Social Web 2.0. Oder: Neue Grundlagen für Kommunikation und Marketing.
Eigentlich habe ich heute frei.
Eigentlich. Aber in Wirklichkeit denke ich seit meinem Vortrag letzte Woche in Berlin (Smartplaces - Wie Orte zu Kommunikation werden) intensiv über die geänderten Grundlagen der Arbeit im und mit dem Social Web nach.
Ausgangspunkt war ein Gespräch mit Robert Scoble auf der letzten “The Next Web Conference” in Amsterdam. Er erzählte über ein neues Buch, dass er mit seinem WebTech-Journalisten-Kollegen Shel Israel geschrieben hat und was die darin beschriebenen Erkenntnisse für die Zukunft des Webs und der darin stattfindenden Interaktion bedeutet.
Einer der Höhepunkte war die Übergabe der Gastrolle von Neuseeland an Brasilien, für die wir in einer spektakulären Aktion und mit tatkräftiger Unterstützung von Guido Schwan und der Buchmesse-Techniker einen Livestream ins Web brachten, so dass die Übergabe auch in Neuseeland und in Brasilien live mitverfolgt werden konnte.
Unsere Entdeckungsreise auf der Frankfurter Buchmesse 2012 lässt sich hier im Blog nachlesen, und unsere Faszination ist in den teilweise sehr persönlichen Beiträgen hier im Blog immer noch greifbar. Ich selbst bin nächste Woche wieder auf der Buchmesse und gespannt auf den Gastland-Auftritt. Außerdem freue mich auf ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Autoren. Allerdings nicht im offiziellen Auftrag, denn Brasilien und die deutsche PR-Agentur beschränken sich in diesem Jahr auf die Kommunikation über die Website.
Informationen zu den Veranstaltungen des Ehrengasts finden sich auf der Website der Frankfurter Buchmesse und im Blog der Buchmesse schreiben Gastautoren über das Brasilien und seine Kultur. Außerdem gibt es die Facebook-Seite der Frankfurter Buchmesse zum Ehrengast, wo es demnächst dann um Finnland gehen wird.
Die Buchhandlung TFM – Centro do Livro e do Disco da Língua Portuguesa und der Verlag Teo Ferrer de Mesquita.haben übrigens ebenfalls schöne Veranstaltungen geplant und im Blog finden sich viele Informationen zur brasilianischen Literatur.
Frank und ich arbeiten gerade an anderen Projekten, Projekte, in denen es um Holz geht, um die Eifel, um die Vernetzung von Kulturarbeitern, um eine Science-Fiction-Web-Story oder um Stadtmarketing. Alle eint unsere Faszination für das Erzählen von guten Geschichten - und ein Verständnis von der strategischen Nutzung des Social Web, damit diese Geschichten auch ankommen.
Ihr wollt mehr wissen? Bitteschön:
Frank Tentler
Wibke Ladwig
... und mit tatkräftiger Unterstützung durch unseren Mann an der Tastatur, der schneller bloggt als sein Schatten, und uns den Rücken frei hielt: Christian Spließ.
Das komplette Team: http://brasilliterature.tumblr.com/team
On the last day at the Frankfurt Book Fair the tension was rinsing! After a literary reading of the New Zealand author Hinemoana Baker and the Brazilian author Milton Hatoum, the so called “Guest Scroll”, an art object specially created for the Frankfurt Book Fair, was handed to Galenon Amorim (President of the National Library Foundation), the representative of the next Guest of Honour: Brazil!
Am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse stieg die Spannung! Nach einer Lesung der neuseeländischen Autorin Hinemoana Baker und dem brasilianischen Schriftsteller Milton Hatoum wurde die sogenannte "GastRolle", ein eigens für die Frankfurter Buchmesse geschaffenes Kunstobjekt, an Galeno Amorim (Präsident der Brasilianischen Nationalbibliothek) übergeben, den Repräsentanten des nächsten Ehrengasts: Brasilien!
Handover Ceremony Guest of Honour New Zealand 2012 - Brazil 2013 from frank_tentler on Vimeo.
Eine beeindruckende Persönlichkeit: Marina Colasanti
Ein Land lässt sich auf unzählige Weisen kennen lernen. Unsere Entdeckungsreise in die brasilianische Literatur auf der Frankfurter Buchmesse hat Frank Tentler und mich mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammengebracht.
Es waren faszinierende Begegnungen. Mich persönlich beeindruckte besonders die Schriftstellerin, Illustratorin, Übersetzerin und Journalistin Marina Colasanti. Ihre umwerfend charmante und kluge Persönlichkeit zog mich in ihren Bann. Ein erstes Interview in englischer Sprache kurz nach der Pressekonferenz am Buchmesse-Donnerstag blieb leider ein privates Vergnügen, weil sich die Datei beim Hochladen selbst zerschoss.
Glücklicherweise gab es am Sonntag Gelegenheit, das Interview nachzuholen. Dank der freundlichen Unterstützung von Konferenzdolmetscherin Sarita Brandt konnten wir das Interview in Portugiesisch machen. Wie ausdrucksstark Marina Colasanti zu erzählen weiß, kann man sehr schön hier nachsehen, wenn sie selbst eine Geschichte von sich nacherzählt.
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Wibke Ladwig
Interview (deutsch & port.): Marina Colasanti, Autorin und Illustratorin from frank_tentler on Vimeo.
Cities as Protagonists: Rio de Janeiro and Sao Paulo
Cities as Protagonists: Rio de Janeiro and Sao Paulo. Ein Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2012 mit den Schriftstellern Alberto Mussa und Luiz Ruffato.
Cities as Protagonists: Rio de Janeiro and Sao Paulo. Alberto Mussa, Luiz Ruffato from frank_tentler on Vimeo.
Market Focus: Brazilian Opportunities for Publishers
This presentation of the Brazilian Book Chamber will focus on the last developments of the Brazilian society, economy and education, showing the great opportunities Brazil has to offer.
Numbers from the Brazilian publishing market will be shared, as well as specifics of the book market in Brazil. The goal is to bring the public to a full understanding of the Brazilian book industry's characteristics, size and opportunities.
Market Focus: Brazilian Opportunities for Publishers
Diese Folien wurden in einem Vortrag auf der Frankfurter Buchmesse 2012 am Stand Brasilien in Hale 5.1 E953 gezeigt.
The Brasilien Stand in 5.1 was something like a home in the last days. Here we met the authors, talked with the people, showed what we are doing and learned a lot about the culture and the bookmarket of Brasil. Well, of course a better WLAN would helped to smooth some corners but if it's one thing that we can do best than it's improvising. In the end we had wonderful interviews, nice videos, a lot of photos and we blogged here. And the visitors of the Bookfair were very interested in the events, sometimes you couldn't find a free chair... But before we say Goodbye - propably till next year - there's a little something we have planned for today. Keep fingers crossed, will you?
Sonntagmorgen. Kaum zu fassen, wie rasch die Tage in Frankfurt vorübergingen. Der letzte Tag auf der Buchmesse bricht an. Der letzte Tag im Einsatz für Brasil Literature. Spannung, weil wir am Ende noch einen Livestream planen. Wehmut, weil die Zusammenarbeit mit Frank Tentler, seinem Team und den Brasilianern viel Freude macht. Vorfreude auf mindestens zwölf Stunden Schlaf ...
Ich komme auf das Messegelände und mein Weg führt mich automatisch in Halle 5.1 an den Stand Brasiliens. Ich bemerke: Ich fühle mich zuhause. Die Menschen am Stand werden mir immer vertrauter. Wir fühlen uns wohl miteinander. Kaum zu glauben, dass wir heute wieder auseinander gehen.
Von unserer "Nerd-Ecke" aus, in der uns "nur" Steckdosen und flottes Internet fehlen, haben wir einen ausgezeichneten Blick auf die Bühne. Die Veranstaltungen sind durchweg gut besucht.
Den Abend gestern habe ich genutzt, um mir die letzten Tage vor Augen zu führen: was hat gut funktioniert? Wo gab es Schwierigkeiten? Gleichzeitig Inhalte produzieren, bearbeiten, hochladen (das größte Problem), mit Leuten zu sprechen und Interviews zu führen, Fotos machen, Videos drehen ... und zugleich entstehen viele, viele Geschichten im Kopf, die erzählt werden könnten. Im nächsten Jahr könnten wir mithilfe von Social Media diese Geschichten lebendig machen. Vamos!
Doch erstmal heute, der letzte Tag: Letzte Fotos, letzte Interviews, letzte Umarmungen. Und drückt uns die Daumen, dass unser Livestream heute nachmittag funktioniert! Erstmals wird die Übergabe der Gastrolle live ins Web gestreamt werden - zumindest hoffen Frank und ich das sehr. Guido Schwan, der Meister aller Livestreams, wird jeden Moment eintreffen ...
Wer sich einen Überblick verschaffen möchte: Brasil Literature bei Pinterest.
Michel Laub: Der beste junge Romanautor Brasiliens
Michel Laub ist Journalist und Schriftsteller jüdischer Herkunft. "Diário da Queda" ist sein fünfter Roman. Er wurde von der Zeitschrift Granta für die Ausgabe „Der beste junge Romanautor Brasiliens“ ausgewählt und erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen, u. a. war er Finalist des Prêmio São Paulo de Literatura, beim Prêmio Portugal Telecom und mehrfach für den Prêmio Jabuti nominiert. Die deutsche Übersetzung wird voraussichtlich im Oktober 2013 unter dem Titel "Tagebuch eines Herbstes" im Klett-Cotta-Verlag erscheinen. Michel Laub lebt in São Paulo.
Auf der Buchmesse ist er am Samstag zu sehen, ab 17:00 Uhr auf dem brasilianischem Gemeinschaftsstand, Halle 5.1 E953. Andréa del Fuego, João Paulo Cuenca und Michel Laub lesen Auszüge aus ihren Werken und sprechen über ihre ästhetischen und inhaltlichen Entscheidungen sowie ihren jeweiligen Weg in der Welt der Prosa.
Heute Vormittag am Brasilien-Stand in Halle 5.1. sprachen Marina Colasanti und Roger Mello über die Eigenheiten und Eigenschaften von brasilianischer Kinderliteratur. Beide schreiben und illustrieren Bücher für Kinder und haben für Ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Moderiert wurde das Gespräch von Claudia Stein, Dolmetscherinnen waren Maria Hummitzsch und Barbara Mesquita.
Was charakterisiert brasilianische Kinderliteratur?
Marina Colansanti möchte Journalisten, die brasilianische Kinderliteratur ignorieren, gern zurufen:
Marina Colasanti betont, wie reich und vielfältig die Kinderliteratur in Brasilien ist, in einem Land, das fast so groß ist wie ein Planet. Die verschiedenen Kulturen spiegeln sich in der Kinder- und Jugendliteratur: indigene Völker, europäische Wurzeln, die urbane Kultur, die sich in jüngerer Zeit stark entwickelt und der Reichtum aus dem afrikanischen Erbe.
Roger Mello beschreibt die reiche und sehr unterschiedliche Kultur der Illustration in Brasilien. Er berichtet, viele Illustrationen würden in Europa als exotisch wahrgenommen. Dabei werden Alltag und Natur meist realistisch dargestellt. Es gibt keine typische brasilianische Farbpalette.
Der Staat ist in Brasilien der größte Käufer von Büchern. Er hat aber keinen Einfluss auf die Inhalte noch gibt es gar Dirigismus von seiten des Staats. Verhandlungen werden allerdings über die Kosten und die Preisgestaltung geführt.
Marina Colasanti meint auf die Frage nach den Themen der Kinderliteratur, dass urbane Themen im Vordergrund stehen. Es geht häufig um den "Ort des Großvaters", den Ort, an dem Kinder aus der Stadt die Natur entdecken.
Es werden Geschichten erzählt, in denen diese Kinder in Berührung mit der Natur, den Tieren und den Menschen, die dort leben, kommen. In den Geschichten geht es um den Erhalt der Wurzeln. Bei allem urbanen Wachstum soll der Kontakt zu diesen Wurzeln nicht verloren gehen.
Kinder aus dem Urwald spielen weniger eine Rolle in der aktuellen Literatur für Kinder, ebensowenig wie Kinder aus armen Verhältnissen. Letztere werden durchaus auch thematisiert, aber mehr als Lehrstück für Kinder aus "besseren" Verhältnissen.
Roger Mello sagte auf die Frage hin, welche Bilder bevorzugt vorkommen, er habe mal jemanden sagen hören: "Das Städtische an sich gibt es nicht. Die Stadt ist divers und dort gibt es alles, auch die allerersten Einflüsse der indigenen Bevölkerung." Auch Wald, Urwald oder Amazonas sind für Roger Mello "Stadt". Es gibt dort so viele Tiere, "die Baumkrone kennt den Waldboden nicht", dazwischen leben viele Tiere. Er trennt ungern zwischen Natur und Stadt, jede Stadt besteht aus kleinen Dörfern.
Wie Marina Colansanti betont, ist die Qualität der brasilianische Literatur für Kinder und Jugendliche in den letzten 25 Jahren sehr gestiegen. Sie ist universell und kann auf der ganzen Welt gelesen werden. Mit dem geplanten, großen Übersetzungsprogramm soll sie international bekannter werden. Sie bemerkt, amerikanische Literatur werde nicht eingekauft und übersetzt, weil es amerikanische Literatur sei, sondern weil die Bücher gut seien. So soll auch brasilianische Literatur behandelt werden.
Die Kommerzialisierung sei allerdings in jedem Land ein Problem. Es gibt viele "disneyfizierte" Stereotypen in der Illustration. Wie in jedem Land gibt es aber auch viele Ausnahmen. Die Ansprüche an Ästhetik und Qualität der Bücher sind in den letzten 25 Jahren gewachsen - früher gab es vor allem billige Bücher ohne farbige Illustrationen.
In den Buchhandlungen Brasiliens findet man Marina Colasanti zufolge interessanterweise eher den qualitativen "Ausschuss". Anspruchsvoller Literatur sind in den Schulbibliotheken und Lesesälen der allgemeinen Bibliotheken zu finden. Im Grunde sehr demokratisch, denn so haben alle Kinder und Jugendliche Zugang zu diesen hochwertigen Büchern.
Auf die Konfrontation zwischen den Kulturen angesprochen, sagt Marina Colasanti, es gäbe in Brasilien keine einheitliche Kultur und dadurch wenig Konflikte zwischen den Kulturen. Die Verschiedenheit der Menschen ist Normalität.
Morgen, am Sonntag, sind Marina Colasanti und Roger Mello um 10 Uhr erneut am Stand Brasiliens in Halle 5.1 E953.
Noch ist Andréa del Fuego in Deutschland eine relativ Unbekannte. Das könnte sich allerdings im Herbst 2013 ändern, dann erscheint in deutscher Übersetzung ihr Roman "Os Malaquias" - der Arbeitstitel lautet bisher "Die Malaquias".
Dabei handelt es sich um ihren ersten Roman für den sie den José Saramago-Preis erhielt. Alle zwei Jahre werden mit ihm Schriftsteller und Schriftstellerinnen unter 35 Jahren ausgezeichnet. Der Roman soll in der deutschen Übersetzung bei Carl Hanser erscheinen, die Übersetzung nahm Marianne Gareis vor.
Das unten eingebettete Video ist zwar auf portugiesisch, doch zeigt es die charmante und charismatische Ausstrahlung, die Andréa del Fuego innewohnen. Zudem erzählt die Autorin auch etwas über ihr Erstlingswerk.
Live @ Web: Handover Ceremony Guest of Honour New Zealand 2012 - Brazil 2013
Well, we will try our best to let you be part of the official "Handover Ceremony Guest of Honour New Zealand 2012 - Brazil 2013" on Sunday, 14th 2012.
The ceremony takes place in the New Zealand Book Fair Pavillon from 15.30-16.30h, MET. We will start the streaming at 15.15h.
The special thing about it:
Brasil will be the first Book Fair partner, who use a streaming channel to let the whole world participate directly and live from the Book Fair.
You can find our channel right here: Live Streaming Brasil Literature.