Urlaub
Urlaub. Kurzer Tagebucheintrag. Liebes Tagebuch, Heute bin ich mal wieder nachts aufgewacht, weil meine Blase gedrückt hat. Etwa gegen 5. Da ich mich aber entschieden habe im Urlaub meinen menschlichen Neigungen, weniger gehör zu schenken als sonst, hab ich mich einfach umgedreht und zwanghaft versucht weiter zu schlafen. Könnte jedoch auch alles daran gelegen haben, dass mir der Weg zu den Toiletten einfach zu weit war. Kann man sich aussuchen. Jedenfalls bin ich nachdem ich eine weitere halbe Stunde brutal im minutentackt aus dem schlaf gerissen wurde, doch aufgestanden. 1:0 für meine Blase. Danach konnte ich dann zum Glück noch mal drei Stunden schlafen. Später bin ich dann ohne Wecker aufgewacht und hab mich ganz entspannt an den Tisch gesetzt, um meinen Kaffee zu trinken und meine Zigarette zu rauchen. Eine neigung, der ich im Urlaub nachwirvor keinen Einwand Gebiete. Jedenfalls, kaum hab ich gesessen, wer ruft ? Blase. 2:0. Aber jetzt genug davon. Nach dem Frühstück hab ich mir dann 15 minuten Zeit genommen, dass essen für meinen Hund zuzubereiten. Er selbst hat davon aber gar nichts mitbekommen, weil er seit früh morgens den Campingplatz unsicher gemacht hat und mit seiner neuen Familien gespielt hat. Er kommt generell nur zum Essen nach Hause. Und dann schmeckt es ihm nicht mal, er sortiert Obst und Gemüse aus und motzt. Ziemlich undankbar. Verstehe langsam, wie sich meine Mutter früher immer gefühlt haben muss. Später fand er es dann auch noch witzig, mich über eine Stunde lang vor allen Menschen zu verarschen. Jetzt hat er Hausarrest und vor ihm steht ein Schild auf dem steht "please ignor me, i'm a Bad dog." Damit auch seine zweite familie zumindest ein bisschen in der Erziehung mitwirkt. Kann ja nicht sein, dass ich die ganze Arbeit habe und sie sich mit ihm Vergnügen und er nett zu sich ihnen ist. Freue mich jetzt schon total, wenn meine Kinder in der pupertät sind. Das wird bestimmt total spaßig und erholsam. Bemitleide schon wieder meine Mutter, als ich in dem Alter war. Naja bis jetzt stellt man sich meinen Urlaub ja nicht besonders schön vor. Ist er aber. Habe angefangen Hochleistungssport Sport in Form von schwimmen zu betreiben. Denke langsam wirklich, dass ich eventuell lieber hätte schwimmen sollen, als ich jung war, dann wäre mein Körper jetzt nicht in der Verfassung eines Mittedreißigjährigen. Ach und klettern tu ich auch, wenn auch eher semi professionell. Vom Strand zu sehen war ein Felsen, auf den ich unbedingt wollte, verhältnismäßig hoch. Aber trotzdem jetzt nicht gerade 8000 Meter. Eher 5000 oder 100. eventuell noch weniger, aber er sah in jedem Fall hoch aus. Alle Leute sagten zu mir, dass ich mir doch wenigstens richtige Schuhe und nen tshirt überwerfen sollte. Richtige Schuhe hab ich gemacht. Tshirts nicht. Hab es dann auch direkt nach 10 Metern bereut. Bin natürlich gegen den Rat von allen anderen nicht dem Pfad gefolgt, sondern querfeldein gegangen. Einfach hoch. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, weil ich einen ähnlichen Weg schon am Tag zuvor gegangen bin. Alles war voll Gestrüpp und Dornen. Aber nen echter Mann kennt eben keinen schmerz. Oder kennt ihn und ignoriert ihn einfach. Klingt für mich eh logischer. In jedem Fall bin ich so einer. Also einer der ihn kennt, aber ignoriert. Vom irgnorieren ausgeschlossen ist jedoch jegliche Form von Beschwerde über den Schmerz, den man ignoriert. Manche sagen rumheulen. Aber ich finde der Begriff ist ganz schön negativ belegt. Jedenfalls kamen zu den Schrammen, die ich schon von meinem Hund hatte noch diverse dazu. Mit divers mein ich 100. Ich war also rot, nur eben nicht von der Sonne. Naja oben angekommen, hab ich dann gemerkt, dass ich ziemlich Höhenangst habe und kein Wasser dabei habe. Persönlicher Höhepunkt meiner Höhenangst war dann, als ich oben auf der Klippe meinen Schuh in einer felsritze verklemmt habe. Hatte so Angst, dass ich erst mal einfach sitzen geblieben bin und mir selbst eingeredet habe, dass alles gut ist. Als ichs damit fertig war, hab ich dann leider wieder merken müssen, dass nicht alles gut ist und dass ich wortwörtlich in der Klemme stecke. Aber ich habs geschafft. Hab einfach so lange gewartet bis mich eine Bergziege befreit hat. Quatsch, ich hab einfach meinen Schuh ausgezogen. War danach nassgeschwitzt. Was habe ich drauf gelernt? Pass auf in welche ritzen du deinen Schuh steckst. Das dazu. Nächstes mal dann einen Eintrag über die schönen Seiten vom Urlaub.

















