Linked-In-Lounge, Pinterest-Café und eine Kirche, die in ein «USA-House» verwandelt wurde: Der Streifzug durch Davos während des Weltwirtschaftsforums fühlt sich für die Lamm Kolumnistin maia arson crimew wie ein Fiebertraum an.
Während des WEF wurde das Bündner Städtchen Davos kurzerhand in einen neoliberalen Freizeitpark für die Weltelite verwandelt. Unsere Kolumni
Mit seinem Kurs der militärischen Härte zerstört Israel nicht nur die palästinensische Existenz, sondern gefährdet auch die eigene. Eine Kol
Kolumne Berliner Zeitung 22.9.2025
Weg ins Verderben. Wie Netanjahu sein Land international isoliert.
Mit seinem Kurs der militärischen Härte zerstört Israel nicht nur palästinensische Existenz, sondern gefährdet auch die eigene. Eine Kolumne.
Israel unter Benjamin Netanjahu marschiert sehenden Auges in die selbstverschuldete Isolation. Diplomatie? Zeitverschwendung. US-Präsident Donald Trump und Deutschland hat man in der Hand, alle anderen sind „Antisemiten“, „Israelhasser“ oder „Verräter“. Verhandlungen? Unnötig. Wozu Kompromisse schließen, wenn man alles mit Gewalt erreichen kann. Sicherheit? Gibt es nur made in Israel – im Alleingang und mit militärischer Härte.
Diese Haltung ist nicht neu, aber so offensichtlich wie nie. Während man den Verbündeten früher mit Floskeln, Lippenbekenntnissen oder Schweigen half, die Augen vor der Realität zu verschließen, sagt diese Regierung offen, was sie vorhat und arbeitet konsequent an der Umsetzung: palästinensische Lebensgrundlagen in Gaza zerstören, möglichst viele Menschen vertreiben, das Gebiet wiederbesetzen und besiedeln, die Westbank annektieren, einen palästinensischen Staat verhindern, ein jüdisch-suprematistisches Groß-Israel vom Jordan bis zum Mittelmeer errichten und Drittstaaten bombardieren, wann immer man das für nötig hält. Übersetzt in humanitäres Völkerrecht heißt das: Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Genozid.
Diplomatische Lösungen sind nicht erwünscht, denn Geiselabkommen, Waffenstillstand und Zwei-Staaten-Modell stören die Pläne der messianischen Siedler und Ethnonationalisten, die Israel zu einem faschistischen Apartheid-Staat machen wollen. Dabei handelt es sich nicht um ein paar radikale Spinner, sondern die derzeit dominierende politische Kraft des Landes, längst besetzen sie staatliche Schlüsselpositionen in Politik, Polizei und Geheimdiensten.
Zehntausende Kritiker im eigenen Land und die Angehörigen der Geiseln werden ignoriert, was für Netanjahu zählt, ist der eigene Machterhalt. „Wir gegen den Rest der Welt” lautet das Credo seiner Koalition – und genau damit führt sie Israel ins Verderben. Denn Sicherheit gibt es nur durch Verständigung und Gleichberechtigung, sie lässt sich nicht einseitig herbeibomben, weder in Gaza und in der Westbank noch in Syrien, Qatar, im Libanon oder Jemen.
Selbst wenn man alle Hamas-Führer ermordet, werden neue nachwachsen, solange die Besatzung anhält. Staaten wie Syrien, Libanon und Jemen zu destabilisieren, macht die Region nicht sicherer, sondern unsicherer. Die Machthaber am Golf zu brüskieren, wird sie von den USA entfremden und weitere Abraham-Abkommen verunmöglichen. Warum sollten sie mit milliardenschweren Waffendeals amerikanische Sicherheitsgarantien erkaufen, wenn Trump seinen Freund Netanjahu nicht mal von einem Angriff auf Katar abhalten kann? Warum Beziehungen zu einem Israel aufnehmen, das die Völker und Länder der Region dominieren möchte? Und auch wenn Europa nicht mit einer Stimme spricht – abgesagte Waffengeschäfte, gezielte Sanktionen und weniger Handel machen sich in Israel bemerkbar.
Netanjahu schwört seine Landsleute deshalb auf Isolation ein, träumt von „Super-Sparta“, fordert „Selbstversorgung“ und „radikale Deregulierung“, denn das Leben sei wichtiger als das Gesetz. Was er damit meint? Weniger Rechtsstaatlichkeit, eine Militarisierung der Gesellschaft und freiere Hand beim Geldausgeben – für Waffen, Siedlungen und neue Schulbücher.
Deutsche Politiker und Medien machen sich derweil im In- und Ausland und selbst in Israel lächerlich, indem sie noch immer Netanjahus Behauptungen nachplappern – die Propaganda einer Kriegspartei, die seit 23 Monaten von unabhängigen Menschenrechtsorganisationen, internationalen Gerichten, UN-Gremien, israelischen Journalisten und sämtlichen humanitären Hilfsorganisationen widerlegt wird.
Wer die Mittel hat, aber nichts tut, um einen Genozid abzuwenden, wird zum Komplizen. Deutschland und seine Politiker werden sich dafür vor Gericht verantworten müssen. Die erste Anzeige gegen sieben Politiker und vier Rüstungsmanager liegt bereits bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Und weder das Völkerrecht noch das Grundgesetz kennen eine Staatsräson, der zu folge man einen anderen Staat ins Verderben begleiten muss.
Doppelt hübsch mit einer Baum-Mahne, zwar eingepasste 11 aber rechts auch die glückliche 13. Ansonsten allet harmonisch und gleichmäßig. 3 ,,Löwenschnauzen‘‘ kieken und wachsam an. Weiße Haare, alt also sogar für so die Raubkatzen nicht so schnell.
Natalie Grams kritisiert die übliche Praxis vieler Frauenärzt*innen, jungen Mädchen ohne großes Nachfragen eine Pille der 3. oder 4. Generation zu verschreiben – trotz bekannter Risiken.
Ideen sind wie Eier, man kann sie in unterschiedlichen Aggregatzuständen und Variationen genießen. Diesmal geht es bei den Kreativen, die sich um einen Esstisch versammeln, um Eskapismus, Architektur und Intuition. Diesmal mit Emma und Noam Braslavsky, IIsa Melsheimer Jorinde Voigt sowie Bettina Kraus
Neulich zum Essen bei Friedrich von Borries eingeladen...
Ich glaube, dass die Rechtsradikalen den Diskurs über Geflohene derart vergiftet haben, dass es in Deutschland kein echtes Bedürfnis mehr gibt, die Situation der Geflohenen aus dem Iran, Irak, Syrien und Afghanistan wirklich zu erfahren. Wer aber ein Interesse daran hat, Schreckensnachrichten über Schreckensflüchtlinge in Deutschland zu lesen, der kann den ganzen Tag in der Onlineausgabe des Springerblattes Die Welt minütlich aktualisiert fündig werden. Die ersten 50 Nachrichten handeln immer davon, dass die Geflohenen da sind, dass sie Täter sind, dass sie Geld kosten, dass sie hinterhältig, dumm und gefährlich sind. Die Skandalisierung, Diffamierung und Denunzierung von Geflohenen ist Normalität geworden. Die Realität hingegen rückt in den Hintergrund. Mehr noch, mit nichts kann man sich in Deutschland derzeit angreifbarer machen, als mit dem Versuch, auf das Leid der Menschen in der Welt aufmerksam zu machen. Sobald man erzählt, dass im Jemen Kinder verhungern, dass in Libyen Männer und Frauen in Lagern gefoltert und vergewaltigt werden, fühlen sich die Zuhörer belästigt und beängstigt.
Auszug aus Mely Kiyaks aktueller Theaterkolumne “Das Leid lässt kalt”
Das hat wunderbar mit uns funktioniert in der achten Klasse, oder? Du, ich - wir beide waren die Neuen, und die Neuen rotten sich ja immer zusammen, weil sie dann gemeinsam einsam und dann also nicht mehr einsam sind. Wir gegen die anderen. Wir als Einheit. Wir, die erste Verbindung in einer neuen Welt. Und aus der Zweckgemeinschaft wird dann Freundschaft.
Eine gute Freundschaft. Eine sehr gute Freundschaft. Eine mit so einem Freundschaftsheft, wo so herrliche Dinge drinstehen wie „Du bist volle ölle in dem Bork verknallt, oder?“ (Stimmt!) oder „Ich lasse mir bald die Fingernägel machen!“ (Gottlob, hast Du das nicht getan!). Abends haben wir dann telefoniert. Stundenlang. Auch die mahnenden Worte unserer Eltern könnten uns nicht davon abhalten. Deine Nummer von damals kann ich noch immer auswendig.
Dann waren wir beste Freundinnen. Das haben wir gesagt. Und es wurde kompliziert. Denn jetzt war ja klar, dass Du mir alles zuerst erzählen MUSST und dass ich Dir alles zuerst alles erzählen MUSS, erst dann dürfen die anderen das erfahren. Dich muss ich als Erstes anrufen, mir musst Du immer zuerst zuhören. In der Schule sitzen nur wir nebeneinander. Auf Partys gehen wir nur gemeinsam. An Karneval entscheiden wir zusammen, welches Kostüm wir tragen. Du bist meine beste Freundin, und indem wir das festgelegt haben, haben wir auch diesen uralten unausgesprochenen Pakt geschlossen, den nur beste Freundinnen verstehen.
Diesen Pakt, der Dich zu meiner Nummer Eins und mich zu Deiner Nummer Eins macht.
Bloß, dass dieser Pakt immer vom Faktor zwei ausgeht. Drei ist immer eine zu viel. Noch mehr geht gar nicht. Aber so ist ja das Leben nicht. Nie hat frau nur eine Freundin. Die Idee dieser einen, unumgänglich wichtigsten Person in deinem sozialen Leben, kann wie jede Form der freiwilligen Selbstverpflichtung nur zum Scheitern führen - vor allem, wenn später ein Partner, eine romantische Beziehung dazukommt. Beste Freundinnen sind nur in den seltensten Fällen für die Ewigkeit.
Irgendwann hast Du dann gesagt, wir seien nicht mehr DIE besten Freundinnen. Aber ich sei eine beste Freundin. Eine von vielen. Mit Mädchen und Jungs zusammen. Das war einer der klügsten Sätze, die Du je zu mir gesagt hast. Und ich halte es seither genauso - bis heute.
Ich habe viele beste Freundinnen. Die eine, die immer schon da war, mein Leben lang, und es immer sein wird. Dich, die aus der Schule, die mit mir gemeinsam einsam war. Die Unkonventionelle, die ganz weit weg wohnt, und mich in allem so nimmt, wie ich bin. Die Durchgeknallte, die mir im Innersten ähnlicher ist als jeder andere. Die, die immer zuhört, auch wenn das, was ich sage, noch so abstrus ist. Ich habe Euch. Was brauche ich da die eine beste Freundin?