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Janaina Medeiros
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@charakterkarussell
Mountain Cabin, Lake Tahoe
"Der Kompass" ist ein vertontes Gedicht (aus der Reihe: "Der kleine Psychonaut"), das ich 2010 in Berlin schrieb, als ich orientierungslos durch die düsteren Gassen der Stadt geisterte. Einsam, verlassen und zugedröhnt versuchte ich dem Schmerz und der Vergangenheit zu entrinnen. Bis ich mir eingestehen musste, dass ich inzwischen meilenweit vom Weg abgekommen war. Um mich herum - nur Wüste und Einsamkeit. Ich war jenseits von gut und böse; habe mich verlaufen in diesem diabolischen Labyrinth der Welt; mich verloren in meiner eignen Seele. Doch in mir selbst, in den Tiefen dieses Ozeans der Emotionen und Gedanken - irgendwo auf dem Grund … kenne ich meinen Weg. Dort liegt er - der Kompass - und weist beständig meine Richtung.
Welt: Interpretationsspielraum.
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Schulsystem
Unser Bildungssystem ist marode und veraltet. Es entsprang einer anderen Zeit. Und in jener ist es stehen geblieben. Getragen und verteidigt von eben jenen Alten, die sich aus Bequemlichkeit und Faulheit der Veränderung verweigern. Jene Alten, die behaupten früher sei alles besser gewesen. Das kann man zweifelsfrei an 2 Weltkriegen sehen und der Intoleranz und den Prügelstrafen, die sowohl zuhause, als auch in der Schule an der Tagesordnung waren.
Das Bildungssystem soll junge, heranwachsende Menschen auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, indem es sie den Wettkampf lehrt, Konkurrenzdenken fördert (nicht im positiven Sinne, sondern im amerikanischen) und sie zu somit zu egoistischen Einzelkämpfern heranzüchtet und emotional nachhaltig verkrüppelt auf Kosten der restlichen Gesellschaft.
Die eigentlichen Lebenshandwerkszeuge bekommen die meisten nunmehr weder von zu Hause noch von der Schule und geschwege denn von den Universitäten mit auf ihren Lebensweg.
Es wird mit Angst und Druck ein Horrorszenario in den Köpfen unserer Kinder kreiert, um sie so gefügig zu machen, damit sie das tun, was wir von ihnen verlangen:
Sich schnell und unreflektiert einem Arbeitsmarkt unterwerfen. Sich einbringen in jene Unternehmen, die eben jene Alten aufgebaut haben und die ihre Macht erhalten wollen. Oder besser gesagt: Jene Großgrundbesitzer die wie immer Sklaven brauchen, um billig produzieren zu können. Und ihren eigenen privaten Reichtum zu vermehren, den sie auf dem Rücken des Volkes aufbauen und nicht einmal bereit sind ihn zu versteuern, um jener Gesellschaft, die sie mit ausgebildet und mitfinanziert hat etwas zurück zu bezahlen.
Doch ein gesunder Körper definiert sich eben über die Gesundheit aller Organe und aller Zellen. Selbst wenn nur der Magen verstimmt ist, so sagen wir, seien wir eben nicht gesund, sondern krank.
Und das ist die Gesellschaft nun einmal: Krank.
Und wie der menschliche Körper unfähig ist zu überleben, wenn die Zellen aufhören miteinander zu kommunizieren und miteinander zu arbeiten so ist die Gesellschaft als solche nicht überlebensfähig wenn die einzelnen Zellen sich gegeneinander bekämpfen anstatt miteinander zu arbeiten und von einander zu lernen.
So wäre es ertragreicher (auch für die Unternehmen und Firmen) wenn wir unsere Kinder lehren miteinander Probleme zu lösen, einander zu helfen und für uns alle einzustehen.
Ich unterstelle dem Staat und anderen Interessengruppen, dass ihre Interessen eben nicht gebildete, ausgeglichene Menschen sind, die Verantwortung übernehmen und neue Wege gehen und Denkmodelle ausarbeiten, sondern ihr Interesse liegt bei wenigen Gebildeten und einer breiten, dummen Masse die, wie Georg Schramm es so schön formulierte, "den erst besten Scheißdreck kauft" damit wir das Wirtschaftswachstum , auf dem unser Staat aufgebaut ist, vorantreiben.
Da muss ich mich doch fragen: Ist es sinnvoll einen Staat über so etwas unnatürlich (krankhaftes) wie einen nie endenden Wachstum zu definieren? In der Natur erreicht alles irgendwann einmal sein Ende, wenn es ausgewachsen ist. Der Mensch nennt es erwachsen. Und in der Tat werden einige von den Politikern und den Lobbyisten ihr Leben lang noch zu wachsen haben - zumindest emotional und geistig.
Ich teile mich
In ja und nein
Und dazwischen ein vielleicht
Das beide zu verbinden sucht.
Man kann einen Spiegel
Dafür verurteilen was er ist
Und was er tut,
Aber niemals dafür
Was er zeigt.
Ich spinne meine Theorien mit Joe weiter aus. Die Vorstellung von etwas Raum- und Zeitlosem konkretisiert sich. Das Paradoxe kommt vermutlich bei den Übergängen ins Spiel. Das "Jenseitige" ist für den Menschen schwer zu denken. Doch das Gefühl zeigt die Richtung an. Es geht vom "Ich" zum "Wir".
Wenn ein tropfen ins Meer fällt,
wird man jemals den gleichen
Tropfen wiederfinden?
Birgt nicht jeder Tropfen
den gesamten Ozean in sich?
Meine Sippo_Erlebnisse helfen mir seit jeher das Paradoxe vorzustellen, das Undenkbare ansatzweise zu ergründen; das scheinbar Unvereinbare zu vereinen. Wenn auch nur in mir. Das Buch "The Essential Rumi" nährt mich Tag um Tag, auf das ich geistig nicht verhungere auf meiner Reise. Meine Suche nach dem Essenziellen in der Seele und der Welt führt mich immer wieder zu den Mystikern sämtlicher Kulturen, Religionen oder anderer Kategorien, die von ausserhalb belanglos werden - sind.
Die llusion der Getrenntheit schwindet. Es scheint als habe die Menschheit diesen billigen Trick allmählich durchschaut.* Wir sind eins. Zumindest dem Geiste nach, womit unser geliebter Onkel Recht behalten sollte. Nach 89 Jahren Suche hatte er etwas gefunden, was ihm Ruhe und Gelassenheit verlieh. Man hörte es in jedem seiner Worte, sah es in jeder seiner Taten, die von innerer Zufriedenheit getragen waren.
Er hatte etwas erkannt. Etwas gefunden. Dessen war ich mir jedenfalls sicher.
Er strahlte diese Ruhe eines alten Weisen aus, die ich zuvor aus Filmen nur kannte.
Doch da lebte einer diese Ankunft, nach der ich mich so sehnte - unmittelbar vor meinen Augen. Und in den seinen konnte ich es sehen: Seelenfrieden.
*vgl. hierzu: "I ♥ Huckabees" (2oo4)