Der Abschluss meines Lebens
Ich habe jetzt Jahre darum gekämpft, mehr zu sein. Mehr als nur der gute Freund für jeden. Mehr als nur den Freund den man zum reden will, zum lachen, zum Party machen. Mehr zu sein für jemanden. Bedeutsam zu sein für jemanden. Hat es etwas gebracht? Ich habe nichts. Für niemanden bin ich unersetzlich. Wäre ich heute an dem Punkt wie vor vier Jahre, mit den Pillen in der Hand, wäre mein Tod unbedeutend. Klar, Menschen würden trauern. Aber wirklich zerbrechen würde nur mein Vater, der eh gerade am Tod meiner Mutter zerbricht. Meine Schwester hätte ihren Freund, meine beste Freundin hätte ihren Freund, mein bester Freund hätte genug andere Freunde und der Mensch den ich am längsten kenne, hat mir schon vor Monaten wieder gezeigt, dass ich einen Dreck wert bin. Ich bin nicht an diesem Punkt. Ich kann aber nicht mehr kämpfen. Über Jahre habe ich es versucht, war da, habe geredet, getröstet, gelacht und am Ende doch keine tiefere Bedeutung als ein Freund. Ich kann das alles nicht mehr. Niemand will wirklich Marc. Jeder will die guten Seiten, die Witze, die Stimmung. Aber keiner davon will wirklich mich als Person. Marc war nie genug, für niemanden. Das einzige was ich wollte und bekommen habe, ist mein Stream. Aber den habe ich nicht als Marc. Den habe ich als Taki aufgebaut. Ich unterhalte hunderte Leute im Internet mit meinen Streams. Dafür muss ich nicht Marc sein. Ich kann als Taki gute Laune verbreiten und anderen auf der Ladder helfen. Aber dafür braucht niemand Marc. Weil niemand ihn je so gebraucht wie ich es wollen würde. Ich kam immer wieder an, habe es immer wieder versucht, hatte immer wieder Hoffnung. Aber das ist weg. Davon ist nichts mehr da. Keine Energie mehr, ich bin fertig. Marc ist fertig. Ich bin halt das was alle von mir wollen. Taki, die Stimmungsmaschine. Der einfach stur seine Aufgaben runterspult und die Leute unterhält. Das wars.










