âDas Wort ist nochmal Fleisch gewordenâ
Die Juvi-Geschichte vom 16.12.2016
Eine persönliche Revolution?: âVielleicht ist das Liebe, weiss nichtâ, sagt sie, und âvielleicht finde ich auch das, was die Gott nennenâ.
Hans Frei, einer der GrĂŒnder der Fazendas, die vor allem in Brasilien entstanden sind und nun auch in Deutschland sind, erzĂ€hlt von Gabriela. Er sagt:Â
Gabriela ist auch eine. Ihren Vater hat sie nie gekannt, ihre Mutter war Prostituierte. Sie landete mit drei Jahren in einem Kinderheim, mit neun Jahren auf der Strasse, nachdem sie im Heim missbraucht worden war. Anfangs bettelte sie um Essen, dann fing sie an zu stehlen, nahm Drogen, um den Hunger zu betĂ€uben, verkaufte ihren Körper. Auf der Polizeiwache wurde sie vergewaltigt. âIch hatte immer die Sehnsucht nach einer Familie, nach einem Haus, obwohl ich gar nicht wusste, was das ist.â Sie verfĂ€llt dem Crack, vegetiert dahin, begleitet MĂ€nner in Hotels. Mit 16 wird sie schwanger. âIch habe Gott gehasst, ich dachte, es ist alles vorbei, alle hassen mich. Ich hatte SchuldgefĂŒhle, weil ich dachte, ich allein hĂ€tte das alles provoziert. Ich wollte keine Beziehung, weil ich Angst hatte vor EnttĂ€uschungenâ. Das Kind will sie abtreiben, âich konnte doch nicht geben, was ich nicht bekommen habe. Ich konnte doch nicht lieben.â Bei Rangeleien mit der Polizei hĂ€lt sie den Bauch hin, hofft, dass SchlĂ€ge zu einer Fehlgeburt fĂŒhren. Aber ein Polizist bringt sie ins Krankenhaus und dort ist eine italienische Ordensschwester, Ernie. Sie hilft ihr bei der Entbindung und nimmt das Kind, das zur Adoption freigegeben werden soll, in das Schwesternhaus. Schon einen Tag spĂ€ter lĂ€uft Gabriela weg, zurĂŒck zum Drogenplatz. Schwester Ernie sucht sie auf, jeden Tag. âSie erzĂ€hlte mir von einer Maria Magdalena, aber ich kannte die Bibel nicht.â
 SchlieĂlich geht Gabriela auf den Vorschlag ein, auf einer Fazenda von Drogen und Prostitution loszukommen. Ein Zimmer, ein Bett, ein Schrank, der gedeckte Tisch â alles war neu fĂŒr sie. Sie hatte Sehnsucht nach der StraĂe, nach der Unordnung, nach der Wildheit des Lebens. Die Sehnsucht blieb und nach einem Jahr riet ich ihr: âSchau in dich und dort suche, was Dir fehltâ. Sie wehrte sich, schloss lange die Augen und sah ihr Kind. Das war die Sehnsucht. Sie gingen zu Schwester Ernie. Sie hatte das Kind nicht zur Adoption freigegeben, es war bei den Schwestern geblieben, weil die Schwester hoffte, dass die Mutter wiederkĂ€me. Der Kleine heiĂt Gabriel, heute ist er acht Jahre alt, geht in die Schule und sagt zu Gabriela: âDu bist die beste Mama der Weltâ. Gabriela hat keine groĂen PlĂ€ne. âIch bitte Gott, dass ich treu und clean bleibe und dass er mir die Kraft gibt, besser zu werden. Ich will Liebe zurĂŒckgeben.â
da bin ich: einfach so â
â mit vielen Dunkelheiten â
mit einer Hand voll Versuche dir zu leben â
mit einem Herzen voll WĂŒnschen
mit einer Seele voll Sehnsucht
mit einem Leben voll Versagen
und das Kommen deines Reiches.