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vor er weile hab ich ein paar dieser epaper tags gekauft, die in supermĂ€rkten auch als preisschiilder benutzt werden. ich finde es nĂŒtzlich vor der wohnungtĂŒr nochmal ĂŒber das aktuielle datum und die wetterlage informiert zu sein. weniger nĂŒtzlich, aber ich fands witzig: ich habe einen tag zum kalenderspruch anzeiger erkoren. den ganzen dezember hab ich mir fĂŒr jeden tag einen spruch oder witz ausgedacht oder ĂŒber chuck norris geschrieben. im januar fiel mir nichts mehr ein, der tag blieb leer.
dann auf die idee gekommen, dass chatgpt das ja auch automatisch in der Nacht machen kann. hat einerseits noch luft nach oben, aber andererseits: nicht schlecht.
das ist der promt:
Du sollst einen Kalenderspruch oder Hinweis fĂŒr einen E-Paper Display entwerfen. Der Display ist so konfiguriert, dass er oben eine etwas grössere, rote Ăberschrift hat, die bis zu 12 Zeichen LĂ€nge haben kann. Darunter hat kurzer Fliesstext Platz, der bis zu 60 Zeichen lang sein kann. Es gibt auch Platz fĂŒr ein optionales Icon. Du sollst nun KalendersprĂŒche, Witze, Anmerkungen, Frechheiten, Graffiti oder KlosprĂŒche entwerfen, die mit diesen Restriktionen auf den begrenzten Platz passen. Die SprĂŒche können ruhig derb oder sarkastisch sein, mĂŒssen es aber nicht. Gegen FĂ€kalhumor haben wir auch nichts. Vermeide Ăberschriften die den Text zusammenfassen oder kategorisieren, die Ăberschrift und der Text sollten harmonisch zusammenspielen. Antworte ausschliesslich mit strukturiertem plain json im fomat {"title": "Meine Ăberschrift","text": "Dies ist ein Beispiel fĂŒr einen FlieĂtext. Hier können beliebige Inhalte eingefĂŒgt werden.","icon":"MDI icon ohne den String mdi:"}
kristof
mit kristof habe ich meine gesamte kindheit verbracht. kristofs schwester anja war auch ab und zu dabei, aber sie war ein mĂ€dchen und ein paar jahre Ă€lter als kristof und ich â also quasi von einem anderen planeten. richtig mit ihr befreundet habe ich mich erst viel spĂ€ter. kristof und ich waren von anfang an beste freunde. als wir uns zum ersten mal begegneten, wir waren wohl so um die drei jahre alt, wollte ich ihn gleich knuddeln, warf ihn aber ausversehen zu boden. wir waren uns eigentlich nicht besonders Ă€hnlich. kristof war feingliedrig und zart, ich war ein krĂ€ftiger brocken, wie frisch in den zaubertrank gefallen. ich erinnere mich nicht, diese körperliche ĂŒberlegenheit jemals ausgespielt zu haben, ausser ausversehen, bei unserer ersten begegnung. ich erinnere mich noch nicht mal daran, dass wir uns jemals gestritten hĂ€tten, aber da kann mich meine erinnerung auch trĂŒgen.
wir waren in unseren ersten zehn, zwölf lebensjahren sehr viel zusammen. unsere mĂŒtter waren beste freundinnen und sie teilten sich unsere betreuung untereinander auf und liessen uns von einem kindermĂ€dchen hĂŒten, das eigentlich die haushĂ€lterin von kristofs eltern war (und mich in angst und schrecken versetzte).
kristof hatte eine ganz besondere fÀhigkeit. wenn er hinfiel, tat er sich weh. und er fiel sehr oft hin. er war auch sehr mutig und kletterte gerne auf bÀume, eine tÀtigkeit die ich mir schon als kind verbot, weil ich vorsichtig schon als schisser geboren wurde.
weil kristof gern auf bĂ€ume kletterte, fiel er auch oft von bĂ€umen runter, er schlug sich stĂ€ndig das gesicht auf und wurde regelmĂ€ssig ins krankenhaus gefahren, um dort âgenĂ€hntâ zu werden. als meine mutter einmal beim abendessen erzĂ€hlte: âkristof ist in einen stacheldrahtzaun gefallenâ hiess es nicht: âoh je!â oder âder Ă€rmste!â, sondern: âecht? schon wieder?â
ich teile unglaublich viele kindheitserinnerungen mit kristof: weitpinkeln am kroatischen strand (das mysteriöserweise anja gewann), heuernte im garten seiner eltern, pilzesuchen im wald, bonanza gucken und wie wir einmal ein milch-wetttrinken veranstalteten: am ende des wetttrinkens stĂŒrmte kristof aus der kĂŒche ins wohnzimmer, strahlte seine mutter an und rief: âmutti, ich habâ gerade einen liter milch getrunken!â â und ĂŒbergab sich am ende des satzes.
wir wuchsen im wahrsten sinne des wortes zusammen auf, gingen zusammen in den kindergarten, die grundschule und den hort. wir klebten zusammen wie pech und schwefel, terrorisierten andere kinder und trieben unsere kindergĂ€rtnerinnen, betreuerinnen und lehrerinnen zur verzweiflung. eigentlich, glaube ich, mochten uns unsere betreuerinnen im kindergarten und hort ganz gerne. ich kann mich zumindest daran erinnern, dass ich im hort öfter auf frau pelikans schoss sass, wĂ€hrend sie und ihre kolleginnen im personalraum HB-zigaretten rauchten. als ich da so sass, beschloss ich, wenn ich erwachsen wĂ€re, wĂŒrde ich auch HB rauchen. ich fand rauchen damals ziemlich toll. warum kristof und ich mit rauchenden hort-betreuerinnen im personalraum sassen, weiss ich nicht mehr. in der rĂŒckschau vermute ich, um uns von den anderen kindern zu trennen und uns daran zu hindern, grausamen kinderscherze mit ihnen zu machen.
meine mutter erzĂ€hlte mir, dass sie und kristofs mutter regelmĂ€ssig zu gesprĂ€chen in den kindergarten und den hort eingeladen wurden, um die probleme die wir verursachten zu besprechen. auch das ist mir in der rĂŒckschau unerklĂ€rlich, denn kristof und ich waren eigentlich schĂŒchterene, zurĂŒckhaltende kinder.
nach der grundschule und dem hort gingen kristof und ich auf verschiedene weiterfĂŒhrende schulen und sahen uns etwas seltener. wir sahen uns noch, wenn sich unsere eltern gegenseitig besuchten, ĂŒbernachteten weiterhin im haus des jeweils anderen und fuhren auch ein paarmal gemeinsam in den urlaub. langsam aber sicher bildeten sich aber neue freundeskreise und die ĂŒberschneidungen unserer lebenswirklichkeiten wurden langsam weniger.
wir waren beide keine asse in der schule, mein deutschlehrer empfahl meiner mutter, mich eine handwerkliche lehre machen zu lassen, statt mich weiterhin auf dem gymnasium zu ĂŒberfordern. meine mutter liess sich nicht von lehrern beirren und behielt mich auf dem gymnasium. kristofs eltern gaben dem druck wohl irgendwann nach und liessen ihn, nach ein paar jahren gymnasium, auf die hauptschule gehen.
zu dem zeitpunkt fragmentierte sich unsere freundschaft so sehr, dass ich solche neuigkeiten nicht mehr von kristof selbst erfuhr, sondern sie mir von meiner mutter erzĂ€hlen liess. ĂŒber meine mutter war ich bestens informiert ĂŒber kristofs lebenswege, auch ohne direkten kontakt. ĂŒber meine mutter erfuhr ich irgendwann, dass kristof jetzt eine lehre in einem metallverarbeitenden betrieb angefangen hĂ€tte. dann erfuhr ich, in wechselnder reihenfolge, dass er dort rausgeflogen sei, spĂ€ter wieder dort angefangen hĂ€tte und irgendwann spĂ€ter wieder rausgeflogen sei. ich hörte das kristof kiffte, zu viel kiffte, und sich wohl auch beim dealen hatte erwischen lassen. in den erzĂ€hlungen meiner mutter entwickelte sich kristof langsam zu einem problemjugendlichen. weil ich die schule auch scheisse fand und pubertierte, hatte ich auch alle möglichen probleme, aber weil ich ein schisser war und angst vor grösseren problemen hatte, gab ich mir mĂŒhe meine probleme klein zu halten. ich fing an, das mit dem kiffen auch mal auszuprobieren, aber weil ich so eine angst davor hatte, dass das kiffen zu einem grösseren problem werden könnte, halluzinierte ich nicht, sondern paranoisierte und kotzte vom kiffen. ich liess das dann schnell wieder sein und versuchte immer wieder, auch in der schule, auf einen grĂŒnen zweig zu gelangen, um nicht auch eine lehre anfangen zu mĂŒssen.
ĂŒber die jahre kreuzten sich die wege von kristof und mir noch ein paar mal direkt und indirekt, so hatte er, als ich in als austauschschĂŒler in amerika war, eine etwas lĂ€ngere affĂ€re mit meiner besten freundin und grossen ex-liebe gita â und er lernte meinen besten jugendfreund, den pöhler kennen.
auch von der bekanntschaft von kristof mit dem pöhler erfuhr ich lediglich indirekt, ĂŒber gita und meine mutter. die beiden wohnten zusammen, kifften ein bisschen zu viel und experimentierten wohl auch mit hĂ€rteren drogen â das vermutete zumindest kristofs mutter, wie ich ĂŒber den stille-post-flurfunk zuhause erfuhr.
als ich aus amerika zurĂŒckkam und in eine andere stadt zog, schienen sich die probleme von kristof potenziert zu haben. er hatte keine abgeschlossene ausbildung, keinen schulabschluss, war, abgesehen von gelegentlichen versöhnungen, mit seinen eltern zerstritten. gita hatte auch keinen kontakt mehr mit ihm. gelegentlich half er wohl noch in dem metallverarbeitenden betrieb aus, in dem er seine ausbildung mehrfach abgebrochen hatte und baute, wĂ€hrend ich in amerika war, an der wendeltreppe in unserem neuen haus in heinsberg mit. so hatte ich zwar keinen kontakt mehr mit kristof, aber dafĂŒr in dem haus in dem ich wohnte eine stahl-wendeltrepe, an der kristof mitgebaut hatte.
in den folgenden jahren machte ich dann auch eine handwerkslehre (schreiner) und ein studium (architektur) und zog spĂ€ter nach berlin. die indirekten nachrichten aus kristofs leben wurden in dieser zeit immer unerfreulicher. vor etwas 18 jahren gab es dann aber wohl eine wende. ich erfuhr, dass er eine frau kennengelernt hĂ€tte und mit ihr einen sohn hĂ€tte. ausserdem sei er jetzt wohl âcleanâ. dass er in den jahren zuvor nicht besonders âcleanâ war, konnte ich selbst nur einmal, auf der beerdigung seiner oma beobachten. da tauchte er selbstzufrieden grinsend und aufgedunsen auf und rief mir zu, dass ich ja ganz schön aufgedunsen sei. damit hatte er eindeutig recht (selbstzufrieden und aufgedunsen war ich auch), besorgniserregend war aber, dass nicht nur sein körper und sein gesicht aufgedunsen waren, sondern auch seine hĂ€nde stark geschwollen. einige seiner zĂ€hne waren nicht mehr ganz vollstĂ€ndig und er sah nicht besonders gesund aus. aber jetzt, so hörte ich, solle alles ganz anders geworden sein.
ich liess mir regelmÀssig erzÀhlen, dass er ein liebevoller vater sei, insbesondere sein umgang mit dem zweitgeborenen sohn, der das down-syndrom hatte, sei freudlich, geduldig und nachsichtig, was ein angenehmer kontrast zu seiner frau sei, die sehr viel strenger und weniger nachsichtig mit den kindern umginge.
beinahe zwanzig jahre nachdem ich ihn zum letzten mal gesehen hatte, entschloss ich mich, kristof wieder mal zu treffen. ein paar tage vor unserer verabredung musste kristof ins krankenhaus, weil seine rechte hand so stark angeschwollen und entzĂŒndet war, dass gefahr bestand, kristof könne seine rechte hand verlieren. es zeigte sich, dass er wohl in den letzten jahrzehnten eher nicht so âcleanâ war, sondern eher ein funktionierender und einigermassen sozial integrierter junkie. an seinem körper fanden sich kaum noch funktionierende venen, in die er heroin spritzen konnte, deshalb nutze er wohl vor allem seine rechte hand (er ist linkshĂ€nder).
als ich ihn traf, kam er relativ frisch aus dem krankenhaus, die hand war abgeschwollen, aber immer noch grotesk dick, aus einem weissen verband ragten sehr stark geschwollene, blau-rot verfĂ€rbte finger. er war wieder etwas schlanker als auf der beerdigung seiner oma (ich hatte weiter zugenommen). sein gesicht wirkte zerschunden, wohl auch wegen der vielen kindheitsnarben, aber nicht mehr aufgedunsen. seine hellen blauen augen wirkten genauso wach und freundlich, wie vor ĂŒber 30, 40 jahren. von den meisten seiner zĂ€hne, waren nur noch braune stĂŒmpfe ĂŒbrig. vor dem relativ kleinen haus, in einem dörflichen vorort von aachen, stand ein relativ neuer mercedes, das haus hatte kristof kĂŒrzlich gekauft, mit einem darlehnen und etwas aus der verwandschaft zusammengekratzten eigenkapital. das haus hatte hinten raus einen kleinen garten und wirkte sehr aufgerĂ€umt, obwohl kristof gerade die kĂŒche renovierte.
das haus gefiel mir gut, kristof erzĂ€hlte mir von seinen renovierungs und umbauplĂ€nen, ich lobte seine plĂ€ne und sein haus und die einrichtung. mir gefiel das haus wirklich, auch wenn ich vor meinem 80ten lebensjahr nie wieder in einem vorort von aachen oder in aachen selbst leben möchte. der kleine sohn mit down-syndrom war unfassbar niedlich, aber auch irre anstrengend und wuselig. der Ă€ltere sohn verbarg hinter seiner jugendlichen schĂŒchternheit eine beeindruckende auffassungsgabe. ich teste die auffassungsgabe von menschen (leider) stĂ€ndig, indem ich mit wortspielen und witzen mit wechselnder subtilitĂ€t um mich werfe und dann prĂŒfe, wer meine witzchen versteht oder zu dechiffrieren vermag. zu meinem erstaunen konnte der Ă€ltere sohn sie alle verstehen â aber kristof auch. noch erstaunlicher fand ich, welche verantwortung der Ă€ltere fĂŒr das jĂŒngere kind ĂŒbernahm, sich kĂŒmmerte, dem kleinen hinterherlief oder grenzen aufzuzeigen versuchte. es wirkte, als hĂ€tte der kleine drei elternteile, die sich um ihn kĂŒmmerten. noch deutlicher wurde das auf einer familienfeier, zu der auch kristofs familie eingeladen war. auch hier passte der Ă€ltere fast stĂ€ndig auf den jĂŒngeren auf. man bemerkte die last, die auf dem Ă€lteren lag, aber auch kristofs bemĂŒhen, ihm teile diese last zu nehmen. der umgang von kristof und seinem Ă€lteren wirkte sehr herzlich, vertraut und liebevoll, ebenso wie mit dem jĂŒngeren. ich musste mich vorbehaltslos den beobachtungen meiner mutter anschliessen.
nach der hausbesichtigung verliessen kristof und ich das haus und die familie, und fuhren in ein café um uns etwas ruhiger unterhalten zu können.
kristof erzĂ€hlte von seinem leben der letzten 20 jahre und meinte, dass er ziemliches glĂŒck gehabt hĂ€tte. er meinte natĂŒrlich, dass er glĂŒck hatte, nie erwischt worden zu sein und keine schwereren gesundheitlichen schĂ€den davon getragen zu haben. und er meinte natĂŒrlich auch, dass er noch lebte. ich sass kristof gegenĂŒber und stellte ihn mir als glĂŒcklichen menschen vor. sein geschundener körper, sein behindertes und sein ĂŒberfordertes kind belasteten ihn nicht, im gegenteil, alles was ich sah und was er erzĂ€hlte deutete darauf hin, dass er sich seiner verantwortung bewusst war und sich ihr auch stellte, so gut er konnte. ich hatte den eindruck, dass seine sucht dem einsatz fĂŒr seine kinder nicht im weg stand. das was er mir von den problemen seines Ă€ltesten in der schule erzĂ€hlte, erinnerte mich an den umgang meiner mutter mit meinen lehrern: kompromisslos auf der seite des eigene kindes stehen, nicht vor der vermeintlichen autoritĂ€t der lehrer kuschen, die argumente der lehrer sauber zerpflĂŒcken, wennâs nötig ist, und prĂ€senz zeigen.
ich sah, dass kristof mit dem leben mehr zu kĂ€mpfen hatte als ich â ich hatte ja auch stets versucht meine probleme klein zu halten â aber trotzdem wirkte kristof auf mich zufrieden.
zehn jahre nach unserem treffen in aachen, heute am 8. juni 2024, schrieb mir meine mutter, dass kristof heute nacht gestorben sei.
wie immer wenn mich nachrichten von todesfĂ€llen mir sehr nahe stehender menschen erreichen, weigere ich mich das zu glauben. selbst wenn ich dann auf der beerdigung bin, halte ich das ganze immer noch fĂŒr einen irrtum, ich denke dann, kann ja nicht sein, dass dieser mensch wirklich weg ist, weil es ja noch menschen gibt, die diesen menschen noch brauchen.
blut ist dicker als wasser?
manchmal kann man im fernsehen noch was lernen. in folge vier der dritten staffel sweet tooth auf netflix gibt es eine szene als die figur helen zhang den spruch âblut ist dicker als wasserâ sagt, um darauf hinzuweisen, dass teil einer familien zu sein fĂŒr stĂ€rkeren zusammenhalt sorgt als alles andere. die figur bear behauptet das sei umgekehrt und dass die eigentliche bedeutung des wassers das fruchtwasser der mutter sei und das blut, das blut gemeinsamer kĂ€mpfe sei. sie sagt zhang habe es genau falschrum.
egal ob das nun stimmt, finde ich das eine schöne analogie. man findet im internet viele hinweise auf diese interpretatiosnweise, zum beispiel auf quora:
Over time the âblood is thickerâŠâ adage has changed dramatically; a total reversal. The original saying was, âthe blood of the covenant is thicker than the water of the womb.â The reference to âblood of the covenantâ is to a blood oath. Yes, real blood was used to swear fealty. The water of the womb is the sibling relationship. An oath is a stronger bond than sharing a mother.
wenn man irgendwem im internet oder auf quora nicht vertrauen möchte, auch die wikipedia weist auf die arabische version des spruchs hin:
H.C. Trumbull contrasts the expression with a comparison of blood and milk in the Arab world:
We, in the West, are accustomed to say that "blood is thicker than water"; but the Arabs have the idea that blood is thicker than milk, than a mother's milk. With them, any two children nourished at the same breast are called "milk-brothers," or "sucking brothers"; and the tie between such is very strong. [âŠ] But the Arabs hold that brothers in the covenant of blood are closer than brothers at a common breast; that those who have tasted each other's blood are in a surer covenant than those who have tasted the same milk together; that "blood-lickers," as the blood-brothers are sometimes called, are more truly one than "milk-brothers," or "sucking brothers"; that, indeed, blood is thicker than milk, as well as thicker than water.[16]
hundesprech
mit frida gehen wir viermal tÀglich raus. morgens eine grosse runde, meisten mit mir, und nachmittags eine weitere grosse runde, meistens mit der beifahrerin. zwischendurch eine kleine pinkelrunde mittags gegen 14 uhr und vorm schlafengehen geht frida auch gerne nochmal pinkeln und das revier inspizieren.
gelegentlich, wenn die abendliche kleine runde etwas frĂŒher ausfiel, oder frida spĂ€ter am abend nochmal munter wird, kommt sie zu mir und fragt mich, ob wir nochmal rausgehen. ich bin jedes Mal erschĂŒttert, wenn ich ihr in meiner sprache sage: ânee, wir gehen jetzt nicht mehr raus âŠâ, dass sie das dann versteht, umdreht und sich zum schlafen hinlegt.
sollte es tatsÀchich dringend sein, mit dem rausgehen, und nicht nur eine laune, merkt man das allerdings auch, dann fragt sie weiter und insistiert.
john sugar
ich mag sugar nach 3 folgen sehr. colin farrell sieht ein bisschen aus wie ein junger alter arnold schwarzenegger (schrankfarbene haare, bisschen steif oben rum), die gar nicht mal so subtilen referenzen an die film- und fernsehgeschichte passen irgendwie, das ensemble ist solide und ziemlich karÀtig und die geschichte wunderbar verwoben und zieht einen mit jeder folge tiefer rein.
âiâm still very curious about itâ
fury road und furiosa fand ich beide super und je mehr interviews ich mit george miller sehe, desto superer finde ich ihn. und man sieht, alter spielt nicht wirklich eine rolle, wenn man es schafft seine neugierde zu bewahren und den wandel, der uns alle umgibt, freudig begrĂŒsst.
Hallo, Hallo!
mein vortrag auf der republica 2024
jetzt auch im republica-youtube-kanal.
sehr spannend was adam cole (und cleo abrams) hier ĂŒber das hundegehirn erzĂ€hlen. ich hatte in meinem republica-dings ja rumspekuliert, dass die hundenase wie ein zweites paar augen sei.
klar ist, dass hunde sehr viel mehr riechzellen haben (ca. faktor 25) und dass der anteil des hundehirns, der sich ums riechen kĂŒmmert, sehr viel grösser ist (ca. faktor 67).
aber was man (unter anderem) in dem video von adam cole sieht: die signalwege vom âriechhirnâ fĂ€chern sich im hundegehirn sehr viel mehr auf, reichen also in viel mehr hirnareale, als beim menschen.
aber vor allem verbinden diese signalwege beim hund das riech- und das seh-zentrum, den okzipitallappen.
das heisst, dass das riechen beim âsehenâ der hunde in jedem fall eine rolle spielt. wenn man drĂŒber nachdenkt wie unsere sicht auf die welt entsteht, durch chemische reaktionen in millionen von lichtempfindlichen zĂ€pfchen auf unserer netzhaut, die unser gehirn dann âkorrigiertâ und zusammensetzt, dann kann man sich auch gut vorstellen, dass das auch mit zusĂ€tzlichen signalquellen funktionieren könnte. so wie wir unsere sicht mit einem schmalen spektrum des sichtbaren lichts um farben ergĂ€nzen, so wie wir sprache nicht nur akkustisch wahrnehmen, sondern auch visuell (schrift, zeichensprache), so augmentieren hunde dann ihre sicht auf die welt mit gerĂŒchen.
so wie wir âhinguckenâ, können hunde âhinriechenâ.
in dem zusammenhang vielleicht auch interessant: das aktuelle veritasium-video, das auch ums sehen geht, vor allem die erstaunlichen fÀhigkeiten von springspinnen.
mein republica-vortrag, selbstaufgezeichnet
ich hab meinen republica-vortrag eben nochmal selbst aufgezeichnet. die original-aufzeichnung erscheint sicher irgendwann in den nĂ€chsten tagen, aber ich wollte eben auch mal ausprobieren ob und wie das so funktioniert. keine ahnung ob die #rp24-aufzeichnung auch so ⊠hmm âŠÂ monoton rĂŒber kommt, aber so kling ich halt wenn ich sachen erzĂ€he, die ich mir vorher ĂŒberlegt habe.
auch die letzte staffel discovery fand ich irre schlecht, zu viel pathos und naostalgie.08/15 handlung, zu wenig bis kein comic relief. immerhin bin ich wĂ€hrend der republica drauf gekommen, warum es in star-trek keine toiletten (zum raum schiffen) gibt: der darm und blasen-inhalt wird (natĂŒrlich) rausgebeamt.
auch schön: den republica rp24 foto stream auf flickr mit den pfeil-tasten durchklicken: https://www.flickr.com/photos/re-publica/
reaktionen auf mein #rp24 dings
hier versuch ich mal erwÀhnungen, bzw. reaktionen auf meinen vortrag auf der republica zu sammeln. weils geht.
Attached: 2 images Schön zusammengefasst, wie ich leben möchte @[email protected] in seinem Talk auf der #rp24 (Von âSei kein A*â hab ich kein Fo
Attached: 1 image #rp24 @[email protected] als Warm-Up fĂŒr die Closing Ceremony. Es geht alles gut aus. Ganz sicher! âHunde sind auch nur Mensc
keine re:publica ohne @diplix! rp24
âWie man in den Hund hineinruft, so schallt es heraus, sagt man ja auch.â Sehr viel Liebe fĂŒr den Abschluss vor dem Abschluss von @diplix
âIn den achtziger Jahren waren wir auch ohne Internet frustiert.â @diplix auf der @re_publica in seinem Vortrag ĂŒber Learnings fĂŒr uns Mens
Hunde sind auch nur Menschen mit @diplix :-) rp24
Der @diplix liefert auf der @re_publica vielleicht den warmherzigsten Vortrag â er spricht ĂŒber seinen Pudel Frida und was wir von Hunden le
Dieser Beitrag wird im Laufe des Tages mehrfach aktualisiert. Was heute schön war. Geschlafen wie ein Stein. Aufgewacht gegen 5 Uhr, der Kra
Kurz nach 5:00 Uhr morgens, bereits hellwach. Ich ging hinunter zur Rezeption und kaufte mir eine Flasche Wasser. Als ich wieder hoch kam, h
Herr Rau schrieb:
Der Inhalt der Sessions ist sehr unterschiedlich und hĂ€ngt von den Vortragenden ab. Da kann [âŠ] ein Internet-Urgestein eine PrĂ€sentation halten dazu, was es von seinem Hund Frida gelernt hat. (Und das war eine sehr gute Session!)
republica, tag 1
erster eindruck, alles so wie frĂŒherâą. mit der location an der hoppe tosse im letzzten jahr hab ich ein bisschen gefremdelt, zurĂŒck in der station fĂŒhlt sich das alles wieder vertraut an. zweiter eindruck: wir sind sehr grau geworden, zumindest die, die das seit 15 oder 17 jahren mitmachen. andererseits laufen auch sehr, sehr viele sehr junge menschen auf dem gelĂ€nde rum, das tut der veranstaltung gut.
das erste panel âverloren auf plattformenâ war dann auch sehr nostalgisch: âfrĂŒher war alles viel twitterâ. alle was auf dem panel gesagt wurde stimmte, war aber weder ĂŒberraschend noch ĂŒbermĂ€ssig erhellend. ja, bloggen funktioniert auch heute noch (patricia cammarata), twitter ist kaputt, toxisch und voll mit rechtem mĂŒll (einigkeit bei allen, auch im publlikum), reichweite ist quatsch und ein trugbild, es sollte mehr um substanz gehen (dirk von gehlen), katharina nocun findet twitter toxisch und simon hurtz erklĂ€rte dass er nach wie vor RSS intensiv nutzt und fĂŒr unentbehrlich hĂ€lt (dito).
mir liess das panel genug raum fĂŒr eigene gedanken und weil patricia das 10 jahre zurĂŒckliegende reclaim-projekt erwĂ€hnte, dachte ich auch darĂŒber nach. beim reclaim-dings spielte ich mit ideen des indiewebs und experimentierte mit technischen möglichkeiten, eigene inhalte auch auf der eigenen webseite zu spiegeln.
das ergebnis meines intensiven, 5 mininĂŒtigen nachdenkens: egentlich egal alles, sollten wir uns nicht an die flĂŒchtigkeit unseres lebens gewöhnen? egal ob online oder offline? ja wir sind vor 15 jahren mit als erste in dieses kaffeehaus gezogen, es hat grossen spass gemacht, viele die wir kannten hingen dort rum, es kamen immer mehr leute, es war immer was los, es war witzig, viele interessante debatten ensponnen sich, manch wichtige debatte schwappte dann auch aus dem kaffeehaus in die welt und bewirkte auch verĂ€nderungen in der welt (oder auch nicht?).
mit dem neuen eigner, kamen dann mehr und mehr unangenehme gĂ€ste in den laden. plötzlich ist wieder alles wie frĂŒher, man trifft sich wieder in kleineren gruppen in verschiedenen kneipen, aber die nostalgie schwingt immer mit: âhier isses nicht so toll wie es frĂŒher mal auf twitter war!â
ein paar strassen weiter sind auch riesige lĂ€den. sieht man nicht auf den ersten blick, aber drinnen haben sie stadion-grosse bĂŒhnen, auf die man aber nur zutritt bekommt, wenn man âalgorithmenâ beherrscht. irgendwie sagen uns diese lĂ€den aber nicht zu. twitter war schöner, relevanter, wir auch.
was ich sagen will, vielleicht sollten wir akzeptieren, dass man die schönen momente, die wichtigen debatten nicht festhalten kann, bzw. vielleicht doch, aber dann eben zur not in neuen rÀumen, auf neuen, anderen plattformen, mit anderen regeln und anderem publikum.
selbst machen, ein blog pflegen, im eigenen laden perlen, wichtige gedanken dokumentieren ist super, auch als eigenes, externes gedĂ€chnis, aber auch sauviel arbeit. die platformen, die anderen lĂ€den, machen es einem viel einfacher: einfach reingehen und los gehtâs. man muss sich um nix selbst kĂŒmmern, kann aber eben auch nicht alles selbst bestimmen.
sven (dietrich) fasst das am ersten tag gehörte so bei sich im blog zusammen:
Auch hier mehrmals erwĂ€hnt, Social Media ist geliehenes Land, es kann jederzeit wegbrechen und wer die Inhalte sieht, ist völlig unvorhersehbar und ausschlieĂlich in der Hand des Algorithmus.
nichts gegen leihen, leasing oder miete. selbst machen, selbst besitzen hilft manchmal, manchmal bremst es einfach nur.
ich habe jahrzehnte lang viel arbeit in mein verdauungsorgan und externes gedÀchnis im netz gesteckt. jetzt muss wirres.net repariert werden und ich habe es erstmal abgeschaltet, bis ich dazu komme oder meine motivation gross genug ist es zu reparieren. einerseits fehlt mir wirres.net sehr, andererseits, komischerweise, gar nicht. wenn ich was sagen will, leihe ich mir infrastruktur, land woanders und schreibe, wie gerade hier, auf geliehenem tumblr. in meinem und ein paar anderen köpfen lebt noch die eine oder andere erinnerung daran, wie lustig es manchmal auf meinem blog war, so wie es in meinem und ein paar anderen köpfen noch die erinnerung gibt, wie lustig es damals in den 80ern in aachen im domkeller war.
wenn ich jetzt in aachen bin und am âhofâ sitze, freue ich mich, dass es den domkeller noch gibt, aber die guten zeiten dort gibtâs nur noch als erinnerung. so oder so, wir sollten uns von der nostalgie nicht abhalten weiter zu ziehen und tolle, spannende, weltbewegende sachen anderswo, nebenan, drĂŒben zu machen.
ausserdem gesehen:
florence gaub â zukunft: eine bedienungsanleitung
spannendes thema, souverÀn, aber ein bisschen langweilig und unterfordernd prÀsentiert. das beste hat nilz bokelberg bereits in seiner anmoderation gespoilert, bzw. den vortrag in ein zitat von florence gaub eingedampft:
der mensch ist das wesen, das die fÀhigkeit hat, sich die zukunft so detailiert vorzustellen, dass er sie erschaffen kann.
emilia roig - a paradigm shift from capital to love
gute prÀsentation, also sowohl was die prÀsenz, als auch die folien angeht, inhaltlich alles richtig und zustimmenswert, aber zu wenig herleitung und nachvollziehbarkeit, wenn man kein chormitglied ist. so war es ein buntes und gut illustriertes preaching to the choir.
annalena baerbock wollte ich dann auch mal sehen, fand das dann aber so unspannend, dass ich mir gedacht habe: âkannste auch spĂ€ter auf youtube guckenâ und rĂŒber zu tante gegangen (video). auch hier: alles richtig und zustimmenswert, aber ich steige immer dann aus, wenn hypothesen, analysen oder meinungen ohne nachvollziehbare herleitung als meinungsfakten prĂ€sentiert werden. âist doch klar, schaut einfach mal hinâ ist nicht immer das beste argument. der hinweis auf marc andreessen kopfform kam auch vier mal zu oft. auch beim nach oben treten sollte man sich um eleganz bemĂŒhen.
sehr euphorisch, authentisch und mitreissend war tanja singers neurowissenschaftliche perspektive auf das training des sozialen gehirns. dass die pandemie viele menschen psychologisch schwer belastet hat ist nicht neu, aber wie gut das empirisch festgehalten ist und wie drastisch vor allem sehr junge menschen die belastung spĂŒren, fand ich dann doch interessant. aber vor allem neu fĂŒr mich, dass es mentale ĂŒbungen gibt, die nicht nur die mentale gesundheit und resilienz stĂ€rken, sondern nachweislich auch âzu VerĂ€nderungen in der Struktur des Gehirns [fĂŒhren], [âŠ] Empathie fördern, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit stĂ€rken, PerspektivenĂŒbernahme und mehr Kooperation [âŠ] steigernâ.
erst spÀter am abend zuhause geguckt: jean peters - geheimplan gegen deutschland
sehr spanend, unterhaltsam und aufstoss-reich. viele mit denen ich im hof geredet hab, fanden den vortrag ĂŒber eine verdeckte nazi-recherche âdas highlight des tagesâ. auf jeden fall sehenswert.
ich mag die hands-on-machart dieses videos. die geschichte entfaltet sich unterwegs, ich als zuschauer entdecke die holzplantagen und deren bedeutung gemeinsam mit christophe haubursin. gerne gesehen.
in der tiefkĂŒhltruhe war neben meinem selbstgebackenen toastbrot auch noch ne scheibe (vom bĂ€cker) gekauftes toastbrot. ich muss zugeben, lecker waren beide, aber die fluffigkeit, der duft und feuchte von meinem waren dann doch befriedigender.