Tag 261: Besuch aus der Heimat
In der vergangenen Woche ist so einiges passiert und eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich Anfangen soll und hoffe, dass ich kein Detail vergesse. ;-)
Nachdem ich vorletztes Wochenende nach New York gefahren bin, um dort meine Eltern zu besuchen, musste ich den darauffolgenden Montag und Dienstag arbeiten bevor ich dann am Dienstagabend von meinen Eltern hier in Alexandria abgeholt wurde.
Im Vorfeld hatte ich mir, ehrlich gesagt, ein paar Gedanken darüber gemacht, wie das erste Aufeinandertreffen zwischen meinen Eltern und meiner Gastfamilie werden würde. Meine Familie spricht eher weniger Englisch und meine Gastmutter kann kein Deutsch, doch im Endeffekt war die Situation nicht so schlimm wie gedacht, obwohl ich zugeben muss, dass ich während dem kurzen Gespräch unglaublich nervös und aufgeregt war, aus welchem Grund auch immer.
Nach dem Begrüßen meiner Gastfamilie, dem Überreichen der Geschenke und einem gehetzten Umpacken der Koffer meiner Eltern, ging es in Richtung Dulles International Airport, der sich ein paar Meilen außerhalb von DC befindet. Dort hatten wir für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Hotel gebucht, da es für uns am Mittwochmorgen relativ früh nach Orlando, Florida ging.
Als wir den dreistündigen Flug hinter uns und im Hotel eingecheckt hatten, hieß es erst mal SHOPPEN, denn wo geht das besser als in amerikanischen Outlets?
Allerdings ergatterte jeder von uns „nur“ ein paar Schuhe, schließlich war der Platz im kleinen Handgepäckskoffer begrenzt.
Nach dem Shoppingausflug fuhren wir ins Hard Rock Cafe Orlando, welches das größte der Welt ist. Bestens vorbereitet, wie immer, hatten wir bereits im Vorfeld die Adresse des Hard Rock Cafes herausgesucht und machten uns mit Hilfe unseres Navigationsgerätes auf den Weg. Das Ganze gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn es war uns nicht bewusst, dass die im Internet angegebene Adresse keine 'richtige' Straße ist, sondern sich in den Universal Studios Orlando befindet. Dank Mitarbeitern des Freizeitparks und einer von ihnen ausgedruckten Wegbeschreibung, konnten wir das weltweit größte Lokal seiner Art dann doch finden.
Der ganze Ausflug schien unter dem Segen einer ganz bestimmten Person zu stehen, nämlich dem von Ian „Lemmy“ Kilmister, dem ehemaligen und kürzlich verstorbenen Frontmann der Band Motörhead und wie es der Zufall wollte, wurde im Hard Rock Cafe Orlando genau während unseres Besuches „Ace of Spades“ von besagter Band gespielt.
Den zweiten Tag in Orlando verbrachten wir am Cape Caneveral, genauer gesagt im Kennedy Space Center, wo wir unter anderem das Spaceshuttle Atlantis, den Abschussort der NASA-Raketen und die Kapsel der Apollo 14 bestauen konnten. Außerdem erlebten wir den simulierten Start der Apollo 11 und konnten echtes Mondgestein anfassen.
Nach dem gelungenen Mittag im Kennedy Space Center stoppten wir am Nachmittag am nahegelegenen Cocoabeach, bevor es dann für uns früh ins Bett ging, schließlich stand am Freitagmorgen der fünfstündige Flug an die Westküste an.
Angekommen in Los Angeles hieß es nach dem Schlendern über den Hollywood Boulevard und, natürlich, einem Halt im Hard Rock Cafe Hollywood, ein zweites Mal SHOPPEN und so fuhren wir in eine etwas weiter entfernte Mall. Dies stellte sich bei dem grauenhaften Verkehr in LA allerdings als großer Fehler heraus, denn wir verbrachten eine volle Stunde im Stau.
Wie ich bereits erwähnt hatte, drehte sich der ganze Trip ein kleines bisschen um 'Lemmy' und so fuhren wir am nächsten Tag, nach dem Besuch des RockWalk, zu dem Friedhof auf dem er begraben liegt. (Auch Michael Jackson ist findet dort seine letzte Ruhe, das Grab ist jedoch nur zugänglich für Familienmitglieder)
Nach langem Suchen und zahlreichem Nachfragen fanden wir „seinen Platz in der Wand“, allerdings ohne Namensschild, denn das sei noch nicht so weit und würde bald angebracht. Schade!
Natürlich haben wir nicht nur seine letzte Ruhestätte ausfindig machen können, sondern auch sein Apartment der letzten 26 Jahre. Auch hier machten wir einen kurzen Stopp bevor es zu Lemmys Lieblingsort, der Rainbow Bar, ging, in der er jede freie Minute verbrachte.
Am Sonntagmorgen hieß es dann Tschüss Kalifornien, denn wir mussten zurück nach Washington DC fliegen, wo ich noch zwei weitere Tage mit meinen Eltern verbringen konnte. Natürlich zeigte ich ihnen die typischen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt und meinen Lieblingsort hier in Amerika: Alexandrias Old Town.
Gestern Abend, am Dienstag, hieß es dann zum zweiten Mal Abschied nehmen von meine Eltern, diesmal allerdings nicht für ein ganzes Jahr, sondern lediglich drei Monate, denn mir bleiben nur noch 93 Tage in den Staaten.
Ich schreibe es in jedem Beitrag und ich kann es nur noch einmal betonen: die Zeit vergeht rasend schnell und ich blicke mit großen Erwartungen auf die 13 Wochen die mir noch bleiben.
Den nächsten Besuch bekomme ich schon in knapp zwei Wochen und ich freue mich riesig darauf, denn meine Großeltern nehmen den weiten Weg auf sich und kommen mich hier in Amerika besuchen. Danke dafür!!!
Ich werde jeden einzelnen Tag meiner verbleibenden 93 in vollen Zügen genießen, bevor ich mit Vorfreude wieder zurück nach Hause komme.