränderte, veränderte sich auch unsere Aktion von der Kunstperformance zur Touristenattraktion.
Arsenale - im Garten
Oh is this a performance, right?
Die Scheu sich dem kunstaffinen und vermeintlich kritischen Publikum der Biennale zu stellen legte sich schnell. Neugierig und sich der Tatsache bewusst, dass es sich um Performance handelt wollten viele Besucher daran teilnehmen und sich Portraitieren lassen. Fragen danach wo wir studieren und warum wir es machen wurden häufig gestellt. So kam es zu längeren Gesprächen unter anderem mit dem Künstler aus dem Chinesischen Pavillon, der sich portraitieren ließ und auch darüber hinaus amüsiert die Aktion beobachtete.
Bad Portraits
Anna!
Bist du wach?
Ich hab die Idee was wir bei Hedinger machen können.
Bist du schon aufnahmefähig?
Das wäre voll kurios, wenn wir im Enzyklopädischen Palast Bad Portraits machen - für Geld!
Im Vorfeld interessierte uns der Enzyclopädische Palast von Massimiliano Gioni besonders unter dem Aspekt, dass hier etwas zu Kunst wird, was vorher nicht im Kunstkontext definiert worden ist. Streng musial inszeniert stehen naturwissenschaftliche Studien neben Kuriositäten und Outsiderkunst.
In Venedig angekommen, prägten Straßenmaler und Portraitzeichner das Stadtbild. Kein Besucher der Biennale würde wohl davon ausgehen, dass hier Kunst verkauft wird. Warum also nicht Portraits auf der schönsten und berühmtesten Kunstausstellung der Welt verkaufen? Warum nicht die kitschige Straßenmalerei in den Kontext der Kunst rücken, so wie Massimiliano Gioni Unmodernes und Unkünstlerisches zum State of the Art macht?
Wenn man schlechte Zeichnungen auf der Biennale verkauft und das eine Performance nennt ist das dann Kunst?
La Biennale di Venezia
Vorübungen Bad Portraits
One day I am thinking of a color orange. I write a line about orange. Pretty soon it is a whole page of words, of how terrible orange is and life. Days go by. It is even in prose, I am a real poet. My poem is finished and I haven´t mentioned orange yet. It´s twelve poems I call it ORANGES
Frank O`Hara, 1957
Siebdruckversuche
Vom Eigensinn der Dinge
Wolfgang Tillmans in der Kunstsammlung 21