Thanks Clara - amongst many strong women
Die junge Clara Eißner wurde 1857 in Sachsen geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Die Tochter des Dorflehrers und einer Hausfrau konnte durch die Beziehungen der Mutter als eine der ersten deutschen Frauen eine Lehrerinnenausbildung erhalten und besuchte Seminare der Frauenrechtlerin Auguste Schmidt in Leipzig. Dort traf sie auf eine Gruppe sozialistischer Studierender und ihren späteren Lebensgefährten Ossip Zetkin, dem russischen Revolutionär und Sozialist, dem sie bald nach ins Exil nach Paris folgen sollte.
Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale in Paris referierte sie als Mitorganisatorin und Sprecherin über die proletarische Frauenbewegung. Zetkin avancierte auch bald zu einer der Leitfiguren in der wachsenden proletarischen Frauenbewegung in Deutschland. Ihre Forderungen gingen über die der bürgerlichen Frauenbewegung hinaus: Sie kämpfte für das Frauenwahlrecht und setzte sich für Frauenerwerbsarbeit bei gleichzeitiger gewerkschaftlicher Organisation ein, forderte gleichen Lohn für gleiche Arbeit, plädierte für die Teilung der Familien- und Hausarbeit zwischen Männern und Frauen, war für die Abschaffung des §218 und befürwortete das Recht auf freie Liebe ohne ehelichen Zwang.
Zetkin initiierte ab 1900 parallel zu den SPD-Parteitagen Frauenkonferenzen, die heftig von der sozialdemokratischen Führung kritisiert wurden. Während des 1. Weltkrieges organisierte sie in Bern eine Internationale Sozialistische Frauenkonferenz, wofür sie eine viermonatige Haftstrafe bekam. Als die Führungsspitze der SPD im August 1914 schließlich sogar Kriegskredite bewilligte, trat Zetkin aus der Partei aus und gründete mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht u.a. die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD). Später wurde sie Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), für die sie 1920 bis 1933 Mitglied des Reichstags war. Im August 1932 eröffnete die 75jährige Zetkin als Alterspräsidentin den neugewählten Reichstag mit ihrer berühmt gewordenen Rede, in der sie für eine Einheitsfront gegen den drohenden Faschismus plädiert.
“In diesem Kampf gilt es zunächst und vor allem, den Faschismus niederzuringen, der mit Blut und Eisen alle klassenmäßigen Lebensäußerungen der Werktätigen vernichten soll, in der klaren Erkenntnis unserer Feinde, daß die Stärke des Proletariats am allerwenigsten von Parlamentssitzen abhängt, vielmehr verankert ist in seinen politischen, gewerkschaftlichen und kulturellen Organisationen.“
Heute mehr denn je erringen Frauen Selbst- und Gemeinschaftsbewusstsein. Es entstehen Frauengruppen, Zusammenschlüsse und Empoweringstrukturen. Denn das Bewusstsein unter struktureller und gesellschaftlicher Ungleichbehandlung zu leiden wächst bei vielen; angefangen bei Lohn der Erwerbsarbeit, Vergabe von Leitungspositionen, prekärer Beschäftigung, Hausarbeit und Kindererziehung, dem Druck unter dem Mütter stehen, Frauen, die keine sind und die vielen die traditionell Angehörige pflegen. Und gerade diese Ungleichheiten führen schließlich zu Altersarmut. Daher auch BGE, gerade und besonders zur besseren Absicherung von Frauen! Und big up an all die Frauengruppen, die soviel tun, damit wir erstmal sichtbar werden <3 Und all die Menschen, die unsere Kämpfe unterstützen; für ein besseres, faireres, toleranteres Leben für die gesamte Gesellschaft.
Text zu Clara Zetkin via maedchenmannschaft - http://maedchenmannschaft.net/wer-war-die-erfinderin-des-frauentages-clara-zetkin/











