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@german-doctor-o
Chiska, Labrador Retriever mix (4 m/o), Damrak & Prins Hendrikkade, Amsterdam, Netherlands
Video: Birds with Arms (ASUS Commercial)
reblogged with one particular person in mind.
This is beautiful.
I am so disturbed by this.
Well that’s weird and fun
Selfie with Andrian.Â
Cogon market hall, Beb's Beauty Salon.
Cogon market hall, dried fish.
Cogon Market hall, vegetables area
Cogon market hall, sausage-making.
Cogon Market hall, fish area.
Cogon Market, evening time.
Durian Fruits, at the Cogon Market
Cogon-Market, impression
Heute ist mein letzter Tag in Cagayan de Oro. Am Freitag war mein letzter Arbeitstag, und ab morgen geht es auf den leider sehr viel kürzeren zweiten Teil meines Einsatzes. Es geht in die Berge nach Arakan, nördlich von Davao, zu den dort angesiedelten Dörfern, die natürlich ohne jegliche medizinische Versorgungsauskommen müssen. Ein kleines Team bestehend aus einem Arzt – moi - zwei Nurses, einem Driver und noch ein bis zwei Health Workern macht sich auf eine ca. 6-8stündige Fahrt, je nach dem wie gut oder wie schlecht die Wege momentan sind. Wenn es viel geregnet hat, sind die Wege eher schlecht passierbar, teilweise recht hoch gelegen, und.. ach ich will da erst gar nicht darüber nachdenken, genauso wenig wie über den Umstand, dass das alles mal Rebellengebiet war. Aber bisher ist nie etwas passiert, und die Kollegenm die diesen Trip bereits gemacht haben, waren begeistert. Landschaftlich sei es noch sehr unberührt und die Menschen seien unglaublich freundlich. Ich bin gespannt, ein Bericht sowie diverse Photos werden folgen.
Meine letzte Arbeitswoche war insgesamt sehr angenehm. Man merkte einfach, dass nicht zwei sondern 3-4 Ärzte am Arbeiten waren, und entsprechend pünktlich wurde man zum Abend hin fertig. An meinem letzten Tag wurde ich noch von zwei bzw. zunächst nur von einer ehemaligen Schwangeren aufgesucht. Sie beklagte Atemnot, Husten und Wasser in den Beinen. Die Beschwerden begannen etwa einen Monat vor ihrer Entbindung (Anfang September). Zunächst meinten die Ärzte noch zu ihr, das würde sich geben, aber eher das Gegenteil war der Fall. Das Wasser in den Beinen ginge nicht weg, sondern werde eher mehr, und sie hat das Gefühl, dass die Atembeschwerden auch immer mehr zunehmen. Ein Röntgenbild bestätigte dann den Verdacht einer sog. postpartalen Kardiomyopathie. Eine plötzliche Vergrösserung des Herzens in der Endphase der Schwangerschaft, die mit obigen Symptomen einher gehen kann. Eine klare Ursache gibt es nicht. Die Therapie ist medikamentös.
Die zweite Schwangere kam in mein Bureau mit erhöhtem Blutdruck. Oder anders ausgedrückt, sie war zunächst ‚nicht’ schwanger. Sie hatte ein Blutdruckproblem. Eine Messung bei uns ergab einen Wert von über 200 zu irgendwas, und ich wollte sie auf die Notfallambulanz schicken, um den Blutdruck medikamentös herunter zu regulieren. Sie war gerade im Begriff das Zimmer zu verlassen, als mir das lange wallende Hemd, und der darunter liegende Bauch auffiel. Ich hiel sie nochmal kurz auf, und frage ob sie schwanger sei. Belustigt über diese Frage, antwortete sie mit einem klaren grinsenden ‚Nein’. Aha.
‚Wann hatten sie zuletzt menstruiert?’
-      ‚Ich glaube im Februar. Und seitdem immer mal wieder mal kleinere „Momentblutungen“. Gestern erst, zum Beispiel.’
‚Und woher kommt der Bauch? War dieser schon immer so gross?’
-      ‚Nein. Der ist gewachsen..’
‚Waren sie nie beim Arzt ?’
-      ‚Ich habe Angst, dass es ein Tumor sein könnte. Wie bei meiner Tante. Sie ist daran gestorben’ (Das war wirklich ihre Antwort, wortwörtlich!) Â
Das ging noch kurz hin und her. Sie war 44 und hatte bereits 12 Kinder. Ich legte den Schallkopf auf den Bauch, weil ich Gewissheit brauchte. Wenn sie schwanger sein sollte, musste ich ein anderes Medikament geben, falls nicht, und es ein Tumor oder einfach Fett sein sollte.. Nun, so weit habe ich erst gar nicht gedacht, auf dem Bildschirm nämlich boxte ein grosses Mädchen kräftig gegen Muttis Bauch. Sie wurde ins nächste umliegende Krankenhaus geschickt. Falls sie wirklich immer mal wieder kleinere Blutungen haben sollte, und nun der Blutdruck auch unkontrolliert hoch geht, kann das ganze unschön enden. Von den ganzen fehlenden pränatalen Abklärungen ganz zu Schweigen.. Seltsamerweise hatte sie ihrer Tochter, die draussen wartete, nichts von der Schwangerschaft erzählt, wie ich später von der Notfallpflege erfahren habe...
Ach, ich bin schon traurig. Gerade in der letzten Woche habe ich gemerkt, wie gut ich mittlerweile hier am Leben teilnehme. Ich benutze Jeepneys, gehe auf den Cogon Market und kenne mittlerweile sogar einige Einheimisch. Ersteres ist ein Transportmittel, vergleichbar mit einem Stadtbus. Es handelt sich dabei um US-amerikanische Armeefahrzeuge, die umgebaut und farblich etwas aufgehübscht wurden. Eine Fahrt – egal wohin, so lange das Ziel auf der Route liegt – kostet 8 Pesos. Im Vergleich dazu zahlt man mit einem Taxi mindestens 40-80 Pesos.
Der Cogan-Market ist wie der Name schon sagt, ein Markt. Hier wird einfach alles angeboten. Von Gummischuhen, über Plastikklamotten, bis hin zu riesigen Mengen unterschiedlichen Obstes, Gemüses, und Fleisches. Ein Teil des Marktes befindet sich draussen, und der andere Teil, in einem wie ich vermute uralten stillgelegten ehemaligen Kaufhaus. Wie es sich gehört ist die Stimmung sehr bunt, laut und die Luft ist voll von unterschiedlichen Wohlgerüchen bis hin zu ekligem Gestank. Gestern war ich tagsüber in der Umgebung unterwegs, und kam dann zufälligerweise in den Bereich, in dem es sich wohl um Autoteile und -zubehör dreht. Ein Laden neben dem anderen zeigte eine Riesenauswahl an diversen Kleinkram, mit dem ich natürlich nichts anzufangen weiss, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der ein oder andere Autofreak hier einen Dauerorganismus erleben würde. Leider, wurde mir empfohlen keine Photos aufzunehmen....
Der Spaziergang wurde jäh von Regen unterbrochen. Aber nicht von irgendwelchen Pipifax-Niesel-Duschen, nope. Es schüttete durchgehend über mindestens 20 Minuten. Die Pfützen wurden immer grösser, und wie ich auch ein paar mal sehr zu meinem Leidwesen feststellen musste, immer tiefer. Na, man kann nicht alles haben, und Regen gehört dazu. Zumindest in diesen Monaten. Und das man aus unliebsamen Situationen immer das Beste machen muss, und auch kann, bewies eine Mutter auf der gegenüberliegenden Strassenseite, die ihre Kinder mit Seife bewaffnet nackt vor die Tür schickte. Wobei die hatten natürlich nackt wie sie waren, anderes im Kopf als sich zu duschen.
Wer bisher in meinen Berichten unerwähnt blieb ist Andrian. Ein junger Filipino, der bis vor einiger Zeit in Manila und Bangkok gelebt und als Mode- und Werbephotograph gearbeitet hat, und jetzt wieder nach Hause zurĂĽck gekehrt ist, um einen längeren Bali-Aufenthalt vorzubereiten. Er hat mich einfach in einem Coffee-Shop neugierig angequatscht, als er mich in dem German Doctors-Blue Book hatte lesen gesehen. Mittlerweile hat er mich einigen seiner Freunden, und auch seiner Familie vorgestellt, und haben auch diverese kulinarische Abende verbracht. Zum Essen wird es auch mal einen kleinen Extrapost mit Bildern geben...Â
So, das war vorerst mein letzter Bericht. In den Bergen gibt es kein Internet. Aber ich werde fleissig weiter schreiben, und das ganze schliesslich in einem Mammut-Post zum Besten geben.
Heute Morgen war ich sehr tapfer. Ich habe mit einer Kakerlake geduscht. Im Nachhinein fand ich sie etwas unheimlich. Sie ist nicht davon gehuscht als ich das Licht angemacht, mich ausgezogen oder das Wasser angestellt hatte. Vielleicht war sie selbstmorgefährdet, oder wurde von einem Parasiten, der sich in deren Gehirn eingenistet hat, dazu gelenkt mir beim Duschen zuzusehen. Ich weiss es einfach nicht.Â
Seit dem 1. SeptemBer befinden wir uns auf den Philippinen in der Ber-Season. Das ist die Zeit in der das Weihnachstgeschäft offiziell losgeht, benannt nach der Endsilbe der Monate September bis Dezember. Genau, das bedeutet, dass alle Welt um einen herum plötzlich Weihnachtslieder trällert, und faszinierenderweise stört sich keiner daran, ist doch schliesslich Ber-Season...
Wie schon in meinem letzten Eintrag angedeutet, war die letzte Woche meine Woche der spannenden Krankheitsfälle. Zwischen all den „Common Colds“ und Bluthochdrücken, und Hyperthyreosen, die alle irgendwann mal etwas öde werden, ploppten dann doch immer wieder mal, die ein oder anderen Kopfnüsse auf, die den Job eigentlich erst so richtig spannend machen:
Bereits in der vorangehenden Woche fischte ich zwei ziemlich eindrucksvolle Tuberkulose-Fälle heraus. Beides Männer, beide mit mehrmonatigen Husten und damit hörten die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Bei dem einen Patienten war bereits bei Eintritt in mein Zimmer ziemlich klar worauf es hinausläuft: abgemagert bis auf die Knochen, hüstelnd und eher bleich, sofern man das bei der sonnengebräunten bzw. dunklen Haut sagen kann. In der Anamnese kam dann raus, dass er bereits seit 4 Monaten vor sich hin hustet, und seit 1 Woche nun auch Blut. Bei genauerer Nachfrage kam schliesslich auch zu Tage, dass momentan sowohl sein Schwager als auch sein Bruder aufgrund einer Tuberkulose behandelt werden. Die Lunge klang auch in der Untersuchung etwas uneindeutig. Ich hatte das Gefühl mehrere Befunde gleichzeitig zu haben. Entsprechend stellte sich dann auch das Röntgenbild dar: dort wo es dunkel bis schwarz sein sollte, war es wolkig weiss, bis hin zu deutlich erkennbaren eher rundlichen verschatteten Strukturen.
Der zweite Patient kam rein, schwitzte sehr stark, hustete auch, wirkte aber insgesamt auf mich wie ein Alkoholiker. Er stellte sich vor mit Oberbauchschmerzen seit wenigen Monaten. Er trinke ca. 3x pro Woche gerne mal eine Flasche Rum, ansonsten arbeite er als Taxifahrer. ‚Und der Husten?’ hakte ich nach, nachdem er wieder einen Hustenanfall hatte. ‚Ach der’, winkte er ab, den hätte er schon seit mehreren Monaten, aber das käme sicherlich von der Klimaanlage im Auto.  Ansonsten hatte er keine Anzeichen für eine Tuberkulose. Als ich ihn körperlich untersuchte, stutzte ich etwas: Ich hörte auf der linken Lungenseite, im Vergleich zu rechts wenig. Eigentlich fast nichts. Kaum Atemgeräusche, und wenn ich mich besonders anstrengte vielleicht eine Art leichtes „Winseln“. ‚Sehr seltsam’, dachte ich nur. Aber besonders eindrucksvoll war schliesslich der Bauch. Die rechte Bauchhälfte war nahezu derb, und seltsam eindrückbar. Es tat ihm auch sichtlich weh, und da ich mir nicht vorstellen konnte, dass das die Leber sein soll, die sich über den rechten Bauch ausbreitet, legte ich den Schallkopf drauf... Nun.. es war die Leber.. aber.. nicht so, wie ich sie im Ultraschall sonst kenne. Sagen wir mal so, es war eine Art Patchwork-Leber. Die Leber war förmlich zerklüftet, durchzogen von grossen eher rundlichen Strukturen, teilweise mit Flüssigkeit gefüllt. Ich hatte eine leise Ahnung, und als ich Martin hinzuzog, teilte er meinen Verdacht auf eine Tuberkulose, die sich wohl im Körper ausbreitet. Im Röntgen der Lunge sah man dann auch an der eher "leisen" Stelle einen ziemlich grossen, wolkigen "Rundherd".
Was passiert mit diesen Patienten? Jeder Patient mit einem Tuberkulose-Verdacht, sei es jetzt in der Lunge oder „ausserhalb“, muss 3x Lungenschleim abhusten. Dieser wird dann auf Tuberkulose-Bakterien untersucht. Zudem werden sie in die sog. TB-Unit geschickt, die dann für die weitere Betreuung und Therapie der Patienten zuständig ist.
Ein weiteres Highlight für mich war ein 37jährige Mann, der sich nun zum 4. Mal innerhalb von 6 Monaten vorstellt, und zwar mit Aphten - also diesen kleinen schmerzhaften weissen Läsionen, im Mund. Das einzige was wirklich half war Kortison. Aber der gute Mann musste bereits zweimal (2008, 2011) wegen einer Tuberkulose behandelt werden. Ich war daher kein Fan von der Steroid-Therapie war, einfach weil die Tuberkulose darunter wieder aufblühen könnte. Ich hatte bereits eine Diagnose im Kopf, musste sie aber nur noch verifizieren. Wenn man im Studium dem Wort „Aphten“ begegnet, assoziiert man damit immer eine entzündliche Erkrankung kleinster Gefässe, dem M. Behçet. Ich weiss, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, weil das doch eine Krankheit ist, der man eher im Mittelmeerraum begegnet, aber was anderes fiel mir einfach nicht ein. Er spricht gut auf Prednison an – was schon mal für eine autoimmune Geschichte sprechen könnte, und ausserdem berichtete er von Genital-Ulcera und immer wieder aufkommenden Gelenkbeschwerden. Ebenfalls mögliche Symptome der Krankheit. Ich ging nochmal seine Unterlagen durch, und bemerkte, dass er bisher noch nie auf sexuell übertragbare Krankheiten getestet wurde, und nachdem er auch offen zugab selten geschützt mit Männern wie auch Frauen zu verkehren, war klar was ich als Erstes zu tun hatte, bevor ich mich daran machte eine in diesen Breitengraden seltene Erkrankung zu diagnostizieren. Der Gute hatte Glück: Syphillis, Tripper, Chlamydien, HIV und Hepatits C – alles negativ. Ich schickte ihn darauf zum Rheumatologen, der dann überraschendweise ebenfalls mit der Diagnose M. Behçet ankam. Wir begannen mit einer immunsuppressiven, oder besser gesagt, zytostatischen Therapie (als Alternative zum Kortison). Mal sehen wie es weiter geht.
Zu einer anderen Stunde kam eine 32jähre Frau mit Krücken in das Zimmer gewankt. Sie hat seit etwa 2 Wochen eine zunehmende Schwäche in den Beinen und könne nicht mehr so richtig laufen. Sie lebt in den Bergen und hat wenig Geld, weswegen sie sich erst so spät vorstellt. Das Gespräch ging eine Weile hin und her, und ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Erst als sie kurz ihren Husten und Fieber aus den Wochen davor erwähnte, wurde ich hellhörig, und fragte nochmal genauer nach. Vor 4 Wochen wurde sie schwer fiebrig, und hat sich fast die Seele aus dem Leib gehustet. Das ging etwa 1,5 Wochen. 10 Tage später fing die Schwäche in den Beinen an, die gefühlt „aufstieg“. In der neurologischen Untersuchung waren die Reflexe der Beine komplett erloschen. Mit Martin hab ich den Fall noch kurz besprochen, und wir waren uns einig, dass es sich wohl am ehesten um ein Guillain-Barré-Syndrom handelt. Eine neurologische Erkrankung, die gern nach Infektionen der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts auftreten kann. Es kommt zu aufsteigenden Lähmungen. Die Patientin wurde in das nächste für sie erschwingliche Krankenhaus geschickt. Einen Bericht darüber, wie es der Patientin weiter ergangen ist, gibt es leider nicht.
Bei zwei Kindern mit hohem Fieber und einem deutlichen Abfall der Blutplättchen vermuteten wir ein Dengue-Fieber, zum Glück noch ohne Blutungszeichen. Ein 2 Monate alter Säugling mit Masern; eine 20jährige Mutter mit Windpocken, die sie sich bei ihren Kindern eingeholt hat; eine ältere Dame mit einem Herpesbefall des linken Auges; ein junger Mann mit einer Myasthenia gravis, einer neuromuskulären Erkrankung; drei Jugendliche mit Tripper, und noch einige andere.
Ich glaube es wird deutlich worauf ich hinaus will. Ich sehe hier unglaublich viel, und lerne entsprechend hinzu.
"Good Bye, and please visit us again at Tinago Falls!"
Tinago Falls