Noah Kahan

JVL

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Lint Roller? I Barely Know Her
Peter Solarz
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❣ Chile in a Photography ❣

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@mariposaxx-blog
Die OP
Einen Tag vorher einchecken. Wieder ein Anästhesiegespräch. Wieder unterschreibe ich unzählige der Aufklärungsbogen ohne sie durchzulesen oder wissen zu wollen, was da wirklich passieren kann. Das wirklich allererste Mal in meinem Leben nehme ich ein Schlafmittel. Etwas Erholung kann meinem Körper nicht schaden vor der großen OP. Der nächste Morgen, der Morgen der Operation die mein Leben verändert und hoffentlich rettet. In meinem Zimmer muß ich bereits das sexy OP-Hemd anziehen und eine "Duschhaube" aufsetzen. Dann werde ich in den Vorbereitungsraum gebracht. Es ist gerade mal kurz nach 7 Uhr morgens. Ich bin dort ganz alleine. Zu lange alleine. Meine Gedanken rennen im Kreis. Durchdrehen wäre jetzt schön. Ich schreie und kreische, weine und schluchze - nur bekommt davon keiner was mit. Alles nur in mir drin. Ich friere. Dann kommt endlich ein Arzt um mich abzuholen. Der Anästhesist. Super Typ. Redet und redet. Lustig, aufmunternd und positiv. Ich sage ihm "ich habe unendlich viel Angst". Er nimmt mich kurz in den Arm, tätschelt meine Hand und sagt "ich passe auf sie auf". "OK" flüstere ich und "ich vertraue Ihnen". Dann geht es los: Auf meinen "Hautspendearm" kommt mit dickem schwarzem Marker ein fettes X. Auf der OP-Liege werde ich vorsichtshalber angegurtet, es werden noch ein paar Zugänge gelegt und dann kommt endlich die Maske und die ablenkenden Fragen. Dann bin ich weg. Für 11 Stunden !
Das bin übrigens ich
Warum???
Ich war so fertig nach der Diagnosestellung. Kaputt, zerbrochen, am Boden zerstört, ohne Hoffnung, keine Perspektive, Angst, Panik, Trauer um mich selbst, Angst um die Zukunft meiner Kinder, kraftlos, mutlos... am Ende. # Warum ich? Was habe ich falsch gemacht in meinem Leben? Was habe ich gemacht, andere aber nicht? Warum ich? Wieso? Habe ich mal geraucht? Ja, sicher. So wie vermutlich sehr viele Jugendliche es sich beweisen wollen. Mitte 20 habe ich aufgehört zu rauchen. Seit 2008 habe ich wieder geraucht - 3 Zigaretten am Tag. Einfach als Feierabendritual. Ist das jetzt der Grund für meinen Krebs? Bin ich schuld daran? Oder habe ich jetzt Krebs, weil ich gerne mal ein Bier, ein Glas GinTonic oder ein Glas Rotwein getrunken habe? In manchen Wochen vielleicht sogar jeden Abend, in manchen gar nicht. Ist das der Auslöser für meinen Zungenkrebs gewesen? # Die Ärzte fragen mich: Sind sie Kettenraucherin? Nein, ich rauche 3 Zigartten am Abend. Nächste Frage: Sind sie Alkoholikerin? Nein, ich trinke hin und wieder Alkohol. Die Antwort der Ärzte: mmmhhh... sie sind eindeutig nicht die Zielgruppe für diesen Krebs.... Aber warum dann ich????
Diagnose
Teil 3: Nachkontrolle am Montag, 16. Juli 2018: Guter Dinge bin ich zu meinem Arzt gefahren. Wollte nur etwas gegen die Schmerzen haben. Tja und dann brach auf einmal meine Welt zusammen. Die Gewebeprobe hatte ergeben: KREBS, ZUNGENRANDKARZINOM!! Große Ausdehnung und weil bereits "angeschnitten" durch die OP muss jetzt alles ganz schnell gehen. Bereits am nächsten Tag bin ich ins Krankenhaus gefahren um mich dort in der HNO-Abteilung vorzustellen. Untersuchungen wie MRT, CT und Ultraschall wurden gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass sich eine Superinfektion gebildet hatte, da ich keine Antibiotika nehmen sollte... deshalb auch der Mundgeruch und die Schmerzen. Bei einer Entzündung wirken die Schmerzmittel nicht mehr. Um die Diagnose zu verfeinern wurde ich am 18. Juli stationär aufgenommen zu einer Panendoskopie unter Vollnarkose. Was ist eine Panendoskopie? Die Panendoskopie ist die essenzielle Methode des Tumorstagingprogramms. Sie ist unerlässlich bei jedem Patienten mit einem Primärtumor im HNO-Bereich zum Staging und zur Gewinnung von Probeexzisionen. Außerdem soll dabei der Nachweis bzw. der Ausschluss eines Zweittumors (gleichzeitig, räumlich vom ersten Tumor getrennt, histologischer Befund positiv, kein Rezidiv bzw. keine Metastase von diesem) erfolgen, der in ca. 20% aller Fälle vorkommt. Am Donnerstag den 19. Juli 2018 dann die endgültige Diagnose: Zungenrandkarzinom Stadium T3 bis T4, Übergang in den Rachen und Mandelbereich, keine Metastasen in Lunge, Darm oder Leber zu erkennen, Lymphknoten vermutlich nicht befallen, näheres dazu erst nach der OP. OP-Termin am 26. Juli 2018....
Die erste Operation
Teil 2: Also hieß es zurück zu meiner Zahnärztin und dem ersten MKGler. Beide wußten mit der Diagnose "verstopfte Speicheldrüse" nicht viel anzufangen. Als Tipp wurde mir gegeben: Lutschen sie saure Drops und warten 2 Monate ab. Mit dieser "Warte ab"-Aussage war ich nicht zufrieden und bin wieder zu meinem Spezialisten zurück. Der mir dann erklärte, dass eine verstopfte Speicheldrüse nur mit einer OP, nicht aber durch saure Drops entfernt werden kann. Ich bat dann um einen schnellen OP-Termin, damit ich zu den Sommerferien hin wieder fit bin. Anfang Juli wurde ich operiert und musste 3 Tage stationär im Krankenhaus bleiben. Mein behandelnder Arzt erklärte mir, dass alles gut gelaufen wäre und sie großzügig geschnitten hätten. Ich solle mir keine Sorgen machen. Was sie bei der OP gesehen haben, sah nicht aus wie Krebs. Zur Sicherheit wurde das entfernte Gewebe zur Analyse eingeschickt. Aus dem Krankenhaus habe ich Schmerztabletten mitbekommen aber keine Antibiotika. Das wäre nicht nötig. Am Mittwoch wurde ich entlassen und ab Freitag hatte ich Schmerzen ohne Ende. Die Schmerzmittel haben nicht mehr gewirkt. Ich habe übelsten Mundgeruch bekommen und konnte kaum noch essen.
Diagnose Zungenkrebs
Um meine Geschichte zu erzählen springe ich zurück ins Frühjahr 2018. Teil 1: In dieser Zeit habe ich einen "Gnubbel" am linken Zungenrand, sehr weit hinten entdeckt. Gedacht habe ich mir dabei nicht viel. Etwas reingebissen... das war für mich eine plausible Erklärung. Ende Mai war dieser Gnubbel immer noch da und verursachte plötzlich Schmerzen. Also bin ich zu meiner Zahnärztin gegangen. Die schickte mich gleich weiter zu einem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen (MKG ist die Abkürzkung, die ich im nachfolgenden verwenden werde). Nach diesem Termin ging es mir nicht gut. Denn seine Vermutung war - Krebs! Um ganz sicher zu gehen hat auch er mich weiter überwiesen an einen Spezialisten, auch im MKG-Bereich. Dort wurde eine Gewebeprobe entnommen. Auf das Ergebnis musste ich eine ganze Woche lang warten. Das war Horror pur. Mir ging es sowas von schlecht in dieser Woche. Dann die Entwarnung - KEIN Krebs. Nur eine verstopfte Speicheldrüse.
Elefantöse power