lena aires

Kaledo Art
he wasn't even looking at me and he found me
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we're not kids anymore.

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AnasAbdin

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@f3ldm4us
lena aires
james lloyd cole
🇩🇪
Hafer. Die langweiligste Kultur auf dem Betrieb. Und vielleicht die beste.
Wenn Besucher über unseren Hof laufen, bleiben sie selten wegen des Hafers stehen. Die Kühe sind spannender, die Kälber sowieso, und wenn im Mai der Raps blüht, fotografiert praktisch jeder die gelben Felder. Niemand fährt an einem Haferfeld vorbei, steigt aus dem Auto und sagt begeistert: „Mensch, schaut euch mal diesen wunderschönen Hafer an!“ Dabei gehört Hafer bei uns zu den wichtigsten Marktfrüchten auf dem Betrieb, direkt hinter dem Raps. Und trotzdem führt er ein Schattendasein. Vielleicht mag ich ihn genau deshalb.
Denn Hafer ist ein bisschen wie die Menschen, die auf dem Land den Laden am Laufen halten. Er macht wenig Lärm, verlangt selten Aufmerksamkeit und erledigt seine Arbeit zuverlässig. Nicht spektakulär, aber unverzichtbar.
Als ich den Betrieb übernommen habe, gehörte der Haferanbau zu den ersten Entscheidungen, die ich ganz bewusst getroffen habe. Nicht weil irgendwo ein Berater mit bunten Diagrammen erklärt hätte, dass man damit reich wird. Wäre das der Fall gewesen, hätte ich vermutlich sofort misstrauisch werden müssen. Nein, Hafer passte einfach zu unserem Betrieb, zu unseren Böden, zu unserer Fruchtfolge und zu meiner Vorstellung davon, wie Landwirtschaft funktionieren sollte.
Denn Landwirtschaft besteht für mich nicht nur aus maximalem Ertrag. Natürlich müssen wir wirtschaftlich arbeiten. Niemand bezahlt Stromrechnungen mit romantischen Gedanken über Getreidearten. Aber ein Betrieb funktioniert langfristig nur dann gut, wenn jede Kultur ihren Platz hat. Und genau dort spielt Hafer seine Stärke aus. Er bringt Ruhe in die Fruchtfolge, kommt mit unseren Bedingungen gut zurecht und stellt oft deutlich weniger Ansprüche als andere Kulturen. Man könnte sagen, Hafer ist der Kollege im Betrieb, der nie im Mittelpunkt steht, dessen Fehlen aber sofort auffallen würde.
Dabei begleitet mich Hafer nicht nur auf dem Feld. Er steht morgens auch auf meinem Küchentisch. Fast jeder kennt diese klassische blau-weiße Packung Haferflocken, die vermutlich in halb Deutschland im Vorratsschrank steht. Bei meinen Eltern stand sie dort schon, als ich klein war, und auch heute gibt es kaum einen Morgen, an dem Haferflocken nicht irgendeine Rolle spielen. Gerade seit ich mich mehr mit Sport, Fitness und gesunder Ernährung beschäftige, habe ich die kleinen Flocken noch einmal neu schätzen gelernt. Sie machen satt, liefern Ballaststoffe und Energie und begleiten mich oft durch lange Arbeitstage, die irgendwo zwischen Stall, Büro und Feld beginnen.
Vielleicht liegt meine Sympathie für Hafer aber auch daran, dass er einer der wenigen landwirtschaftlichen Rohstoffe ist, die wirklich überall auftauchen. Morgens liegt er in meiner Müslischüssel, Pferde lieben ihn seit Jahrhunderten und selbst unsere Kühe profitieren am Ende von ihm. Denn auch das Haferstroh hat seinen Wert. Es gilt als vergleichsweise weich und wird deshalb gerne als Einstreu genutzt. Wer Kühe hält, weiß, dass eine gute Liegefläche kein Luxus ist, sondern Tierwohl. Und Tierwohl beginnt selten bei den Dingen, die Besucher fotografieren. Es beginnt oft bei den kleinen Entscheidungen, die niemand bemerkt.
Und wenn man noch genauer hinschaut, landet Hafer mittlerweile sogar im Badezimmer. Tatsächlich werden Haferextrakte seit Jahren in Hautpflegeprodukten verwendet und klassische Haferbäder gelten bis heute als wohltuend für empfindliche oder trockene Haut. Wenn man darüber nachdenkt, ist das für eine Pflanze, die viele Menschen nur als unscheinbares Getreide wahrnehmen, eine ziemlich beeindruckende Karriere. Vom Acker ins Frühstück, vom Pferdestall ins Badezimmer.
Vielleicht passt Hafer deshalb auch so gut zu mir. Er ist gleichzeitig praktisch und unterschätzt. Bodenständig und vielseitig. Er kann Futter sein, Lebensmittel, Einstreu oder Hautpflege. Und vielleicht mag ich ihn genau deshalb. Denn auch ich habe irgendwann aufgehört zu glauben, dass man sich für eine Rolle entscheiden muss. Landwirtschaft oder Weiblichkeit. Stall oder Mascara. Arbeitshose oder gepflegte Nägel. Hafer beweist schließlich seit Jahrhunderten, dass man mehrere Dinge gleichzeitig sein kann.
Wenn ich im Sommer an einem Haferfeld vorbeifahre und der Wind durch die Rispen streicht, denke ich deshalb selten zuerst an Marktpreise. Ich sehe eine Kultur, die zuverlässig ihren Beitrag leistet, ohne jemals viel Aufmerksamkeit dafür zu bekommen. Bodenständig, widerstandsfähig und unaufgeregt. Eigentlich passt das ziemlich gut zu Mecklenburg-Vorpommern. Und vielleicht, wenn ich ganz ehrlich bin, auch ein kleines bisschen zu mir. 🌾🖤
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🇬🇧
Oats. The Most Boring Crop on the Farm. And Perhaps the Best One.
When visitors walk around our farm, they rarely stop because of the oats. The cows are more interesting, the calves even more so, and when the rapeseed blooms in spring, everyone wants a photograph of the bright yellow fields. Nobody drives past an oat field, jumps out of the car and says, “Look at that beautiful oat crop!” Yet oats are one of the most important cash crops on our farm, second only to rapeseed. Despite that, they live a rather quiet existence. Perhaps that is exactly why I like them.
Oats remind me a little of the people who quietly keep rural communities running. They do not demand attention, they rarely make headlines, and they simply get on with the job. Not spectacular, but essential.
When I took over the farm, growing oats was one of the first decisions I consciously made. Not because some consultant showed me colourful charts promising great wealth. If that had happened, I would probably have become suspicious immediately. Oats simply suited our farm, our soils, our crop rotation and my idea of how agriculture should work.
Because farming, at least for me, is not only about chasing maximum yields. Of course we have to make a profit. Electricity bills cannot be paid with romantic thoughts about cereal crops. But a farm only works in the long run when every crop has its place. That is where oats shine. They bring balance to the rotation, perform reliably under our conditions and often demand less than many other crops. Oats are the colleague who never stands in the spotlight but whose absence would be noticed immediately.
Oats are not only part of my work. They are part of my breakfast as well. Almost everyone knows that famous blue-and-white packet of oat flakes sitting in supermarket shelves and kitchen cupboards across Germany. My parents always had one, and I do too. Since becoming more interested in fitness, healthy eating and exercise, I have grown to appreciate oats even more. They are filling, rich in fibre and provide steady energy through long days that begin somewhere between the barn, the office and the fields.
Perhaps my affection for oats also comes from the fact that they seem to appear everywhere. They are in my breakfast bowl, horses have loved them for centuries, and even our cows benefit from them. Oat straw is valued as bedding because it is often softer than many alternatives. Anyone working with dairy cattle knows that a comfortable lying area is not a luxury. It is animal welfare. And animal welfare often begins with the small details nobody notices.
Look even closer and you will find oats in the bathroom too. Oat extracts have been used in skincare products for years, and traditional oat baths are still valued for soothing sensitive or dry skin. For a crop that many people consider ordinary, that is quite an impressive career path. From the field to the breakfast table, from the horse stable to the bathroom cabinet.
Perhaps that is why oats feel strangely familiar to me. They are practical and underestimated at the same time. Grounded yet versatile. They can be feed, food, bedding or skincare. And maybe that is why I like them so much. At some point I stopped believing that I had to choose between different versions of myself. Farming or femininity. Work boots or mascara. Practicality or self-care. Oats have spent centuries proving that it is perfectly possible to be more than one thing at once.
So when I drive past an oat field on a summer evening and watch the wind move through the panicles, I rarely think about market prices first. I see a crop that quietly does its job without demanding recognition. Reliable, resilient and unpretentious. In many ways, it reminds me of Mecklenburg-Vorpommern itself. And if I am completely honest, perhaps it reminds me a little of myself as well.
🌾💚🖤🩷
by Yulia Maltseva
🇩🇪
Die Deern und der Hof
Mein Vater hat den Hof im Jahr 2000 von meinem Opa übernommen.
Links ein Sohn. Rechts ein Sohn. Und irgendwo dazwischen stand ein Kinderwagen. Darin lag ich, nicht einmal zwei Monate alt.
Damals war für ihn völlig klar, dass irgendwann einer seiner Söhne den Betrieb übernehmen würde. Aber sicher nicht die Deern.
Das Leben hat manchmal einen bemerkenswerten Sinn für Humor.
Heute bin ich diejenige, die den Hof führt.
Nach meiner Ausbildung bin ich zurück nach Mecklenburg gekommen. Zurück nach Hause. Zurück auf den Hof. Und ich glaube, meine Eltern waren darüber glücklicher, als sie jemals offen zugegeben haben.
Heute organisieren wir den Alltag gemeinsam. Die Hauptverantwortung liegt mittlerweile bei mir, meine Eltern unterstützen aus dem Altenteil. So, wie es auf Bauernhöfen seit Generationen passiert.
Einfach ist das nicht immer.
Mein Vater hat am 27. März Geburtstag. Ich am 11. April. Zwei Widder auf einem Hof bedeuten, dass Diskussionen manchmal mit einer Leidenschaft geführt werden, als ginge es um die Zukunft Europas und nicht um einen Weidezaun oder die Reihenfolge der Arbeiten.
Das knallt gelegentlich ordentlich.
Aber wir teilen auch denselben Ehrgeiz, denselben Humor und wahrscheinlich dieselbe Sturheit. Und genau deshalb vertragen wir uns meist schneller, als wir uns gestritten haben.
Tatsächlich habe ich nie daran gezweifelt, dass mein Vater mir den Hof zutraut. Und ich glaube auch nicht, dass er jemals daran gezweifelt hat, dass ich ihn führen kann.
Manchmal habe ich eher das Gefühl, dass er mich noch immer beschützen möchte.
Nicht die Betriebsleiterin. Nicht die Landwirtschaftsmeisterin. Sondern seine Deern.
Vielleicht liegt das daran, dass ich für meine Eltern immer ein kleines Wunder geblieben bin.
Nach 1995 war das Kapitel Tochter eigentlich abgeschlossen. Zwei Söhne waren da, die Familie war komplett.
Und dann kam ich.
Völlig ungeplant. Völlig überraschend.
Entstanden irgendwann im Juni 1999 an der polnischen Ostsee während eines Paarwochenendes, die meine Eltern übrigens bis heute pflegen.
Allein dieser Gedanke zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.
Wenn ich heute auf die letzten Jahre zurückblicke, bin ich vor allem dankbar.
Dankbar dafür, dass meine Eltern immer da waren. Nicht nur auf dem Hof, sondern auch in den schwierigen Momenten meines Lebens. Bei Entscheidungen, die Mut gekostet haben. Bei Wegen, die nicht immer gerade verliefen.
Sie haben mir nie alles abgenommen.
Aber sie waren immer da, wenn ich gefallen bin.
Manchmal denke ich übrigens, mein Vater und ich wären eine Art mecklenburgische Version von Clarkson's Farm.
Nur mit deutlich weniger Kameras, wesentlich mehr Kühen und ohne Amazon-Produktionsbudget.
Mein Vater hat den Betrieb durch Jahrzehnte getragen, indem er Risiken vermieden hat. Er war nie der Mensch für große Experimente oder verrückte Ideen. Das war auch gar nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe war es, den Hof sicher durch gute und schlechte Jahre zu bringen.
Ich dagegen habe oft den Drang, neue Wege auszuprobieren.
Neue Ideen.
Neue Projekte.
Neue Investitionen.
Dinge, bei denen mein Vater zunächst die Stirn runzelt und ich schon den Taschenrechner heraushole.
Das sorgt gelegentlich für Gesprächsbedarf.
Viel Gesprächsbedarf.
Aber vielleicht ist genau das der Sinn eines Generationenwechsels.
Die eine Generation bewahrt.
Die andere entwickelt weiter.
Keine von beiden hat allein recht.
Ein Familienbetrieb braucht beides.
Menschen, die ihn aufgebaut haben.
Und Menschen, die den Mut haben, ihn in die Zukunft zu führen.
Heute ist der Hof meiner.
Zumindest auf dem Papier.
Aber in jedem Stall, auf jedem Feldweg und in jeder Entscheidung steckt auch ein Stück meines Vaters.
Und das ist gut so.
Denn am Ende bin ich vielleicht die Chefin geworden.
Aber ich werde immer seine Deern bleiben. 🌾🖤
🇬🇧
The Farmer's Daughter
My father took over the farm from my grandfather in 2000.
One son on the left. One son on the right. And somewhere in between stood a baby stroller.
That was me, not even two months old.
Back then, my father was convinced that one of his sons would eventually take over the farm. Certainly not the daughter.
Life has a remarkable sense of humor.
Today, I am the one running the farm.
After finishing my training, I came back to Mecklenburg. Back home. Back to the farm. And I believe my parents were happier about that than they ever openly admitted.
Today we organize the daily work together. The main responsibility rests with me now, while my parents support from retirement, just as generations of farming families have done before us.
It is not always easy.
My father was born on March 27th. I was born on April 11th. Two Aries working on the same farm means discussions can sometimes sound as if we are deciding the future of Europe rather than repairing a fence or planning the day's work.
We clash from time to time.
But we also share the same determination, the same sense of humor, and probably the same stubbornness. In the end, that is exactly why we usually make peace faster than we argued.
I never doubted that my father trusted me with the farm. And I do not think he ever doubted that I could do it.
Sometimes I think he still wants to protect me.
Not the farm manager. Not the master farmer.
Just his daughter.
Perhaps because, in a way, I was always a little miracle.
After 1995, my parents believed the chapter called "daughter" had already closed. They had two sons and thought the family was complete.
And then I arrived.
Unexpected. Unplanned.
Conceived during a weekend trip to the Polish Baltic coast in June 1999, a tradition my parents still maintain to this day.
That thought still makes me smile.
When I look back on the last years, what I feel most is gratitude.
Gratitude that my parents were always there. Not only on the farm, but during the difficult moments of my life as well. During decisions that required courage and during paths that were not always straight.
They never carried me through life.
But they were always there when I stumbled.
Sometimes I think my father and I are a bit like a Mecklenburg version of Clarkson's Farm.
Just with far fewer cameras, a lot more cows, and definitely no Amazon production budget.
My father carried this farm through decades by avoiding unnecessary risks. He was never the man for bold experiments or wild new ideas. That was never his role. His role was to guide the farm safely through good years and bad years alike.
I, on the other hand, often feel the urge to try something new.
New ideas.
New projects.
New investments.
The kind of things that make my father raise an eyebrow while I am already reaching for a calculator.
Which occasionally leads to discussions.
Many discussions.
But perhaps that is exactly what a generational transition is supposed to be.
One generation preserves.
The next one develops and adapts.
Neither is completely right on its own.
A family farm needs both.
People who built it.
And people brave enough to carry it into the future.
Today, the farm is mine.
At least on paper.
But in every barn, every field road, and every decision, there is still a piece of my father.
And I am grateful for that.
Because in the end, I may have become the boss.
But I will always be his daughter. 🌾💚🖤🩷
(via Photo courtesy of Til The Cows Come Home (livestock rescue, rehabilitation & safe rehome))
julia
maci
Roses are pink… The most beautiful display in London.
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judianne grace
emma leger