Eure acht Fragen an Petra Neugebauer von der SPD
Letzte Woche hattet ihr die Möglichkeit uns acht Fragen an die Bürgermeisterkandidaten zu schicken. Wir haben diese für euch weitergeleitet und werden die Antworten der Kandidaten im Laufe der Woche hier veröffentlichen.
Petra Neugebauer tritt als Bürgermeisterkandidatin für die SPD an. Ihr findet sie auf Liste 2, Platz 1. Sie wohnt seit über 30 Jahren in Gauting und ist beruflich als Verwaltungsangestellte im Forstamt tätig. Seit 2008 sitzt sie bereits im Gautinger Gemeinderat.
Anmerkung: Wir hatten den Kandidaten ein Limit von 300 Zeichen pro Antwort gegeben. Leider hielt sich Frau Neugebauer als einzige Kandidaten nicht an diese Beschränkung. Wir veröffentlichen Ihre Antworten trotzdem.
Der Gautinger SC als größter Verein erfährt durch die Gemeinde praktisch keinerlei Unterstützung. Wie wird dies unter Ihnen als Bürgermeister werden?
Die Fakten sind: Die Gemeinde Gauting hat für den GSC seit der Gründung 2005 580.000 € Investitionszuschüsse gewährt, 510.000 € Erbpachtzinsen übernommen und 180.000 € Zuschüsse zum laufenden Betrieb gezahlt.Darüber hinaus hat die Gemeinde in den Jahren 2006 bis 2009 auf Insgesamt 400.000 € Erbpachtzinsen verzichtet, da der Übertrag durch einen neuen Erbpachtvertrag über das Grundstück noch vom Freistaat Bayern blockiert war. Des Weiteren hat die Gemeinde in Abwicklung der Insolvenz des Vorgängervereins durch Übernahme von Bürgschaften und Ablöse von Krediten und Zuschüssen den Freistaates in Höhe von 550.000 € und 450.000 € Verzicht von Rückforderungen gegenüben dem TSV Insolvenzverwalterden Spielbetrieb für den neuen Verein (GSC) ermöglicht. In Summe bedeutet dies haushaltsrelevant für die Gemeinde einen Betrag von 2,67 Mio €, von denen auf den GSC seit Gründung in 2005 1,27 Mio. € entfallen. Darin enthalten sind für 2014 Zuschüsse in Höhe von 45.000 € für Investitionen, 5.000 € für Übungsleiter und 105.000 E Erbpachtzinsen im Haushalt veranschlagt. Selbstverständlich werde ich die Vereine auch weiter unterstützen, da sie einen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen leisten.
Warum sehen alle Neubauentwürfe für den Bahnhof, die Grundschule oder das Grill-Grundstück aus wie Plattenbauten?
Moderne zeitgenössische Architektur! Jede Zeit u.Generation hat ihren eigenen Stil. Gerade darum ist es mir wichtig, dass der alte Bahnhof erhalten bleibt und optisch ansprechend restauriert wird. Die SPD war die einzige Fraktion, die gegen einen Abriss war. Der Bahnhof steht für die Entwicklung Gautings.
Sind Sie für eine Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes?
Nein, wir brauchen dringend diese Einnahmen und müssen die Möglichkeiten nutzen, mehr innovatives Gewerbe im Ort anzusiedeln, vorhandene Gewerbeflächen zu erhalten und landschafts- und ortsbildverträglich Gewerbegebiete zu entwickeln. Gauting liegt mit 6 Mio. € Gewerbesteuereinnahmen nicht schlecht. Aufgrund der attraktiven Lage und der guten Schulausstattung haben wir eine stabile komfortable Einnahme bei der Einkommenssteuer.
Warum wurde nie diskutiert, ob die Grundschule nicht wieder in ihr altes Gebäude zurück kommt?
Es wurde diskutiert und durch Fachgutachten festgestellt, dass das Gebäude einen wirtschaftlichen Totalschaden hat. Darüber wurde einstimmig Beschluss gefasst. Es wurden umfangreiche Untersuchungen durch Fachleute an der Bausubstanz durchgeführt, die ergeben haben, dass nicht nur die Decken einsturzgefährdet sind, sondern das Gebäude auch mit der Statik mittlerweile ein erhebliches Problem hat. Eine Sanierung wäre unwirtschaftlich gewesen.
Warum ist es seit Jahrzehnten so schwierig einem Bebauungsplan für das Grillgrundstück zuzustimmen?
Die Gemeinde hat seit Jahren etliche Gespräche geführt. Die Eigentümer haben immer wieder wechselnde Investoren und Architekten gebracht, deren Vorstellungen man im BP berücksichtigen wollte, darum hat sich der Abschluss des BP so lange hingezogen. Die Vorstellungen lagen immer über dem noch geltenden alten Baulinienplan. Gescheitert ist es an dem Ziel, maximales Baurecht zu bekommen. Wir müssen darauf achten, alle Bauwerber gleich zu behandeln und auf eine ortsverträgliche, maßstäbliche Optik.
Neue Würmbrücke, neue Realschule, Umbau der alten Realschule, Umgehungsstrasse für Ober- und Unterbrunn, Ausbau des bosco, Würmterassen, Abbau von Schulden. Warum sprechen immer alle Leute von einem Stillstand?
Das Märchen vom Stillstand ist zum einen eine Kampagne in Wahlkampfzeiten. Zum anderen zeigt es aber, dass wir die Information für die Bürger deutlich verbessern müssen. Das habe ich mir vorgenommen.
Warum bzw. durch was halten gerade Sie sich geeignet eine Gemeinde zu führen?
Ich setze mich seit Jahren beruflich (Gesamtpersonalrätin) erfolgreich dafür ein, die Bedingungen für Menschen zu verbessern und gute Lösungen zu finden. Information, Kommunikation und Transparenz sind die Säulen eines guten Miteinanders. Ich bin ein Mensch, der für andere ein offenes Ohr hat, gerne motiviert, aktiviert und sich kümmert. Erfahrung in 31 Jahren Verwaltung und 9 Jahren im wirtschaftlichen Unternehmen ist eine hervorragende Voraussetzung für das Amt der Bürgermeisterin.
Was sind die ersten drei Dinge, die Sie im Falle eines Wahlsiegs unmittelbar in Gauting verändern/-bessern würden?
Ich möchte die Weichen für eine geordnete, dauerhafte und rechtlich verankerte Bürgerbeteiligung stellen. Wir müssen uns gesellschafts- und kommunalpolitisch weiterentwickeln und verbessern. Das geht nur mit den Bürgern. Ich möchte bei allen Beteiligten den gleichen Wissenstand herstellen durch mehr und regelmäßige Information. Ich möchte noch vor der Sommerpause ein Bürgerfest organisieren, wo sich die Bürger, die neuen Gemeinderäte und die Vereine kennenlernen können.