Virtual Reality mit Motion Sickness
VR is the next big thing
Nikola Tesla
Bis lang war ich kein großer Fan von Computerspielen oder Computer Simulationen jeglicher Art. Entweder, weil mich viele Konzepte nur kurz begeistern können, oder aber weil bei mir bei so ziemlich jedem Spiel, welches aus der „Ego-Perspektive“ dargestellt wird, Motion Sickness einsetzt: Mir wird unwohl und schwindelig, als hätte ich einen Trip auf einer Achterbahn hinter mir.
Nichtsdestotrotz war und bin ich begeistert von der Idee der Virtual Reality. Digitale Welten, die direkt vor den eigenen Augen erscheinen, sich parallel zu den Bewegungen des Betrachters bewegen und mit denen man interagieren kann, eröffnen unglaublich Möglichkeiten.
Nicht umsonst ist Virtual Reality eines der „Buzz“-Wörter der Stunde. Selten wuchs eine Sparte der Consumer Electronic so schnell zu einem Makt mit mehreren “Major Playern” heran. Oculus Rift, der momentan bekannteste Entwickler und Treiber der Entwicklung, wurde einer breiteren Öffentlichkeit mit einer Crowdfunding Kampagne auf „Kickstarter“ bekannt. Kurze Zeit später wurde das Unternehmen von Facebook für 1 Milliarden US-Dollar übernommen. Auch andere Hersteller versuchen sich an der Umsetzung der Idee: Sony, HTC in der Kooperation mit Valve und Samsung in einer Kooperation mit Oculus Rift haben schon marktreife Produkte oder viel versprechende Prototypen in petto. Sogar Google brachte mit Project Cardboard einen günstigen Pappbausatz heraus, in den man sein Smartphone hineinsetzen kann, welches dann als Bildschirm und Verarbeitungseinheit dient. Und im Gegensatz zu den klobigen Versuchen im vergangenen Jahrhundert ist es durch vorangetriebenen Innovationen unter anderem im Bereichen der Sensorik möglich, Virtual Reality Headsets in annehmbaren Größen herzustellen.
Long story short: Ich wollte VR selbst erfahren. Also bestellte ich mir im Internet einen Cardboard Bausatz. Mit der richtigen App konnte man Google Earth nutzen, Panoramas betrachten oder 3D Videos auf Youtube nutzen.
Views: Agra, Uttar Pradesh, India von Ishtiyaq Husain
Solche Panoramen ließen sich mit der Bewegung des Kopfes in alle Richtungen betrachten
Diese einfache Demo war ziemlich beeindruckend, so die einstimmige Meinung meiner Freunde und mir. Man konnte sich gut vorstellen in welche Richtung sich die Entwicklung bewegt. Aber während meine Freunde problemlos mehrere Minuten mit der Brille experimentieren konnten, traf mich das alte Schicksal der Motion Sickness. Die Verzögerung zwischen den eigenen Bewegung und der Korrektur des Bildes war zu groß.
Okay, vielleicht verständlich bei einem Papp-Baukasten. Aber wie sieht es mit den richtigen Virtual Reality Brillen aus?
Auf der diesjährigen Cebit bekam ich die Chance Oculus Rift und Samsung Gear VR auszuprobieren.
Nachdem ich die schwarze Brille und Kopfhörer der Oculus Rift aufgesetzt hatte, probierte ich ein Demo Spiel aus. Die Grafik der Brille war vergleichsweise mies, die Bewegung und Reaktionen auf meine Kopfbewegung dafür aber um einiges flüssiger und genauer als beim Cardboard.
Direkt danach war Samsung Gear VR dran. Dabei sitzt das Galaxy Note 4 in einem passenden Headset; also quasi wie bei meinem Google Cardboard und meinem Samsung Nexus I9250.
Gezeigt wurden eine Rundfahrt in einem Sportwagen über das Gelände, eine Fahrt durch die und verschiedene Panoramen aus der Messehalle - und das war ziemlich beeindruckend. Die Grafik war top, die Verarbeitung der Kopfbewegung lief fließend. Die Fahrten waren realistisch und das Gefühl mitten im Geschehen zu stecken kam auf. Insgesamt war es eine eindrucksvolle Erfahrung und eine beeindruckende Demonstration von dem was mittlerweile möglich ist. Viel mehr war es jedoch ein Ausblick auf die kommende, spannende Entwicklung dieser Technik.
Ich mit der Samsung Gear VR
Auch wenn Samsung Gear VR eine tolle Demonstration war und sicherlich die meisten Nutzer mit staunenden Gesichtern zurückgelassen hat, war es bei mir nur das alte (wenn auch weniger starke) Gefühl der Motion Sickness. Schade eigentlich.
Doch die Hoffnung bleibt: Valve und HTC wollen mit ihrer SteamVR Brille die Motion Sickness besiegt haben, in dem die Bewegungen des Spielers besonders genau in der “Digitalen Welt” wiedergegeben werden soll.