“What the fluff?!” Semesterabschlussarbeit (Machine cuteness II)
Ich habe mich näher mit dem Thema “fluffy, chubby animals” beschäftigt und habe mich bei meiner Recherche eher auf die Schattenseite dieses so “süßen, putzigen, goldigen, knuddeligen” Themas konzentriert.
Schon beim Lesen der von Tillmann vorgegebenen Texte, haben sich mir die Nackenhaare gestellt....
Gut nachvollziehen kann ich, dass die “fluffy dogs”, die runden, flauschigen Fellkugeln, mit ihrer lebenslangen Welpenoptik, menschliche Aktionen oder Emotionen vermitteln sollen, allerdings zeugt dies bloß vom grenzenlosen Egoismus unserer Gesellschaft. Die Menschen denken nur an sich und ihre Bedürfnisse und keineswegs an das Leben ihrer kleinen, süßen, vierbeinigen Weg- und Lebensbegleiter. Das Schicksal und der frühe Tod vieler überzüchteter Tierarten liegt in der Verantwortung ihrer Besitzer, welche die Qualen der Tiere billigend in Kauf nehmen und zulassen.
Durch Tierzucht ästhetisch-optimierte und maximal-“cutifizierte” Erscheinungsbilder von Tieren zu erstellen ist Tierquälerei!!! (Möpse sind hier ein gutes Bespiel)
“Durch menschliche Sehnsucht nach dem Niedlichen, müssen Lebewesen leiden. Sie sind nach menschlichen Idealbildern und ihren Bedürfnissen erschaffen worden” (vgl. Grossmann: Freedom from the Pedomorphic Ideal, o. S.)
Die Frage: Wann nur verliert das Flauschige seine verführerische Art? ist ganz einfach zu beantworten, es wird ungenießbar, wenn es aus seiner idealisierten Darstellung befreit und dem Realismus überantwortet wird, der die TRAGÖDIE DES NIEDLICHEN ungeschönt zur Aufführung bringt. Nämlich dann, wenn die Tiere krank werden, wenn sie durch ein Bad ihr flauschiges Aussehen verlieren oder sich anders entwickeln als es sich ihre Besitzer wünschen.
Die Künstlerin Ruth Van Beek treibt mit ihren Haustierfotografien, die anatomischen, züchtungsbedingten Domestizierungsprozesse des Konsumobjekts “Tier” derart symbolisch auf die Spitze und thematisiert auf physisch, schmerzhafte Weise die sadistische Seite der Tierliebhaber.
Im Folgenden werde ich einige Fotos zur Veranschaulichung zeigen, die das Problem, meiner Meinung nach, sehr gut zum Ausdruck bringen.
Es ist leider immer noch Gang und Gäbe, dass Tiere zur zur Belustigung des Menschen des Menschen ausgebeutet werden. Sie müssen zu Sport- und Freizeitvergnügen jedweder Sorte herhalten, zu Pferderennen, Hobbyjagd, Stierkampf, Rodeo und vielerlei sonstigem Missbrauch im Namen von Kultur, Tradition und Entertainment. So auch in den sozialen Medien. Ohne sich wehren zu können werden die Tiere entgegen ihrer Natur angezogen, geschminkt, behandelt und zur Schau gestellt, für ein Publikum, von welchem sich letztlich nur der Besitzer des Tieres Ruhm, Ehre und Geld erhofft.
Aber Hand auf’s Herz: Wer hat beim Anblick eines eines als Löwe, Hot-Dog oder Prinzessin verkleideten Hundes noch nie Gedacht: “Wie süüüüüüüß!”? Es scheint, irgendetwas in uns anzusprechen, wenn sowieso schon niedliche Tiere sich als Tiere, Snacks oder Menschen verkleiden, deshalb sind die sozialen Netzwerke auch voll mit entsprechenden Fotos. Spätestens, wenn man das erste mal eins sieht, auf dem der lustig angezogene Hund aber eher deprimiert oder verwirrt aussieht, fragt man sich aber: Wie ist das für die Tiere? Ob es Tierquälerei ist, einem Tier ein Kostüm anzuziehen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt sicher besonders offene und selbstbewusste Hunde, denen es nichts ausmacht, für ein Foto mal in ein Kostüm gesteckt zu werden. Allerdings trifft das eben auf die meisten Hunde nicht zu. Viele Menschen denken, ihr Tier hätte kein Problem mit einem Kostüm, deuten aber seine Körpersprache völlig falsch. Ein Tier, dass sich beispielsweise duckt, die Ohren anlegt oder sich kratzt, ist nicht lustig sondern hat Angst.









