"Umweltsau"-Skandalisierung: Die Empörungsmaschine läuft heiß
Nachdem der WDR ein Kinderchorlied im Kontext der zurzeit geführten Diskussion zum Klimaschutz mit deutlich satirischem Unterton veröffentlicht hatte, haben sich binnen kurzer Zeit viele Kritiker, auch aus dem rechtsradikalen Lager, erhoben, um für die deutschen 'Omas' mit der Folge zu Felde zu ziehen, dass eine wenig sachbezogene Diskussion geführt wurde. Leider kam es auch wieder zu Morddrohungen, diesmal gegen Mitarbeiter des öffentlich rechtlichen Senders WDR, so dass sich Tom Buhrow, Intendant des Senders zu dem Schritt entschloss all seinen Mitarbeitern, die sich bedroht fühlen, Personenschutz zur Seite zu stellen. Das ist in Anbetracht der aufgeheizten Lage angemessen und vorbildlich. Weniger vorbildlich war jedoch der Entschluss den kritisierten Beitrag zu löschen. Hier war Herr Buhrow leider nicht so weitsichtig, weil er dem Druck nachgegeben hat und nun die Gefahr groß ist, dass das Schule macht. Am Sonntag gipfelte das Ganze dann in einer Demonstration vor dem WDR - durch die Bruderschaft Deutschland organisiert. Nach all diesen Geschehnissen muss sich jeder einigermaßen von Vernunft geleitete Mensch fragen, welche Absicht hinter den Aktionen der in Erscheinung getretenen Agitatoren hier wirklich verfolgt wird. Geht es hier wirklich noch um das Lied? Ich denke, dass hier etwas vollkommen aus dem Ruder läuft dem unbedingt begegnet werden muss.
Es ist dringend geboten Gruppen wie die ‘Bruderschaft Deutschland’ und das von ihr ausgehende Gefahrenpotenzial neu zu bewerten. Obwohl es in der Vergangenheit mehrfach Hinweise zum Bedrohungspotential der ‘Bruderschaft Deutschland’ gegeben hat, wurde von den Behörden die von ihr ausgehende Gefahr falsch eingeordnet. Zumindest wirkt es so. Wenn in Deutschland Bürger, als auch Journalisten durch eine (politische) Organisation oder Gruppe bedroht werden, darf das nicht ohne rechtsstaatliche Folgen bleiben. Hier muss konsequent und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln des Rechtsstaats durchgegriffen werden.
Dennoch steht es jedem frei, seine Haltung zu überdenken und an den demokratischen Prozessen unseres Landes mitzuwirken, sofern ein jeder bereit ist von Gewalt, Hass und Ausgrenzung Abstand zu nehmen.
Vielleicht können wir dann wieder zu einer sachlichen Diskussion von Themen zurückkehren.










