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@dornenkrieg
Is' das echt 'n einzelner Baum? Seitdem der goblintypisch buntgemischte K.A.B.O.O.M.-Trupp den vorgelagerten Turm auf einer wie aufgeschüttet wirkenden Landzunge bezogen hatte, beschäftigte Ezma diese Frage. Sie könnte nicht ihre gehabten Dienste anbieten und auf bereits erbrachte Leistungen zurückblicken, besäße sie nicht einen hohen Grad an räumlichem Vorstellungsvermögen sowie Orientierungssinn. Und doch meldete sich die Stimme des Zweifels in ihrem Kopf, wenn sie, wie gegenwärtig, durch ein breites Aussichtsfenster in den oberen Stockwerken gen Norden spähte und keine andere Erklärung für den fernen Schemen eines gewaltigen Objekts jenseits der Küstenlinie als diese fand, es müsste sich um Teldrassil handeln. Selbstredend war das wunderliche Eiland bei wolkenlosem Tage besser sichtbar als zu derart später Stunde, die auf die Gunst von Sternen- sowie Mondlicht und mehr als ein My Phantasie angewiesen war, um ahnen zu lassen. "Wahnsinn", verlieh die Goblin ihrem Unglauben wiederholt Ausdruck. Ezma konnte sich die Worte erlauben, ohne Rücksicht auf ihre Kameraden in deren Schlafstätten nehmen zu müssen. Das brandende Meer schluckte das artikulierte Staunen noch müheloser als es die Hammerschläge aus dem Zoram'gar-Außenposten überspielte. Unermüdlich durch die Nacht wurde im tieferen Festlandanteil des Militärhafens für den Krieg geschmiedet. Doch nicht nur neue Waffen entstanden in Akkordarbeit auf seinen Ambossen. Die unsterbliche Esse befeuerte auch Träume. Wie den von Oberschwester Sissy Himmelsheil, der Fliegenden Priesterin von der so genannten Legendären Luftmarine. Sie hatte bei der zweisamen Erstbesichtigung des Turms von einem — die Irritation ob ihres Sprachfehlers nun verschwiegen — Häuschen auf dem Weltenbaum gesprochen, sobald dieser eingenommen wäre. Sich niederlassen. Auch 'ne Beute von Eroberern, befand Ezma, weiterhin dem Sims zwecks Ausblick aufgelehnt. Eine solche käme für sie nicht in Frage, hatte die Goblin rasch beschlossen. Und doch gab es diese Momente, in denen das Versprechen von Grundbesitz einschließlich Sesshaftigkeit selbst sie reizte. Wie jetzt. Ezma schüttelte den Kopf und damit erhofftermaßen den Gedanken fort. Noch einmal betrachtete sie die Umrisse am Horizont. Dann kündigte sie dem Bann Teldrassils, rutschte ab und trottete nach einer Drehung zurück in ihre Hängematte. Der nächste Morgen kommt so sicher wie der nächste Job.
Ein Kinderlachen. Täglich Brot. Aller Anfang war schwer. Obwohl die Goblin die meisten der ins neue Heerlager verbrachten Kinder nicht wesentlich überragte und zudem ohne ihre tödlichen Klingen auftauchte, fürchteten sie sie. Zu verdenken war dies den kleinen Gefangenen bei den allgemeinen Umständen keineswegs. Die etwa in einem bombardierten Hain miterlebten Gräuel lagen nicht lang zurück. In der Gegenwart belasteten die nahen Brände von Astranaar die Luft und nahmen den Mut in einem ähnlichen Ausmaß wie der Anblick von grimmigen Kolossen, kalten Kriegsmaschinen und Raubtieren beim Fressen. Das Kommende versagte nahezu jeden Hoffnungsschimmer. Die spitzen Zähne eines eigentlich wohlmeinenden Lächelns trugen sodann auch nicht zum harmlosen Erscheinungsbild der Grünhaut bei. Wer von den Mädchen und Jungen sich nicht ängstigte, verhielt sich noch schwermütig ob der Trauer um seine gewaltsam verlorene Familie oder in dessen sonst silbernen Augen glomm der Hass, der zu jeder Zeit zu offenen Feindseligkeiten auffachen konnte. Vorsicht war angebracht. Die fehlende gemeinsame Sprache unterband sowohl Mittel zur Beruhigung als auch zum Trost. Doch Ezma wusste um eine universale Methode der Verständigung: einen Ball. Und hatte mehrere von ihnen. Es handelte sich nicht um die perfekt runden Spielzeuge aus überteuerten, schicken und nun umso ferner wirkenden Großstadtläden, sondern waren zusammengenähte, grob gearbeitete Leinensäcke, angefüllt mit harten Weizenkörnern und vertrockneten Erbsen, um ihnen ein beständiges Volumen zu geben und dabei halbwegs formbar zu bleiben. Die Marketender des Trosses hatten sich als hilfreich erwiesen, sie zu fertigen. Zu Beginn jonglierte die Jahrmarktschaustellertochter und frühere Zirkusartistin mit ihnen einsam vor den mutmaßlichen Waisen, bis sie die neugierige Aufmerksamkeit einiger hatte. Dann spielte sie sie einzeln an. Doch erst beim dritten Mal kam auch ein verzagter Ball zurück, den die Goblin sogleich in ihre kleine Vorstellung einband, ohne später auf vorsätzliche Tollpatschigkeit zu verzichten. Die Clowneinlage erbrachte das erste Glucksen. Die Kommunikationsversuche der anderen Art wiederholten sich, bis ein paar Kinder, nicht alle, unter Anleitung von Ezma zu eigenen Übungen animiert werden konnten, ehe sie Hände gegen Füße tauschten, um auf ihnen die schlaffen Bälle zu balancieren und sich selbst oder einander diese trickreich zuzuspielen. Ein Wettbewerb der freundlichen Herausforderungen entstand. Die jungen Nachtelfen demonstrierten hierbei eindrucksvoll ihre genuine Geschmeidigkeit, doch vermochten auch sie nicht die Handstandaktionen der Bären(mit)töterin zu kopieren. Für mehr als zwei Stunden durften sie den brutalen Krieg fast vergessen. Eine unwirkliche Auszeit von dessen Schrecken, obgleich die gedrückte Stimmung nie gänzlich wich. Darauf ging die Besucherin, verabschiedete sich posenhaft samt Zwei-Finger-Salut, ließ aber jenen Opfern mit ungewisser Zukunft die Spielsachen. Ein Kinderlachen. Heute mehr als täglich Brot.
Von Windaji
Von Grabstein!
Tag 3, Schlachtgruppe1 Von Grabstein
Anmut
Der Mond ging unter, und mit ihm endete eine blutige Nacht. Nicht mehr lange bis Morgengrauen. Nicht mehr lange, bis das Heer mit aller Schlagkraft vollendete, was die drei Beseitigungstrupps begonnen hatten.
Notwendigkeit barg selten Anmut.
Der Saboteur saß im ausgetrockneten Gras und wachte über seinen verletzten Bruder. Auch jetzt patrouillierte sein Blick in regelmäßigen Runden durch das Heerlager, passierte Zelte, das letzte Glimmen von Feuerstellen. Es war beinahe still. Das letzte, gespannte Anhalten des Atems, ehe der Sturm losbrüllte.
Ein nachtelfischer Posten in den Wäldern.
Fünf Leute unter seinem Befehl.
Keine Zeugen.
Cyriel. Entschlossen und eisern, sogar im Angesicht eines tobenden Bärs und gebrochener Rippen. Bereit zu tun, was getan werden muss.
Ezma. Nicht minder entschlossen. Wild und furchtlos mit ihrem Säbel gegen den Bär. Ohne ihre Trage wäre ein bitterer Verlust unausweichlich gewesen.
Ryla. Präzise Schüsse in der Dunkelheit, gefiederter Tod. Hat all ihre Kraft mobilisiert, und ihren Kameraden zurückgebracht.
Schatten. Heldenhaft vorwärtsgekämpft, mit kaltem Stahl im Rücken und Blut im Mund. Sterbend noch immer aufrecht, ungebrochener Wille.
Neralyn. Befehlstreu bis über die Schmerzgrenze hinaus. Dem höheren Zweck verschrieben, und zahlt den schrecklichen Preis ohne zu zögern.
Keine eingespielte Truppe, ein riskanter Angriff. Unstimmigkeiten waren im Nachhinein gemeldet und geklärt worden. Alles in allem ein erfolgreicher Einsatz, der den Weg ebnete, wie er es sollte.
Ein karges, aber zufriedenes Lächeln huschte über die erschöpfte Miene des Saboteurs.
Sie hatten gute Arbeit geleistet.
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Geschrieben von Kazhim
Lagerabend
Teaser
Drei Worte
Drei Worte.
Drei Worte, die wie das Donnern der Kriegstotem-Trommeln in der Brust vibrierten.
Drei Worte, wild wie der Hornstoß der Sturmheuler, wie das Knurren der Reitwölfe des Weißwolfclans.
Drei Worte, geradlinig wie die Formation der Verlassenen und Blutritter.
Die Nacht senkte sich über das Lager am Mor’shan-Schutzwall. Zelte der versammelten Einheiten drängten sich dicht an dicht und die Luft flirrte vor letzter Hitze. Stimmengewirr, Gelächter, das Fauchen und Knurren der Reittiere. Gerufene Befehle. Das Heer brodelte. Atmete man nur tief genug ein, schmeckte man nicht nur den Rauch und trockenen Brachlandstaub, sondern auch den metallischen Geschmack der Erwartung.
Drei Worte.
Zielstrebig wie ein abgefeuerter Pfeil der Waldläufer; ein Speerstich.
Glühend und tosend, im Sturm tanzende Asche.
Das Brechen von Knochen, gnadenlos.
Ein unerwarteter Schlag.
Der Saboteur ließ den Blick über das Heer wandern, während er wartete. Über die Soldaten und Kameraden, die Feuer, die Waffen.
Mit der Nacht erwachte auch der Mond. Aber heute lächelte er nicht auf seine Kinder im Eschental hinab.
Heute weinte er.
Drei Worte.
Kalimdor der Horde.
Geschrieben von Kazhim
Erste Bilder aus dem Plot, Gemacht von: Windaji