[...] irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr wusste, wohin mit ihr [die Zeit], mit mir. Und da hat sich die Angst langsam und vorsichtig eingeschlichen in dieses klaffende Loch von Nichts-Tun. Sie hat mir das Gefühl von Machtlosigkeit und Kontrollverlust gegeben. Und ich habe sie Herr über mich werden lassen. Saß zitternd da, mit rasendem Puls, immer schon die nächste tödliche Krankheit im Kopf, habe sie in jeder Faser meines vermeintlich verwundbaren Körpers gespürt. Anstatt zu sehen, wie stark er [mein Körper] ist, habe ich nur seine Endlichkeit vor Augen gehabt. Immer und immer wieder hat die Angst Regie über die Theaterstücke, die vor meinem Inneren Auge spielten, geführt, und immer handelten sie vom Tod. Ich hatte das Gefühl, nur ich sähe die Welt realistisch. Ich konnte mir nicht mehr vertrauen. Konnte nicht mehr zur Ruhe kommen, weil die innere Zerrissenheit zwischen Rationalität und vermeintlicher Realität unentwegt stritten. Irgendwann würde mein bisher kläglicher Versuch, mich auf die Seite der Rationalität zu stellen, besser klappen, als in diesem Moment, in dem ich höchstens eine dünne Faser von ihr zu greifen bekam. [...]