Just the beginning...
{[ 𝓫𝓲𝓵𝓵𝔂 ]}
Gedimmtes Licht und muffiger Geruch hing in der Luft. Etwas das so gar nicht zusammenpasste. Dieser Zug schien zwar im Stil vergangener Zeiten gehalten zu sein, jedoch brauchte es keinen Experten um zu erkennen das er frisch renoviert wurde. Zudem die äußere Beschaffenheit des Schienenfahrzeugs definitiv darauf hinwies das er nicht auf ein zweihundert Jahre altes, vergessenes Relikt gestoßen war. Andererseits… hatte er auch nicht wirklich darauf geachtet, aufgrund seiner Verfolger die definitiv nicht nur darauf aus waren ihn zu verhaften. Bedächtig und langsam waren seine Schritte mit welchen er vorsichtig und so leise wie möglich das Abteil betrat. Die Pistole in festem Griff erhoben, schweifte sein Blick auf das anscheinen leere Abteil. Vielleicht war der Zug aufgrund einer Panne zum Stehen gekommen und die Passagiere evakuiert worden? Zumindest wäre das die Erklärung welche jeder Logik entsprach. Aber warum lagen hier dann noch überall Gepäckstücke verteilt? Schritt für Schritt tastete sich der Schwarzhaarige durch das dunkle Abteil, darauf achtend nicht über irgendwelche am Boden liegenden Koffer und Taschen zu stolpern.
Bis ein leises Raunen die gespenstische Stille durchbrach.
Billy erstarrte sofort in seinen Bewegungen. Fokussierte seine Sinne auf das kleinste Geräusch. Ein leises Rascheln ertönte. Oder eher ein Schlurfen. Wieder ein Raunen. Direkt hinter ihm. Augenblicklich drehte er sich um und blickte in die blasse, eingefallene Gesicht eines… Menschen?! Erschrocken stolperte er zurück, unglauben sein Gesicht zierend. Das war unmöglich. Alles an diesem …. Ding…. wirkte wie aus einem Zombiestreifen.
Einen Moment lang zögerte er noch, ehe er seine Waffe vor sich hielt und kurz davor stand zu schießen. Doch er konnte nicht. Vergangene Bilder zogen vor seinem geistigen Auge vorbei und er zog es vor dieses Wesen mit einem herzhaften Tritt in die Magengrube von sich zu stoßen und sein Heil in der Flucht zu suchen. Zudem er sich sicher war das man den Schuß etliche Meilen weit hören würde. Wände hin oder her.
Duch die nächste Abteiltür huschend, fand er sich dann in einem neuen Wagon wieder, welcher wesentlich besser beleuchtet war. Dann allerdings abermals ein Geräusch. Dieses Mal eine Tür welche geöffnet wurde. Zögerlich… gefolgt von Schritten aber keinem Schlurfen. Hatte etwa einer seiner Wärter überlebt und war ihm hierher gefolgt? Vorsichtshalber, drückte er sich gegen eine Wand und lugte um die Ecke…gespannt was ihn nun erwarten würde….
I ᴄᴀɴ ʜᴀɴᴅʟᴇ ᴛʜis ᴏɴ ᴍʏ ᴏᴡɴ﹗
–𝒶𝓃𝒹 𝒹𝑜𝓃'𝓉 𝒸𝒶𝓁𝓁 𝓂𝑒 𝓁𝒾𝓉𝓉𝓁𝑒 𝑔𝒾𝓇𝓁 !
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Rebecca stand vor dem langen Waggon des stillgelegten Zuges, der Lauf der gezogenen Pistole zu Boden gerichtet, wohingegen der Leuchtkegel ihrer Taschenlampe die Silhouette des Transportmittels erhellte. Sie vermutete, dass es eines der letzten Abteile war, vielleicht das drittletzte, womöglich aber auch das vorletzte — so genau ließ es sich leider nicht einschätzen. Der Rest des Zuges wurde sowohl vorne, als auch hinten von den Kronen der Bäume verhangen & die drückend tiefe Dunkelheit, welche von feuchtem Nebel erfüllt war, machte die Sache nicht unbedingt einfacher. Aber, das machte auch keinen sonderlich großen Unterschied, denn WAS sich ihr schnell erschloss, war die Tatsache, dass der Waggon nicht abgeschlossen war & sie ihn somit problemlos betreten könne. Keines ihrer Teammitglieder befand sich in unmittelbarer Nähe, sie waren alle ausgeschwärmt & abseits der unheilvollen Stille, die lediglich vom wilden Gepeitsche des Windes begleitet wurde, war sonst nichts zu vernehmen. So sehr sie sich auch an den Gedanken klammern wollte, einfach Unterstützung anfordern zu können, weil es nun einmal ihre verdammte PFLICHT wäre, sich nun wieder auf die Hilfe anderer verlassen zu müssen, war ihr absolut zuwider. Sie wollte dieses Mal auf eigenen Beinen stehen, beweisen, dass sie tapfer & erfahren genug war, um eine solche Ermittlung alleine in die Hand zu nehmen, ganz ohne einem ‘ Babysitter ’. Nicht, dass sie von ihren Kollegen auf sexistischer Ebene benachteiligt wurde aber . . . verdammt, sie sollten sie ebenso wenig wie ein kleines Kind behandeln & die Samthandschuhe weglassen. Sie hatte diese Ausbildung immerhin genauso abgeschlossen, wie alle anderen auch vor ihr.
Die Rekrutin holte einmal tief Luft, fasste all ihren Mut zusammen & schob die Tür so weit auf, dass sie mit ihrem schmalen Körper durchschlüpfen könne. Bevor sie dies jedoch tat, warf sie einen vorsichtigen Blick hinein, inspizierte was auch immer sie mit ihrem Lichtkegel erwischen konnte & trat dann hinein. Mit einem Klick rutschte die Schiebetür zurück in das Schloss & Rebecca fand sich im trockenen wieder, denn gerade, als sie den Waggon betrat, setzte außerhalb ein rieselnder Regen ein. Die dunklen Wolken hatten nichts Gutes erahnen lassen — im schlimmsten Falle würde das in einem Unwetter enden. Umso wichtiger war es also, den Hubschrauber entweder wieder zum Fliegen zu bekommen, oder aber ein Rettungskommando anzufunken. So wie sie ihre Kollegen kannte, würden diese aber nicht eher ruhen, bis sie nicht einen einzelnen Hinweis auf das Verbleiben von diesem Flüchtigen Coen finden würden, oder aber etwas bezüglich der Morde, die in den Arklay Gebirgen stattfanden. Eben jener Grund, warum sie überhaupt erst hierher aufgebrochen waren. Verständlicher EHRGEIZ, doch während eines Unwetters nach Indizien zu suchen wäre genauso idiotisch wie ein Griff in eine defekte aber dennoch geladene Steckdose. Aber, wie auch immer; sie würde sich fügen müssen, denn immerhin war sie NUR ein Rookie & die hatten bekanntlich nur sehr wenig zu melden. Insbesondere, wenn es der allererste Feldeinsatz war.
Sie hatte sich noch nicht lange in dem Abteil befunden, doch was ihr sofort auffiel, war der beißend modrige Geruch, der in der stickig-staubigen Luft lag. Fast so, als hätte man Fleisch zubereiten wollen, welches längst das Verfallsdatum überschritten hatte. Es war unangenehm & die Atmosphäre des stillgelegten Waggons war äußerst beklemmend, denn auf all den Passagierssitzen war weit & breit keine Menschenseele zu entdecken. Lediglich Gepäck & andere Wertsachen lagen entweder unter, neben den Sitzen oder verstreut auf dem vom Teppich drapierten Gang herum. Kein Mucks war zu hören, nur das leichte Prasseln des Regens, der gegen die Fensterscheiben fiel. Rebecca schluckte ihren aufkeimenden Unmut & die Reue, diesen Zug jemals betreten zu haben, doch für einen Rückzieher war es nun ZU SPÄT. Was sie angefangen hatte, sollte sie auch beenden. Außerdem könnte hier jemand sein, der vielleicht ihre Hilfe benötigte, der bewusstlos war & medizinische Behandlung beanspruchte. Mutig tätigte sie den ersten Schritt auf die gereihten Sitze zu, inspizierte sie genauestens, scannte die Umgebung mit ihrer Taschenlampe ab — es waren keine Besonderheiten zu erkennen. Somit wäre der Check des ersten Waggons abgehakt & sie könne ins nächste Abteil vordringen. Die Tür schien ebenfalls offen zu sein, weshalb sie nicht weiter zögerte & hindurchschritt. Anders als das Abteil zuvor war dieses von einem, wenn auch sehr schwachen Licht erhellt, sodass sie die Taschenlampe vorerst wegstecken konnte. Was ihr als nächstes auffiel, war das statische Rauschen eines Radios, durch welches immer mal wieder die Fetzen einer murmelig männlichen Stimme hindurchbrachen. Was gesprochen wurde, konnte sie jedoch leider nicht identifizieren.
❛ Hallo ? Ist irgendwer anwesend ? Ich bin vom Special Tactics And Rescue Service, kurz ‘ S.T.A.R.S. ’. Sollte also jemand hier sein und dringend Hilfe benötigen, soll er sich bitte zeigen ! ❜
Sie lauschte in den Raum hinein, versuchte sich auf alles zu konzentrieren, das nicht von dem Radio ausging, & spürte, wie es ihr ins Mark fuhr, als dieses klebrig, lustlose Schmatzen ertönte. Es klang menschlich . . . & doch fremdartig, wie sie es noch nie zuvor vernommen hatte. Der Anblick, der sich ihr anschließend bot, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren; ein Mann, wohl mittleren Alters, erhob sich vom Sitz, seine Haut kreideblass, seine Augen glasig & leer — doch wäre das nur das Einzigste, merkwürdige an seiner Erscheinung gewesen. Mehrere Fleischwunden übersähten seinen z e r f r e s s e n e n Körper, die Kleidung war rissig, als wäre sie von jemandem — oder ETWAS — zerkratzt worden, & an seiner Wange zeichnete sich ein eitrig klaffendes Loch ab, welches sich bis zu den Zähnen durchgefressen hatte. Er trug lediglich mehr einen Schuh & an seiner rechten Hand konnte sie fehlende Finger feststellen. Trotz alledem war er irgendwie ‘ lebendig ’, taumelte auf sie zu, als wäre er wie in Trance, die Arme in ihre Richtung ausgestreckt, nach ihr tastend, geifernd.
‘ Oh mein Gott … ! ‘
Rebecca war wie paralysiert, übermannt von dem fauligen Geruch sterbenden Fleisches, als auch von der Abnormität dieser ‘ Kreatur ’, die sich ihr langsam aber stetig näherte. Was zur Hölle war hier geschehen? Wie konnte dieser Mensch — dieses DING — sich überhaupt noch bewegen, geschweigeden am Leben sein, ohne sich vor Schmerzen zu krümmen oder komplett gelähmt zu sein? Sie wusste, dass sie reagieren musste, doch das WIE war die andere Frage. Sollte sie versuchen, mit diesem Wesen zu interagieren oder doch besser gleich in den Angriff übergehen? Denn egal was es nun genau war, es schien jeglicher Menschlichkeit beraubt worden zu sein.
❛ Bitte, Sir . . . wenn Sie mich verstehen können, dann bleiben Sie augenblicklich stehen und . . . und kommen Sie keinen Schritt näher ! A-andernfalls sehe ich mich gezwungen, zu schießen ! ❜
Ihre Warnung stieß auf taube Ohren — & als wäre das nicht schon schlimm genug gewesen, bemerkte sie nun eine weitere Geräuschquelle, und zwar direkt HINTER IHR. Ein weiterer, zerfressener Körper hatte sich aus einem Eck erhoben & wankte stöhnend in ihre Richtung, getrieben von einem animalischen Instinkt, der fern ihres Einschätzungsvermögens lag. Sie wusste nur eines; sie war eingekesselt & die Chance, hier lebend herauszukommen, schwand mit jeder Sekunde! Ihre Finger zitterten wie Espenlaub, als sie ihre Waffe erhob, doch wen sollte sie zuerst unter Beschuss nehmen? Sollte sie überhaupt schießen? Ihre Warnung wurde eindeutig ignoriert also hätte sie jedes Recht dazu — aber könnte sie denn abdrücken? Selbst unter solchen Umständen? Immerhin hatte sie bislang noch nie auf etwas geschossen, dass sich abseits der Schießanlage befand & nicht die Form einer Zielscheibe aufwies.
{ Ich habe noch nie auf jemand lebendiges geschossen . . . aber, kann man DAS denn noch ‘ lebendig ’ nennen ? }
Würde sie länger zaudern, würde sie hier & heute Nacht, auf ihrer allerersten Auswärtsmission, ihr ENDE finden, zusammen mit den laufenden Kadavern. & keiner würde sie je wiederfinden.
, . . . wenn denn etwas von ihr übrig bliebe!
















