—— - му σηℓу нσρє ! )・゚ ⭐
Sherry senkte für einen kurzen Moment lang den Kopf, sortierte ihre Gedanken, rechnete mit dem schlimmsten, das nun folgen mochte. Es gab unzählige Varianten dieser ‘Tests’ & selbst nach all den Jahren, dem Märtyrium, Teil diverser wissenschaftlicher Projekte & Untersuchungen sein zu müssen, die ihre Schmerztoleranz bis an die Grenze ausschöpften, konnte sie noch immer nicht genau abwägen, was sie heute, oder morgen —— oder in ferner Zukunft sonst noch so erwarten könnte. Sie würden immer eine Methode finden, ihr Leid zu vergrößern, ein leeres Blatt zum Befüllen ihrer Akte, ein Fleckchen Unschuld an ihrem Körper, das noch nicht von Nadeln zerstochen oder Impfstoffen befleckt wurde. Ihre Haut war von unsichtbaren Narben gezeichnet, & würde man jede einzelne erkennen können, ihren Pfaden folgen, so könne man ihre Lebensgeschichte lesen wie eine Landkarte, die einst kunterbunter Fantasie glich, doch nunmehr an Farbe & Bedeutung verloren hatte. Ein Pfad endloser Dürre durch das Trampeltal ihrer einstigen Existenz, die sich nun lediglich als Leben in furchtvoller Gefangenschaft zu definieren wusste. Sie war nach wie vor wütend auf ihre Eltern, um nicht zu sagen auf’s bitterste ENTTÄUSCHT, jedoch würde sie alles geben, um die Zeit noch einmal zurückdrehen & den Verlauf der Dinge ändern zu können. Sei es auch nur, um einen letzten Tag mit ihnen zu verbringen, ein paar wenige Stunden, bevor sie wieder mitsamt Raccoon City zu Asche zerfallen & vom Winde in die Vergessenheit getragen werden würden; nicht mehr, als ein schmerzlicher Splitter ihrer zerrütteten Erinnerung an eine bessere Welt.
Ein kaum hörbarer Seufzer entrang sich ihrer Kehle & es fiel ihr sichtlich schwer, neuen Mut zu fassen, heute mehr als sonst, doch Felicia’s Erklärung ließ sie aufhorchen. & dann, plötzlich … E R L E I C H T E R U N G.
❝ Keine Tests ? … wirklich ? Das soll hoffentlich kein Trick sein, um mich zu beruhigen oder gefügiger zu machen. Es wäre zumindest nicht das erste Mal, dass man mir etwas verspricht und es im Endeffekt nicht hält, nur um einen persönlichen Nutzen draus zu ziehen. ❞
Nicht, dass sie hier einen fünf Sterne Aufenthalt erwarten würde, oder gar sowas wie menschenwürdige Gepflogenheiten, dazu war sie schon viel zu lange hier, kannte die Routine, die Leute, welche sie tagtäglich umgaben, die rosarote Brille längst verblasst. Jedoch gab es durchaus Ausnahmen, Menschen, die zwar nur für den einen Zweck hier arbeiteten, doch freundlich waren, gar verständnisvoll & vertrauenswürdig. Felicia war eine von ihnen, & zum Glück war auch sie diejenige, die einen Großteil der Untersuchungen & Tests an ihr durchführte. Sie schien sie zu verstehen, naja, so gut das Verständnis nun einmal zwischen Wissenschaftler & Proband sein durfte oder konnte. Große Versprechungen konnten hier nie gemacht oder erwartet werden, das wusste sie, aber Kleinigkeiten, wie einen Tag OHNE Schläuche, Nadeln oder sonstigem Arztkram zu verbringen, wäre bereits mehr als sie sich zu erhoffen wagte.
Sie war skeptisch, nach wie vor, wollte der Frau aber das Vertrauen entgegenbringen, das sie von ihr erwartete, & wohl auch verdiente. Blieb nur zu hoffen, dass Sherry diese unglaubliche Naivität, jemandem über den Weg getraut zu haben, der sie lediglich als einen Mittel zum Zweck betrachtete, wie eine Art 'Versuchsratte im Laufrad’, deren Versorgung ihren Lebensunterhalt ausmachte, nicht doch noch bereuen würde …
Ein Nicken folgte, das Zeichen der Einwilligung, obgleich ihr so oder so nichts anderes übriggeblieben wäre. Eine Verweigerung würde nur mehr Leid bedeuten, die Lage unnötig verkomplizieren & das gewiss n i c h t zu ihrem Vorteil.
❝ Also gut. Wenn es nur eine gewöhnliche Untersuchung ist, dann fangen wir besser umgehend damit an. Wie … werden Sie verfahren, Doktor ? ❞
Sie schüttelte abermals den Kopf und schenkte ihrer Gegenüber ein aufrichtiges Lächeln, ihre Finger sich schon einmal selbstständig machend, um die nötigen Materialien zusammen zu suchen.
❝Nein, keine faulen Tricks, keine ‘aber’, keine unangenehmen Überraschungen, nichts dergleichen. Wir machen eine reine Routine Untersuchung, danach kannst du wieder gehen und deine Freizeit genießen.❞ , erklärte sie nüchtern, während sie eine der Schubladen öffnete und ein Stethoskop hervorzog, es sich um den Hals legte und danach einen der Holzstiele aus dem Gefäß nahe des Schreibtisches pflückte, so wie das Otoskop aus der Brusttasche ihres Kittels zum Vorschein brachte. Sie würde Wort halten, die Untersuchung nicht länger oder aufwändiger gestalten, als nötig. Darauf könnte sich Sherry zu hundert Prozent verlassen. Generell glaubte Felicia, dass sie, von allen anderen Angestellten hier, das GRÖßTE Vertrauen zu ihrer “Patientin” hatte aufbauen können.
❝Für den Anfang schauen wir dir erst einmal in den Halsraum, überprüfen Zunge, Rachen, Mandeln und so weiter. Also, Mund schön weit aufmachen und die Zunge hervorstrecken, bitte.❞