Billige Imagepflege via Facebook – wie Mario Götze an seinem Image arbeitet
Mario Götze hat diese Woche der „Süddeutschen Zeitung“ ein Interview gegeben. Und sich darüber beklagt, dass er so oft missverstanden werde und Journalisten Sätze aus dem Zusammenhang rissen und Dinge verdrehten. Deshalb sei sein Image so schlecht.
Wie gut, dass es heutzutage Image-Werbung für unglaublich wenig Geld gibt. Beispiel: neulich teilte eine hessische Handball-Spielerin Götze via Facebook mit, dass er eine Kiste Bier zu geben habe, weil es Regel sei, dass eine Spielerin, die in der lokalen Presse erwähnt wird, eine Kiste Bier zu geben habe und er mit der Siegtorschützin wegen ihres späten Siegtreffers in einer Überschrift genannt wurde („Götz macht den Götze“). Ist zwar ziemlich sinnlos, aber probieren kann man es ja mal. Die Frage ist ja, welche Möglichkeiten ein Mario Götze nun hat? Entweder nicht darauf eingehen und sich unter Umständen noch den Vorwurf gefallen lassen, dass er arrogant und abgehoben und nicht mal für so einen Spaß zu haben sei – oder eben mitmachen, großzügig ein signiertes Trikot dazulegen, das Ganze über Facebook rausposaunen, fast 36.000 Likes und in vielen, vielen Medien ein positives Echo bekommen. Auch die beschenkte Handballerin war ganz begeistert und schrieb auf Facebook: „Du bist einfach ein Traum! Das war alles so eine spontane spaßige Aktion! Du bist einfach ein super sympathischer Mensch und ich freue mich dass du so auf dem Boden geblieben bist! Super! Danke!” Sympathisch und auf dem Boden geblieben sind sicher nicht unbedingt die Eigenschaften, die die große Mehrheit der Öffentlichkeit Mario Götze zuschreiben würde.
Vor etwas mehr als drei Monaten gab es schon eine ganz ähnliche Aktion: damals hatte ein Bayern-Fan aus Ärger darüber, dass er als Mario Götze im Play-Station-Spiel „Fifa 15“ in der letzten Minute einen Elfmeter verschossen hatte, seinen Controller gegen die Wand gefeuert. Darauf schrieb er den FC Bayern auf Facebook an und verlangte von Mario Götze Geld für einen neuen Controller. Natürlich nur „spaßeshalber“, aber wie oben schon beschrieben, bleiben den Promis kaum Möglichkeiten. Also teilte Götze den Post, äußerte Verständnis und schickte dem Fan ein Paket, in dem wahrscheinlich neben einigen Bayern-Fanartikeln ein neuer Play Station-Controller lag. Auch hier: kleine Geste (zumindest, wenn man mehrere Millionen im Jahr verdient), große Wirkung. Viele Online-Portale griffen das Thema auf und machten somit Imagewerbung für Mario Götze.
Wobei der höchstwahrscheinlich nicht allzu viel selbst damit zu tun hat, sondern eine Agentur haben wird, die ihn auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken betreut. Die haben dann die Idee und Götze macht ein Foto, das öffentlichkeitswirksam gepostet wird. Über den Menschen Götze lässt das meiner Meinung nach keinerlei Rückschlüsse zu, denn wie erwähnt hat er kaum Optionen. Im Zweifel lieber ein paar Euro investiert und auf eigentlich doofe oder freche Anfragen reagiert als das Risiko eingegangen, durch das Ignorieren einen Imageschaden davonzutragen. Denn die Euros sind es für Götze auf jeden Fall wert, bei der positiven Publicity, die er durch diese Aktionen bekommt.











