Ähhhhhhh....soooorrry! Hab mich jetzt lange nicht mehr gemeldet. Irgendwie war immer was los und war nie zu Hause und dies und jenes.
Jetzt habe ich mich aber mal zusammen gerissen und berichte euch mal was so los ist in Chile. Wo fang ich am Besten an?
Wie schon irgendwann mal erwähnt, bin ich mit Ali und Esthi zusammen nach Torres del Paine gereist. Eine ganz spannende Geschichte. Ich mein, warum sollte man es sich leicht machen wenn es doch auch schwer geht. Super spontan haben wir uns bzw. Esthi und Ali dazu entschieden, dass wir nicht das W machen, weil “das ist ja langweilig, viel zu überlaufen und wir wollen ja einen coolen Urlaub haben” und da es in dieser Karte von Torres eine andere Tour gab, die schön klein ist und auch in O-Form, dachten wa’ uns:”Dat machen wa’“. Gesagt, getan. Im Park angekommen, die Ernüchterung: die Tour ist für erfahrene Bergkletterer gedacht und weil wir jetzt doch nicht so die Ahnung vom Klettern haben, geschweige den die Ausrüstung, mussten wir uns nochmal super spontan und für die große O-Tour entscheiden, die laut Reiseführer für “erfahrende Wanderer mit großer Ausdauer” gedacht ist. Egal! No risk no fun! Unser Startpunkt war also Paine Grande und unser Ziel sollte Hotel Torres sein. Kein Plan wie viele Kilometer vor uns liegen aber einfach mal dazu entscheiden, dass wir in 5 Tagen fertig sein müssen. Damit wir das schaffen, hieß es am ersten Tag 22 Kilometer wandern und ein Camp überspringen. Ich glaube, ich bin in meinem Leben noch nie so an meine Grenzen gestoßen. Mit 12 Kilo auf den Schultern, noch nie gewandert bei prallender Sonne, geht das ganz schön aufs Gemüt und soweit, dass ich schon nach nicht mal dem ersten Tag übers Aufgeben nachgedacht habe! Nach ung. 12 Stunden weinen, schweigen, laufen und klettern sind wir endlich im Camp Paso angekommen.
Camp Paso war zum Glücke unseres Geldes kostenlos, das hieß aber auch keine Dusche, kein warm Wasser oder Badezimmer. Ein einfaches Plumsklo mit Spülung musste erhalten und das Bachwasser. Weil wir natürlich alles so super geplant haben, mussten wir uns erstmal einen Topf von einem deutschem Paar ausleihen, damit wir vernünftig essen konnten. :D
Wie das so ist, unterhält man sich auch und fragt woher man kommt, wie viel man schon gewandert ist und so Sachen, die einen Interessieren. Was wir dann auch erfahren haben ist, dass wir unsere Wanderroute falschrum machen, d.h. normalweise ist der Ausgangspunkt Hotel Torres und das Ziel Paine Grande, aber ich mein, who cares? Sind wir mal so cool und machen alles rückwärts. Nächste Etape sollte für uns der Pass John Gardner sein, der auf 1200 m liegt. Der Tag war auch unglaublich anstrengend aber dafür wurden wir von einem überwältigenden Ausblick belohnt.
Das schwierigste sollten wir jetzt hinter uns gehabt haben und die nächsten Tage konnten nur noch besser werden. Das dritte Camp - Camp Dickson - war schlicht weg das geilste! Was will man mehr als um 14 Uhr im Camp ankommen, Zelt umsonst und private Party mit Wein in Mengen? Genau, gar nichts! Más encima, wurde uns der Tisch gedeckt mit richtigem Geschir und Besteck!!! Was sonst wirklich nichts besonders ist, war für uns ein Traum! Die Jungs waren einfach viel zu geil und leider haben wir das Angebot, auf eine weitere kostenlose Nacht im Camp, ausgeschlagen. Wir beräuen es sehr!
Den nächsten Tag, im letzten Camp, sollten wir feststellen, dass unser Zelt leider den Wind nicht standhalten konnte und wir uns gezwungener Massen für ganze $9000 ein Zelt mieten mussten. Aber egal, Torres del Paine war eine meine bisher besten Erfahrungen und beräue keines Weges die 80 Kilometer in 5 Tagen angegangen zu sein!
Jetzt noch die Kurzfassung vom restlichen Urlaub:
Insgesamt waren wir in Punta Arenas, Puerto Natales, Torres del Paine, Puerto Montt, Puerto Varas, auf Chiloé in Castro und Achao, Valdivía, Pucón, am Lago Todos los Santos in Petrohué
Puerto Varas - zwei Vulkane im Hintergrund - und nicht die selben Pullis