Ich habe ganz vergessen, dass ich noch einen Blogeintrag zu Montag schreiben wollte. Denn Montag war mein Tag. Im Ernst, an diesem Tag gab es nicht viel oder sogar gar nichts, was nicht gut war. Vor allem der Abend war das beste, was mir an diesem Tag passierte, da mein größter Wunsch in Erfüllung ging. Ich weiß nicht, wie vielen Leuten es passiert, dass ihr größter Wunsch irgendwann mehr oder weniger zufällig in Erfüllung geht, aber mir ist es passiert. Seit Jahren träumte ich davon, irgendwann einmal meinen Lieblingssänger, Lou Gramm, live zu sehen. Irgendwann, es musste noch nicht einmal bald sein, ich habe mir nur gewünscht, dass ich eines Tages mal die Gelegenheit dazu haben würde. Meine Mutter hatte die Zeitung abbestellt, daher hätte ich den Artikel eigentlich gar nicht sehen können, aber ich habe ihn gesehen, da wir glücklicherweise in der Schule an einem Zeitungsprojekt arbeiteten. Zuerst sah ich nur zwei ältere Rock-Musiker, dann überflog ich den dazugehörigen Artikel und entdeckte einen Namen: Lou Gramm. Er war der Opener für Status Quo und kam nach Deutschland. Lange hat es gedauert, bis ich meine Mutter dazu gebracht hatte, Karten zu kaufen. Ich verlangte eigentlich bloß welche für eine Reihe weit hinten, da diese günstiger waren, aber sie bestellte welche für die vierte Reihe auf der linken Seite. Die vierte Reihe. Das hieß, dass ich ihn sehen würde. Wirklich sehen würde. Am Montag war es dann endlich so weit. Natürlich war ich aufgeregt, aber ich glaube, ich habe es mir nicht wirklich anmerken lassen. Aus irgendeinem Grund waren die drei Reigen, die vor unserer hätten sein sollen, nicht existent, daher saßen wir in der ersten Reihe auf der linken Seite. In diesem Moment war ich allerdings schon nicht mehr so ganz bei mir, daher habe ich da nicht so drüber nachgedacht. Dann kam er auf die Bühne, hat angefangen zu singen. Trotz seiner Krankheit vor siebzehn Jahren klang er so toll... Ich kämpfte mit den Tränen und siegte, da ich mir sagte, dass ich die kurze Zeit, die er auf der Bühne war, lieber genießen sollte, als nur zu heulen. Das habe ich dann auch geschafft. Obwohl sich dieser Abend noch immer nicht ganz real anfühlt, werde ich ihn nie vergessen, da das mein größter Wunsch war, der in Erfüllung gegangen ist. Wer weiß, vielleicht war es das erste und letzte Mal, dass ich ihn live sehen konnte...