In einem Paralleluniversum, in dem ich es nicht lächerlich fände, das eigene Leben nach Kalenderjahren zu beurteilen, würde ich sagen, dass 2014 mein bestes und schlimmstes (aber vor allem bestes) Jahr war.
Dementsprechend hatte und habe ich auch keine Vorsätze, sondern nur die bekannten „Ich will ein Mensch sein, der…“-Ziele, die sich nicht jährlich, sondern ständig ändern und immer neu gewichtet werden: lernen1, Klavier spielen, Bücher lesen, Sport machen, reisen, kochen, gute Gespräche führen, zum Spaß programmieren, wenige wichtige Freunde haben, und so weiter.
Nichtsdestotrotz sind Jahre eine gute (und für den Menschen sehr natürliche) Zeitspanne, um Erlebtes zusammenzufassen. Dafür bieten sich Kalenderjahre dann doch wieder an. Hier also ein paar wahllose Zahlen und Meinungen:
Ich habe 17 Bücher gelesen, und zwar vor allem in den Sommerferien und als ich eigentlich für Klausuren hätte lernen sollen. Das schönste davon war Where Things Come Back von John Corey Whaley.
Ich war 12 mal im Kino, davon 10 mal mit Philipp, und mein Lieblingsfilm war Grand Budapest Hotel, den ich sogar zwei mal anschaute (und das waren zufällig die beiden Kinobesuche ohne ihn).
Ich war nicht im Urlaub, was mich ziemlich ärgert, denn ich hatte genug Zeit und „ich weiß nicht mit wem und wohin“ ist keine Ausrede.
Das beste Konzert (und eines der fantastischsten Ereignisse überhaupt) war Team Me im August in einem Wohnzimmer, wovon es inzwischen auch dieses Video gibt.
Ich habe nur 828 Tweets geschrieben, von denen über die Hälfte Replys waren, und zwar an 177 verschiedene Nutzer.
Ich habe 3 Pullover gekauft und 2 geschenkt bekommen, und irgendwie bin ich jetzt ein Mensch, der im Herbst und Winter Pullover statt Kapuzenjacken trägt.
Ich bin laut iPhone-Schrittzähler gut 2,3 Millionen Schritte gelaufen, was immerhin etwa 6300 pro Tag sind. Insgesamt sind das 1800 Kilometer, also täglich fast 5.
Ich habe 16 Bestellungen bei Amazon aufgegeben, zuletzt diesen Fernseher, der eben ankam und für den wir noch keinen richtigen Platz im Wohnzimmer haben.
Ich war 4 mal beim Friseur, 3 mal davon dienstags um 16:30 Uhr. (Keine Ahnung warum, weil ich verschiedene Stundenpläne hatte und sogar zwei mal in den Ferien da war)
Ich habe bei Foursquare bzw. Swarm 102 mal am Informatikum und 38 mal am Uni-Hauptcampus eingecheckt, wo ich in der zweiten Jahreshälfte gar keine Veranstaltungen mehr hatte.
Und morgen ist halt 2015.
Nicht im Sinne von „für Klausuren lernen“, sondern täglich Neues aufnehmen und verstehen, denn das treibt mich im Leben momentan am meisten an und bereitet mir die größte Freude. ↩︎