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Was bedeutet mir ein Sinn, der außerhalb meiner conditio liegt? Ich kann nur auf menschliche Weise etwas begreifen.
Ich kann alles leugnen von dem Teil von mir, der von ungewissen Sehnsüchten lebt, nur nicht das Verlangen nach Einheit, den Drang, Lösungen zu finden, den Anspruch auf Klarheit und innere Stimmigkeit.
Mein Gedankengang möchte der Evidenz, den ausgelöst hat, treu bleiben. Diese Evidenz ist das Absurde. Es ist jene Entzweiung zwischen dem begehrenden Geist und der enttäuschenden Welt, es ist meine Sehnsucht nach der Einheit, dieses zersplitterte Universum und der Widerspruch, der beide verbindet. […] Es ging darum, zu leben und zu denken mit dieser Zerrissenheit, zu wissen, ob man annehmen oder ablehnen soll.
Der absurde Geist hat weniger Glück. Für ihn ist die Welt weder so rational noch dermaßen irrational. Sie ist unvernünftig, nichts weiter. […] Das Absurde dagegen fixiert ihre Grenzen, da sie nicht imstande ist, seine Angst zu besänftigen.
Das Denken eines Menschen ist vor allem seine Sehnsucht.
Ganz zu Unrecht hält man den Begriff der Vernunft für eine Einbahnstraße. So streng in seinem Ehrgeiz sein mag - in Wirklichkeit ist dieser Begriff ebenso beweglich wie andere.
Man sollte nicht erstaunt sein über den paradoxen Umstand, dass das Denken auf den einander entgegengesetzten Wegen einer gedemütigten und einer triumphierenden Vernunft zu seiner eigenen Verneinung kommen kann.
Das Abstrakte, versichert man mir, sei nur ein nicht in sich selbst konsistenter Teil eines konkreten Allgemeinen.
Es gibt nicht mehr eine einzige Idee, die alles erklärt, sondern unendlich viele Wesenheiten, die unendlich vielen Objekten Sinn geben.
Das Wahre suchen heißt nicht das Wünschenswerte suchen.
Ich frage, was die conditio, die ich als die meine erkenne, nach sich zieht; ich weiß, dass sie Dunkel und Unwissenheit impliziert, und man versichert mir, diese Unwissenheit erkläre alles und diese Nacht sei mein Licht.
In der Gewissheit, dem Irrationalen nicht entgehen zu können, will es sich wenigstens vor dieser verzweifelten Sehnsucht retten, die im unfruchtbar und belanglos erscheint. […] Wichtig ist nicht gesund zu werden, sondern mit seinen Leiden zu leben.
"In seinem Scheitern […] findet der Gläubige seinen Triumph."
Unser Drängen nach verstehen, unsere Sehnsucht nach dem absoluten sind nur in dem Maße erklärlich, indem wir viele Dinge verstehen und erklären können. Es ist vergeblich, die Vernunft absolut zu negieren. Sie hat ihren Bereich, indem sie wirksam ist. Es ist genau der Bereich der menschlichen Erfahrung. Deshalb wollen wir alles aufhellen. Falls wir das nicht können und wenn dabei das Absurde entsteht, so geschieht das genau in dem Zusammenstoß dieser wirksamen, aber begrenzten Vernunft mit dem stets neu entstehenden Irrationalen.
Wenn es das Absurde gibt, denn nur im Universum des Menschen. Sobald dieser Begriff sich in einen Sprungbrett zur Ewigkeit verwandelt, ist er nicht mehr mit der menschlichen Hellsichtigkeit verbunden.
"Der einzig wahre Ausweg", sagt er, "liegt genau dort, wo es nach menschlichem Ermessen kein Ausweg gibt. Wäre es nicht so - wozu brauchten wir dann Gott? Gott wendet man sich nur zu, um das Unmögliche zu erreichen. Für das Mögliche genügen die Menschen."
Es gibt den offenkundigen und anscheinend durchaus moralischen Tatbestand, dass ein Mensch immer Gefangener seiner Wahrheit ist. Hat er sie einmal erkannt, so kann er sich von ihnen nicht frei machen.