Arthurs Pass und Mount Cook
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Arthurs Pass und Mount Cook
Wandern am Lake Rotoiti
Abel Tasman National Park
Auf dem Weg zur Südinsel
Eindrücke aus Australien
Himmelszelt
Aufbruch ins Ungewisse
"Klick!" macht es, als ich unser Auto vor dem wunderschönen Süd-Sternenhimmel fotografiere. Um mich herum hunderte Kilometer Savanne. Unerbittlich brennt tagsüber die Sonne vom Himmel und scheint alles Leben verdunsten zu wollen damit der Wind es über den endlosen Kontinent fegen kann. Die Rede ist natürlich von Australien! Dorthin hat es Anja und mich nämlich gerade verschlagen. Unser Plan, den Neuseeländischen Winter im warmen Norden zu verbringen und zu arbeiten, ging nicht ganz auf. Zwar haben wir gearbeitet, zuletzt haben wir ein Haus gehütet und Anja hat genäht, doch warm wird es noch lange nicht. Die Südinsel ruft mit ihren touristischen Verlockungen, doch es herrscht noch Skisaison und Temperaturen im einstelligen Bereich laden nicht zum Motorradfahren ein. Also haben wir uns sehr spontan unsere Winterflucht auf den roten Kontinent organisiert. Zwei Flugtickets von Auckland aus sind preiswert, die Motorräder dürfen wir in der Garage unserer Housesitting-Gastgeber unterstellen und mit dem Online-Visa machen wir kurzen Prozess. Perfekt! Ganze zwei Tage zwischen Idee und Abflugtermin, selbst für uns ein Rekord. Das Flugzeug hebt mit einer Stunde Verspätung wegen Triebwerksproblemen ab, explodiert wieder Erwarten nicht. Beim Check-In entscheide ich mich als notorischer Querolant für koscheres Essen, was wirklich gut war. Auf dem nächsten Flug probiere ich mal "halal". Ohne Rückflugticket erreichen wir Brisbane und werden am Flughafen von Trevor, unserem Airbnb-Host, eingesammelt. Der folgende Tag in Brisbane ist toll. Wir fahren Fähre und mit dem kostenlosen Bus mehrfach im Kreis und geniessen das Gefühl nach Monaten wieder in einer Großstadt zu sein. Doch es gibt eine Tagesaufgabe, denn auch wenn ich den ganzen Tag mit dem Bus im Kreis fahren könnte, so brauchen wir noch ein Fahrzeug um das Känguru-Land auf eigene Faust zu erkunden. Schon vor unsere Abreise haben wir etliche Mietwagen-Optionen gecheckt und obwohl wir standesgemäß zum 4x4-Geländewagen greifen müssten, sagt unser Reisebudget: "Kleinwagen mit Dachzelt". Und so stehen wir am nächsten Tag auf dem Hof von Wicked Campers und bekommen unseren neuen Reisebegleiter übergeben. Einen Nissan Pulsar ST, der wie man uns anpreist "brandnew" ist. In Australien ist das der Begriff für 20.000 Kilometer auf dem Tacho. Der Zustand ist tip-top - kratzerfrei, sauber und inkl. Geldbeutel des Vormieters. Das dazugehörige Dachzelt checken wir erst am ersten Abend, leider hätten wir damit wohl bis zu vollkommenen Dunkelheit warten sollen. Sauberkeit und Konstruktion befinden sich vermutlich auf dem australischen Durchschnittsniveau, können unserem deutschen Qualitätsverständnis jedoch nur schwer standhalten. Dennoch brechen wir zu unserer Reise über den roten Kontinent auf und freuen uns gute anderthalb Meter über der Krokodil-Snack-Höhe zu schlafen.
Von Opua nach Brisbane
Zwei Wochen haben wir ein Haus gehütet und ich habe einige Näharbeiten übernommen. Da aber auch diese Zeit nur begrenzt war, mussten Pläne für die nächsten Tage her. Da wir uns nun lange genug im Norden der Nordinsel rumgetrieben haben wollten wir endlich mal weiter ziehen. Die Wettervorhersage hat aber deutlich gekauft, dass der "Winter" noch etwas andauern wird. Hinzu kommt, dass wir nicht wie gedacht unsere Reise verlängern können um nach unsrem Neuseeland Aufenthalt nach Australien zu reisen. Kurz entschlossen haben wir also einen Stellplatz für unsere Motorräder gefunden und Flugtickets nach Australien gekauft. In Brisbane angekommen haben wir uns ein Auto mit Dachzelt gemietet. Das Abenteuer Australien kann also beginnen.
Bay of Islands
Zum zweit Mal sind wir nun in der Bay of Islands. Am vergangenen Wochenende haben wir einen Wochenendausflug von der Mandarinenplantage aus gemacht. Wir sind durch Paihia spaziert und sind mit der Fähre nach Russel gefahren. Beide Orte sind sehr touristisch. Eine schöne Abwechslung zu den abgelegenen Campingplätze auf den wir vor unsere "Berufstätigkeit" unterwegs waren.
Auf der Suche nach weiterer Arbeit sind wir erneut in die Bay of Islands gefahren. Hierzu werden wir zu einem späteren Zeitpunkt mehr berichten. Durch einen glückliche Fügung haben wir einen fantastischen Segelausflug machen können. Hierbei haben wir sowohl Delphine als auch Orcawale gesehen. Bisher war dies der für mich schönste und spektakulärste Ausflug in Neuseeland.
Eindrücke aus der Bay of Islands
Waipoua Forest
Nach einer viel zu langen Zeit war es sehr befreiendes und erholsames Gefühl mit dem Zelt im Gepäck die Ausfahrt der Mandarinen Plantage entlangzufahren. Ich fieberte diesem Wochenend-Ausflug bereits seit dem Eintreffen unseres neuen Zeltes, welches wir Miss Piggy taufen, entgegen.
Als wir den Zeltplatz erreichten war es bereits dunkel. Im Regen haben wir unser neues zwei-Raum-Luxus-Zelt aufgebaut. Schnell hat Steffen herausgefunden, dass vom Zeltplatz ein Wanderweg abgeht. Das Gebiet um den Zeltplatz herum ist das Zuhause der seltenen Kiwis. Da wir den Kiwi als Silhouette für unseren Blog genutzt haben, haben wir uns als Ziel gesetzt einen Kiwi in freier Wildbahn zu sehen.
Der Kiwi ist ein inzwischen sehr seltener flugunfähiger Vogel den es nur in Neuseeland gibt. Er ist sehr scheu und nachtaktiv. Der Spitzname der Neuseeländer lässt sich auf diesen Vogel zurückführen. Damit wir uns auf dem Wanderweg bei Nacht zurecht finden, haben wir den Walk bereits tagsüber gemacht. Am Abend war es mir jedoch nicht sehr geheuer, mit unseren roten Lampen haben wir nicht besonders weit sehen können. Ich habe mich nach einigen Metern dafür entschieden, die Wanderung nicht weiter zu machen. Steffen hat später am Abend mit einigen anderen vom Zeltplatz die Wanderung gemacht. Jedoch haben sie keinen Kiwi gesehen.
Der eigentliche Grund für unseren Ausflug waren die riesigen Kauri Bäume. Im Waipoua Forest stehen die größten Bäume dieser Art. Es war für mich ein unfassbares Gefühl, als wir vor diesen riesigen Bäumen standen. Die großen Kauri Bäume wachsen seit über 1000 Jahren. Weitere Pflanzen wachsen auf diesen. Es war einfach unbeschreiblich, vor diesen Bäumen zu stehen. Voller Anmut haben wir uns verschiedene quasi prominente Bäume angeschaut. Zu diesen gehört die Formation der "Four Sisters", der zwei größten Baum "Te Matua Ngahere" und der größte Kauri Baum Neuseelands "Tane Mahuta".
Der zweitgrößte Baum wurde von der Natur richtig in Szene gesetzt. Um den Baum herum war eine kleine Lichtung, so dass der Baum besonders beleuchtet wirkte. Vom größten Baum hingegen war ich etwas enttäuscht. Diesen mussten wir regelrecht suchen. Dennoch war es ein spannender Ausflug der ein ehrwürdiges Gefühl der Kauri Bäume in mir hinterlassen hat.
Mandarinen Plantage
Die letzten Wochen haben wir auf einer Mandarinen Plantage gearbeitet. Nach unserer Pleite auf der Blaubeere-Plantage war diese Arbeit sehr erholsam. Unsere Chefs, ein sehr nettes Ehepaar, haben alles dafür getan, dass wir uns auf der Farm wohlfühlen. Für uns Pflücker gab es einen extra Pausenraum. Hier gab es kostenlosen Kaffee und Tee für die reichlich bemessenen Pausen.
In der ersten Woche haben wir noch in einem Hostel gewohnt. Da wir uns dort jedoch sehr unwohl gefühlt haben, wurden wir von unseren Chefs eingeladen, gegen kleines Geld auf der Plantage zu wohnen. Dieses Angebot haben wir dankend angenommen.
Nach über fünf Wochen sind uns die Mandarinen richtig ans Herz gewachsen. Wenn wir nun in Zukunft Mandarinen essen, werden wir uns immer mit Freude an die Zeit auf der Plantage zurück erinnern.
Far North: Cape Reinga und der Ninety Mile Beach
An unserem ersten freien Tag sind wir mit den Motorrädern zum Cape Reinga abgedüst, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Das obligatorische Touristen-Poser-Foto wurde uns zwar vom Wind erschwert, dafür hatten wir auf Grund des unbeständigen Wetters die Aussichtsplattform vorerst für uns alleine. Die mehrstündige Wanderung haben wir uns dann jedoch wettertechnisch gespart.
Das größte Highlight war mit Sicherheit unsere Fahrt über den 90 Mile Beach. Ein 88 Kilometer langen Strand im Norden Neuseelands, der als Teil des offiziellen Straßensystems gilt und bei Ebbe mit dem eigenen Fahrzeug befahren werden kann und darf. Doch das Abenteuer beginnt schon vorher. Um möglichst weit nördlich auf den Strand zu gelangen hat uns unser Freund Rocco den Einstieg über den Te Paki Stream empfohlen, einen bis zu 20cm tiefen “Fluss”, den man mit dem Motorrad geschickt der Länge nach abfahren kann.
Los geht es an den riesigen Te Paki Sanddünen, an den sich touristische Sandboarder zu schaffen machen. 3 km folgen wir dem Fluss und kreuzen ihn etliche Male um von einer Sandbank zur nächsten zu fahren. Und dann sind wir da: am 90 Mile Beach, der ja eigentlich nur 55 Meilen lang ist. Der Boden ist hart wie Asphalt und nur feiner Sand wird vom Wind in kleinen Verwehungen über den Boden gepeitscht.
Das Glücksgefühl ist riesig auf den ersten Metern, die Anfahrt durch den Te Paki Stream haben uns doch einige Zweifel bereitet und noch ist ungewiss ob es weiter mit so fahrbarem Untergrund zu tun haben werden. Aber mit jedem Meter steigt die Lust; die Last der Sorgen fällt ab und wir nehmen stetig an Tempo auf.
Ab und zu durchqueren wir einen flachen Bach der ins Meer fließt. Der ansteigende Momentan-Verbrauch und das schwimmende Hinterrad melden weichere Sandpassagen an. Die groben Reifen wirbeln beim Beschleunigen den Strandsand auf. Und in dem Moment in dem man realisiert, dass man gerade mit 100 Sachen über einen Sandstrand fegt auf dem keine Menschenseele unterwegs ist, kann man einfach nur noch vor Glück juchzen!
Ein Polizei-Geländewagen kommt uns entgegen nur um uns wie zur Bestätigung zu passieren und einige Kilometer hinter uns im Dunst zu verschwinden. Wenige Fahrzeuge begegnen uns auf unserer Fahrt und nach etwa 80 Kilometern verlassen wir den Strand in Ahipara. Man kann den Strand auch mit einer Bustour oder mit dem Auto befahren, aber ich halte das eigentlich nur mit dem Motorrad für wirklich spektakulär. The real deal!
Eindrücke aus Far North
Arbeit: Zwei Wochen auf der Blaubeerplantage
Nachdem wir etliche Wochen gereist sind, war es Zeit mal innezuhalten und auch ein wenig zu arbeiten um die Reisekasse zu entlasten. Da wir immer noch keine Steuernummern hatten, suchten wir uns einen Job bei dem wir Unterkunft und Verpflegung bekommen sollten.
Die Anzeige hörte sich gut an. Zwei Wochen sollten wir das Haus hüten, die Hunde füttern, Unkraut jäten und etwas Gartenarbeit verrichten. Leider war die Wirklichkeit doch sehr anders. Jeden zweiten Tag haben wir 8 Stunden schwer geschuftet um uns ein teilweise spärliches Abendbrot zu verdienen. Wohlgefühlt haben wir uns nicht, aber ein paar interessante Erfahrung waren auch dabei. Ich durfte Quad fahren und auch Traktor. Die beiden Rottweiler waren super lieb und einfach nur zum Knutschen. Das Haus gehütet haben wir dann lediglich zwei Tage lang, die waren dann doch recht entspannt und wir konnten in Ruhe unsere Ausrüstung für die kommenden Abenteuer vorbereiten.
Eindrücke aus Northland