Fotos bearbeiten mittels MIDI
Ich fotografiere für mein Leben gern (nur auf dem Fahrrad sitze ich noch lieber). In Berührung gekommen mit Fotografie bin ich in der neunten Klasse im Fach “Angewandte Naturwissenschaften” – das ist eine ganz eigene Geschichte für sich. Klar ist, dass ich mit Fotografie vor allem im Zeitalter von Digitalkameras in Berührung gekommen bin. Analoge Fotografie hat sicherlich ihren Reiz, für mich ist der digitale Workflow jedoch viel spannender.
Fotos sind natürlich direkt aus der Kamera noch nicht fertig – der Spaß fängt erst jetzt richtig an. Größtmöglichen Spielraum habe ich natürlich im RAW-Format: Eine Art digitales Negativ, das noch darauf wartet, bearbeitet zu werden. Hier gibt es dann doch eine Parallele zur analogen Fotografie. Auch ein analoges Negativ kann während der Entwicklung noch modifiziert werden.
Die Software meiner Wahl für diese Aufgabe ist seit einigen Jahren Adobe Lightroom. Ja ich weiß, Adobe hat ein nerviges Abomodell, mir persönlich ist es das aber mittlerweile wert, mein Fotografie-Workflow würde ohne Lightroom nicht funktionieren: Dort kann ich alle meine Fotos in einer übersichtlichen Ordnerstruktur verwalten und organisieren und direkt bearbeiten. Ich kann mir selbst Presets basteln und meinen eigenen Stil so auch reproduzieren. Zum Schluss kann ich alle Fotos in Wunschgrößen exportieren oder an Online-Dienste schicken. Kurz: Lightroom ist derzeit meine Lieblingssoftware.
Genug der Vorrede, darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Oben ist schließlich ein Keyboard abgebildet, genauer gesagt ein MIDI-Controller von Akai (der MPKmini mkII). Gestern Abend habe ich mir die Frage gestellt, ob ich eigentlich nicht auch mit MIDI-Signalen vom Controller Lightroom-Befehle steuern kann. Eine kurze Google-Suche später stieß ich auf das Tool MIDI2LR von rsjaffe. Dieses quelloffenene Lightroom-Plugin dient als Bindeglied zwischen dem MIDI-Controller und Lightroom.
Bisher bediente ich Lightroom mittels Trackpad bzw. Maus. Dank des Plugins kann ich die Regler und Pads meines MIDI-Controllers nutzen. Das Bearbeiten fühlt sich dadurch irgendwie deutlich analoger an als zuvor. Ich ziehe keine Regler mehr mit der Maus hin und her, sondern muss einen physischen Regler drehen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen, also beispielsweise um die Lichter oder Tiefen zu bearbeiten. Dadurch, dass die Drehknöpfe einen Endpunkt haben, bekomme ich auch ohne Blick auf den Bildschirm ein Gefühl dafür, wann ich einen Regler möglicherweise zu weit bewegt habe. In der Theorie kann das Überbearbeitung verhindern.
Ich kann die Pads aber auch nutzen, um ganz bequem durch meine Bibliothek zu navigieren. Wenn ich einen Haufen Bilder importiert habe, kann ich so noch bequemer als auf der Tastatur durchblättern und gleich Bewertungen festlegen oder Bilder ablehnen. Durch die Drehregler kann ich super schnell kleinere Korrekturen vornehmen, ohne dass ich eine Maus in die Hand nehmen muss. Großartig!
Jeder MIDI-Wert, den der Controller ausgibt, kann in Lightroom mit einem der unzähligen Befehle versehen werden, sodass sich der eigene Controller ganz individuell belegen und in den eigenen Workflow integrieren lässt.
Also wenn ihr Lightroom nutzt und noch einen MIDI-Controller rumliegen habt, probiert es mal aus!








