Sterne am Nachthimmel
Guckt ihr auch manchmal aus dem Fenster in den dunklen, nur so vor Sternen funkelnden Himmel und fragt euch, wie weit eure Augen wohl reichen? Ich zumindest frage mich das jeden...einzelnen...Tag.
Mit jedem neuen Tag, brechen neue Sonnenstunden an. Mit den neuen Sonnenstunden ein neuer Tag.
Man steht auf, man macht sich fertig, man geht arbeiten, zur Schule oder man macht vielleicht auch nichts...
Man lebt.
Sobald die Sonnenstunden vergehen, der Horizont langsam aber sicher die Sonne vom Himmel holt und viele rot und orangetöhne anfangen die Wolken in prachtvolle Gewänder zu werfen, ist der Tag vorbei.
Zumindest, für die Gesellschaft.
Für mich nicht.
Für mich geht das Schauspiel jetzt erst los.
Wie jeden Abend lehne ich mich aus dem Fenster, atme die kalte Oktoberluft ein, zünde mir eine Zigarette an und starre wortlos und in Gedanken nach dort oben...nach dort oben...in die Weiten des Universums.
Dieses tiefe dunkle blau, was manchmal in einer bestimmten Himmelsrichtung immer noch ins Hellblaue ausläuft und unseren ganzen Himmel, unser aller Köpfe bedeckt.
Dieses tiefe dunkle blau...was unsere Welt, unsere Sicht, unser Erscheinungsbild...in das Ungewisse tunkt. In das unheimliche. In das geheimnisvolle.
Der Himmel ist ein Maler...ein Künstler, seht ihr das nicht?
Der Himmel bietet einem so viel Platz, um seine Kreativität und Vorstellungskraft in das unermessliche zu befördern.
Er malt aus Sternen, Bilder. Er schafft Figuren der Mythologie.
Der große Wagen, den man fast immer sieht, bei dem ich direkt schmunzeln muss, sobald ich ihn mir vorstelle.
Der Schütze, der einem den Weg weist...
Das Pegasus, dass man nur im Herbst sehen kann...
Es gibt so viele, man muss nur richtig hinschauen. Jedes einzelne Sternbild hat seine eigene Geschichte, aus welcher es entstanden ist.
Der große Wagen zum Beispiel ist von dem bestürzten Gott Dionysos erschaffen worden, der auf der Erde unterwegs war. Niemand wollte ihn aufnehmen, außer ein Hirte der alles mit ihm geteilt hatte, auch wenn er selbst fast nichts hatte. Als Belohnung zeigte Dionysos dem Hirten, wie man Wein machte. Als der Hirte aber loszog um andere Hirten von dem neuen Getränk kosten zu lassen, wurde er schließlich von diesen in betrunkenem Zustand ermordet. Der Gott war so traurig darüber, dass er den Wagen des Hirten in die Sterne hinauf zog und dort für immer verewigte.
Jeder einzelne Stern, der dort oben vor sich hin funkelt, hat eine Geschichte.
Hört man zu, dann erfährt man sie.
Wenige Menschen aber interessiert so etwas... Niemand achtet auf die Sterne oder Sonnenuntergänge, weil wir sie jeden Tag haben. Sie sind zur Selbstverständlichkeit geworden.
Wie oft schaut ihr aus dem Fenster um den Himmel zu betrachten?
Ich vermute, die meisten fangen jetzt erst an darüber nach zu denken.
Schaut so oft in den Himmel, wie ihr nur könnt. Genießt jeden Sonnenstrahl am Tag der euch blendet. Jeden Sonnenuntergang, der die Welt in vollkommenes Orange tunkt und ein Symbol der liebe und des Friedens ist.
Jede einzelne Nacht, auch wenn man die Sterne nicht immer sieht.
Und versucht jedes Sternbild zu entdecken und die Geschichte von diesem zu hören...
Guckt ihr auch manchmal aus dem Fenster in den dunklen, nur so vor Sternen funkelnden Himmel und fragt euch, wie weit eure Augen wohl reichen? Ich tue das jeden Tag.
Lehne meinen Kopf nach oben und versuche mich an das zu erinnern, was ich damals dort oben immer entdecken konnte. Versuche die Geschichten nie zu vergessen.
Ich bin blind, und kann mich nur noch an die Erinnerungen Klammern.
Hört auf, so etwas als selbstverständlich zu sehen...ihr werdet es bereuen wenn ihr den Himmel mal nicht mehr sehen könnt.












