By Tola Akindipe Flüchtlinge Willkommen (“Refugees Welcome”) is a digital platform that unites flatshares and refugees. To mark World...
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@fluechtlinge-willkommen
By Tola Akindipe Flüchtlinge Willkommen (“Refugees Welcome”) is a digital platform that unites flatshares and refugees. To mark World...
http://www.radio.cz/de/rubrik/kaleidoskop/zimmer-frei-fluechtling-gesucht
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/deutscher-integrationspreis-fluechtlingsprojekte-ausgezeichnet-100.html
https://www.welt.de/regionales/bayern/article170092851/Drei-Fluechtlingsprojekte-erhalten-Integrationspreis.html
und
http://www.fr.de/frankfurt/deutscher-integrationspreis-integrationspreis-fuer-frankfurter-projekt-a-1376312
https://www.globalcitizen.org/en/content/how-to-help-syrian-refugees-5th-anniversary-crisis/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=share
ÂżCuántos refugiados lleva hospedados?AcogĂ a uno en mi piso de BerlĂn, hace tres años. Es Bakari, de Mali. VivĂa en la calle. No le llame refugiado.ÂżCĂłmo, pues?Persona refugiada. Es una persona...
Wir werden als prominente UnterstĂĽtzer*innen von Sparknews genannt:Â http://www.deutschlandfunk.de/sparknews-in-frankreich-gute-nachrichten-aus-dem-netz.2907.de.html?dram:article_id=396198
Bericht über den Film “Club Europa”, deren Regisseurin wir bei der Umsetzung beraten haben: http://www.liberation.fr/planete/2017/07/27/les-allemands-tirailles-par-la-question-des-migrants_1586563
Auszüge aus der Rede von unserer Mitgründerin Mareike anlässlich des “Act for Impact”-Finale in München 2017
Eigentlich begann alles 2014 am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg. Geflüchtete Menschen hatten den Platz besetzt, um gegen die Unterbringung in Lagern und die Residenzpflicht zu demonstrieren. Menschen, die alles hinter sich gelassen hatten und in Deutschland Schutz und Unterstützung suchten. Die Allermeisten von ihnen waren obdachlos. Noch war es warm, es war Frühling, dann Sommer. Doch wie sollte es im Winter werden?! Die Unterstützung der Bevölkerung für die Geflüchteten schwand dahin, die Berliner Lokalpolitik hatte längst mit ihnen gebrochen.
Am Anfang stand eine Idee, besser: eine Frage. Die Frage, warum geflüchtete Menschen anders behandelt werden als Beheimatete. Die Frage, warum geflüchtete Menschen nicht einfach in WGs wohnen können anstatt in Massenunterkünften. Diese Frage stellten wir uns 2014 und – clickbaitingmäßig gesagt – was dann geschah, veränderte nicht nur mein Leben, es veränderte das Leben vieler Menschen.
Im September 2014 zog ich für ein halbes Jahr nach Kairo, in meiner WG in Berlin war ein Zimmer frei. Nachdem mein Mitbewohner Jonas und ich uns monatelang mit der Situation am Oranienplatz auseinandergesetzt hatten, beschlossen wir, selbst aktiv zu werden: Wir wollten unser Zimmer, das wir sonst über WG-Gesucht vermietet hätten, einem Menschen zur Verfügung stellen, der am Oranienplatz obdachlos war.
Die Miete für das Zimmer finanzierten wir über monatliche Kleinstspenden aus  Freundes- und Familienkreis. Das funktionierte überraschend gut. Kontakte zu geflüchteten Menschen am Oranienplatz fanden wir über die Sozialarbeiterin Golde. Nachdem das alles so einfach schien, dachten Jonas, Golde und ich darüber nach, ob andere Menschen möglicherweise in der gleichen Weise aktiv werden wollten wie wir. Menschen, die ein freies Zimmer hatten und die Geflüchtete dabei unterstützen wollten, hier anzukommen und sich zurechtzufinden. Ganz in Ruhe, ohne den psychischen Druck, dem man in Massenunterkünften ausgesetzt ist. Wir setzten eine Website auf, erfanden ein einfaches, massentaugliches Design und überlegten uns einen eingängigen Namen, der unsere Vision beschrieb: „Flüchtlinge Willkommen“.
Zwei Monate später gingen wir online und erzählten einer Handvoll Facebook-Freunde davon. Wie man das eben so machte. Und es gab sie: Es gab die Menschen, die freie Zimmer hatten und diese teilen wollten. 80 in der ersten Woche, etwa 400 nach zwei Monaten. Schon nach einem Tag hatten wir 1000 Likes auf Facebook und unsere Followerschaft wuchs rasant. Mittlerweile liken knapp 60.000 Leute „Flüchtlinge Willkommen“ auf Facebook. Unsere Social Media-Präsenz zog Journalist*innen an, die darüber berichten wollten: Zwei Tage nach dem Launch gaben wir unsere ersten Interviews, in den folgenden Wochen kamen viele Hundert weitere dazu. Ein Monat nach dem Start ging unsere Seite in Österreich online.
Wir hatten einen Nerv getroffen. Viele Menschen hatten offensichtlich nur auf ein Angebot wie unseres gewartet. Und es waren nicht nur die Großstädter aus Berlin. Auch hatten wir nicht damit gerechnet, welch breites Publikum die Idee ansprechen würde: vom Busfahrer aus Berlin, zu dem ein IT-ler aus Pakistan gezogen ist, der Theologin in Hamburg, bei der eine junge Irakerin lebt, zum Sozialarbeiter in Münster, zu dem ein syrischer Rechtsanwalt gezogen ist. Quer durch die Gesellschaft teilen Menschen die Auffassung, dass ein Leben in Massenunterkünften weder menschenwürdig noch in irgendeiner Form gewinnbringend für irgendwen ist.
In unsere Wohnung zog Bakary. Bakary, der – bevor er bei uns einzog –, obdachlos war. Der in U-Bahnen schlief, immer frisch rasiert, immer im Sitzen, immer bemüht so auszusehen, als sei er gerade auf dem Nachhauseweg vom Arbeiten und deswegen müde.
Ehrlich gesagt fanden wir uns schon ganz schön besonders für die Entscheidung, unsere Wohnung mit einer geflüchteten Person zu teilen. Mutig irgendwie und großzügig. Was wir übersahen: Wie mutig Bakary war, bei uns einzuziehen! Am Nachmittag bevor er das erste Mal bei uns schlief, fragten ihn Freunde, ob er eigentlich verrückt geworden sei, einfach so bei fremden Deutschen in der Wohnung zu schlafen. „Für umsonst?! Ja klar...“ Was ist schon umsonst?! Mit Sicherheit kein Zimmer in Berlin im Dezember. Da ist doch etwas faul!
Bakary zögerte, doch er wollte uns einen Gefallen tun. Er überwand sich, trug seine Sachen zu uns und tat kaum ein Auge zu in dieser Nacht. Es dauerte Wochen, bis er uns von den Ängsten dieser ersten Nacht erzählte. Wie weird musste diese Zeit für ihn sein, denn schon kurze Zeit später begann die Interviewserie, für die immer unsere WG – die erste  – herhalten musste. Die Journalist*innen wollten schließlich zeigen, dass das Zusammenleben funktionierte. Also begann Bakary, 39, zögerlich seine Rolle als Interviewpartner wahrzunehmen. Er sprach mit der ARD, dem slowenischen Fernsehen, dem Guardian, auf der Konferenz re:publica und mehr und mehr nahm er die Rolle eines selbstbewussten Sprachrohrs für geflüchtete Menschen ein.
„Und wie war nun das Zusammenleben mit Bakary?“ ( – die Frage, die uns alle Journalist*innen stellten.) Zunächst mal war es ein ganz normales Zusammenleben, es ist für das typische Einerlei aus Kochen/Bad putzen/schlafen relativ egal, ob dein Mitbewohner aus Bamako oder Berlin kommt. Es passierte das ganz Normale in WGs: Wir lernten voneinander, teilten unsere Lebenswelten. Er ging mit uns feiern, wir gingen mit ihm in seine Moschee. Wir versuchten zu verstehen, wie das Leben als geflüchteter Mensch in Deutschland ist, er fragte uns, warum in Deutschland über die Legalisierung von Drogen diskutiert wird, aber Menschen „illegal“ sein können. Natürlich lernten wir voneinander, aber zunächst einmal lernten wir uns kennen. Von Mensch zu Mensch. Nicht mehr und nicht weniger. Heute lebt Bakary in Ulm, er arbeitet als Goldschmied; in dem Beruf, den er einst von seinem Vater erlernt hat. Wir telefonieren immer noch häufig miteinander, sind Freunde geworden. Bakary sagt über „Flüchtlinge Willkommen“: „Es ist wie Reisen – ohne dass du dein Zuhause verlässt“.
Aus der fixen Idee von drei jungen Menschen ist eine NGO gewachsen, für die sieben Menschen hauptberuflich arbeiten und für die sich 60 Menschen deutschlandweit engagieren. Journalist*innen aus der ganzen Welt berichteten über unsere Idee, was dazu führte, dass Menschen aus anderen Ländern sie bei sich umsetzten. Neben unserem deutschen Team gibt es Teams in 11 weiteren europäischen Ländern sowie eines in Kanada und eines in Australien. Alle arbeiten basierend auf unserer Idee und nach unserem Vorbild.
Wir sind fester Bestandteil der Social Entrepreneur-Szene in Deutschland, sprechen auf Panels in ganz Europa, geben Workshops und halten Vorträge. Tausende Menschen sind aus Massenunterkünften oder aus der Obdachlosigkeit in private Unterkünfte gezogen, zu Familien, Studi-WGs, Alleinerziehenden, Paaren und Alleinlebenden.
„FlĂĽchtlinge Willkommen“ ist fĂĽr mich immer noch eine atemlose Fahrt: Eine Fahrt, die uns durch Gutes und Schlechtes, durch Höhen und Tiefen fĂĽhrt; eine Fahrt, die uns vor ungeheure Herausforderungen stellt, uns mit Ă„ngsten und Stolz, Rassismus und Solidarität, Kummer und GlĂĽck konfrontiert. Â
Kummer bereitet uns, dass die bedingungslose Solidarität der Menschen einem Zaudern und Abwägen gewichen ist. 2015 bekamen wir so viele Zimmer-Angebote, dass wir es gar nicht schafften, sie zu bearbeiten. Heute freuen wir uns über jede einzelne Anmeldung. Wenn das freie Zimmer dann – wie so häufig – an kategorische Bedingungen geknüpft ist (keine Muslim*innen, keine Menschen aus afrikanischen Ländern, nur Veganer*innen usw.) fällt es uns leider viel schwerer diese abzulehnen, auch wenn sie manchmal offen rassistisch sind. Tragisch ist das, weil deutlich wird, dass sich Fremdenhass und Islamophobie einen breiten Weg in unsere Gesellschaft gebahnt hat – und das befördert durch Parteien, die mittlerweile in unseren Parlamenten sitzen. Teil dieser Entwicklung ist auch, dass unser Team mit Bedrohung und Einschüchterung konfrontiert ist und zwar in jeder Form auf der Palette von „Ausländer raus“ bis zu „Ab ins KZ“.
Glücklich sind wir über jede einzelne Vermittlung. Jeder einzelne Fall, wo ein Mensch aus einer Massenunterkunft in ein Zusammenleben mit Beheimateten ziehen kann, bedeutet uns unglaublich viel. Und jede Rückmeldung aus einem Zusammenleben bestärkt uns in unserer Arbeit und motiviert uns weiterzumachen.
FĂĽr mich ist ein Traum in ErfĂĽllung gegangen, ein Traum, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich ihn habe. Als Kind wollte ich immer Erfinderin sein. Heute lebe ich von dem, was ich gemeinsam mit anderen erfunden habe.
Grund dafür, dass so viele Menschen auf der Flucht sind, ist unter anderem die fixe Idee, alles vergrößern, vermehren und optimieren zu wollen. Warum soll ich 20 € für ein T-Shirt ausgeben, wenn ich eines für 3 € haben kann?! Warum soll ich mein Smartphone reparieren, wenn ich günstiger ein neues kaufen kann?! Warum soll ich auf Produkte von Nestlé und Unilever verzichten, wenn Wagner, Lipton und Magnum halt nun mal geil sind?! Vielleicht weil wir uns mit diesem Lebensstil mitschuldig machen daran, warum Menschen gezwungen sind zu migrieren. Wenn ein Senegalese für einen Hungerlohn Tomaten in Italien erntet, die dann in den Senegal verkauft werden, weil Senegal so ein toller Absatzmarkt für italienische Tomaten ist und diese noch dazu günstiger sind als senegalesische Tomaten, dann ist das zwar eine unglaubliche Ironie, aber auch eine schlimme.
Fakt ist, dass wir mit unseren Exporten Märkte in anderen Ländern kaputt machen, die uns so lange egal sind, bis ihre Bürger*innen bei uns leben wollen. Und wenn dieser Senegalese nach Deutschland kommt, weil es in Italien nicht genügend Arbeit für alle Senegalesen gibt, denn ist er zwar für einige unserer Parteien ein sogenannter „Wirtschaftsflüchtling“, aber tatsächlich resultiert Migration sehr oft aus wirtschaftlichen Gründen.
Permanent – auch jetzt in diesem Moment – machen sich Menschen auf den Weg übers Mittelmeer, um Krieg, Armut und Perspektivlosigkeit zu entfliehen. Jeder 34. Mensch, der auf ein Boot steigt, stirbt derzeit auf dem Mittelmeer.
Ich weigere mich weiterhin, Menschen in Kategorien einzuteilen. In „Flüchtlinge“, Migrant*innen und noch dazu gute und schlechte. Wenn wir nur einen Funken Solidarität und Rückgrat haben, dann beginnen wir, komplexe globale Umstände nicht auf den Terminus „Fluchtursachen“ herunterzubrechen. Und wenn wir das doch tun, dann sollten wir uns als allererstes einmal unsere Rolle bei diesen Fluchtursachen ansehen. Und am besten beginnen wir dabei mit unserer historischen Verantwortung als Kolonisator*innen.
In diesem Sinne heiĂźen wir daher weiterhin Newcomer, Migrant*innen und geflĂĽchtete Menschen Willkommen.
Wir sind in der Spiegel Ausgabe Nr. 19/2017
Diese Sozialunternehmen aus Deutschland sind so gut, dass ihre Ideen auch im Ausland funktionieren
http://www.exberliner.com/features/lifestyle/the-refugee-home-hunt/
Wenn man es küchenpsychologisch betrachtet, gibt es im Jahr 2017 zwei Arten von Menschen in Deutschland: die, die aufgrund der vielen Flüchtlinge (und der vielen dramatisierenden Berichte über sie) Angst haben, das Abendland könnte bald untergehen; und die, von denen man zufällig erfährt, dass sie selbst einen Flüchtling bei sich zu Hause aufgenommen haben.
Im “Nederlands Dagblad”
Technology includes an 'Airbnb for refugees' and digital debit cards for refugees who can't open bank accounts
Offener Brief an die ZEIT-Redaktion
Liebe ZEIT-Redaktion,
als ich gestern die aktuelle Ausgabe aufgeschlagen habe, war ich gleich mehrfach fassungslos. Auf Seite 5 sticht mir die fett gedruckte schwarze Überschrift “Flüchtling” ins Auge, darunter spiegelt sich in rot das Wort “Terrorist”. Ernsthaft? Was wollt ihr damit sagen? Dass sich auf das Wort “Flüchtling” das Wort “Terrorist” reimt? Dass man die zwei Wörter guten Gewissens in einer riesigen Überschrift in Bezug setzen kann? Der Artikel darunter ist derart uninformativ - und damit meine ich nicht nur, dass mit den Wörtern “womöglich”, “vielleicht” und “mutmaßlich” nach dem Gießkannen-Prinzip umgegangen wird - dass ich mich frage, was ihr mit dem Abdruck dieses Artikels bezweckt.
Ein paar Seiten weiter lese ich die Unterüberschrift “Der Linken-Abgeordnete Diether Dehm schmuggelt einen Afrikaner nach Deutschland”. Auch hier: Was soll das? Ist Afrika ein Land? Wäre es nicht zumindest interessant zu wissen, aus welchem afrikanischen Land der Geflüchtete kommt? Oder andersrum gefragt: Dass er Afrikaner ist, spielt für den Artikel eine wichtige Rolle? Nein, tut es eben nicht! Für diesen Artikel ist es sogar komplett unerheblich! Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr bei einem syrischen Geflüchteten nicht geschrieben hättet: “Der Linken-Abgeordnete Diether Dehm schmuggelt einen Asiaten nach Deutschland”.
Noch vor einem Jahr wäre die Verbindung von Geflüchteten zu Terroristen ganz klar als rechtes Gedankengut identifiziert worden. Heute kann eine linksliberale Zeitung eine Überschrift im BILD-Stil in ihrem Politik-Teil fröhlich abdrucken. Wieso wundert sich überhaupt noch jemand darüber, dass Teile der sogenannten Mitte die AfD wählen oder meinen, man müsse diesem “unkontrolliertem Zustrom” von “potentiellen Terroristen” Einhalt gebieten? Was denkt ihr, woher die Auffassung kommt, dass geflüchtete Menschen eine homogene Masse sind? Seid ihr nicht mehr bereit zu differenzieren? Was bleibt wohl denn beim geschätzten Leser/der geschätzten Leserin hängen - Flüchtling=Terrorist?!
Ihr als Medium von dem man anderes erwarten könnte, stoßt einfach mit hinein, in das Horn der (noch nicht mal subtilen!) Verunglimpfungen. “Flüchtling” ist nur eines von Hunderten Labels, die man auf Menschen anwenden kann. Menschen haben Berufe, gehören Nationen und Völkern an, sind alt, jung oder irgendwas dazwischen, von irgendeinem Geschlecht usw. Indem ihr auf Differenzierung verzichtet, rückt ihr viele, viele Menschen, die rein zufällig das Schicksal von Flucht teilen, in eine Richtung: In die von Terroristen. Seid euch dessen bewusst und wundert euch nicht über ein Erstarken von anderen undifferenzierten Äußerungen. Ihr tragt selbst dazu bei.
Mareike Geiling