Jahresrückblick 2014 - Finale Runde (Der Buddha)
Zuerst möchte ich mich bei den anderen Jungs für ihre Beiträge bedanken. Wirklich cool. Danke! Ich denke wir konnten euch hier einen guten Überblick über das Filmjahr 2014 geben. Allerdings teile ich nicht unbedingt die Ansicht, dass 2014 ein besonders schwaches Jahr gewesen ist. Es ist halt immer die Frage wo man nach Filmen sucht und wie der eigene Geschmack ist. Ich hatte jedenfalls Schwierigkeiten mich für eine Auswahl zu entscheiden. Daher bin ich zu dem Schluß gekommen euch hier eine Auswahl von 25 Streifen zu präsentieren von denen ich glaube das man sie in diesem Jahr gesehen haben sollte. Ich habe die Filme zwar durchnummeriert, aber im Grunde ist das nicht so wahnsinnig relevant. Denn jedes dieser Werke ist meiner Meinung nach eine Sichtung wert. Vielleicht ist ja was für dabei.
Und nun wünsche ich euch viel Vergnügen mit der letzten Runde im MOVIE BUDDHA Jahresrückblick 2014.
2015 kann kommen!
No. 25: BOYHOOD (Richard Linklater)
Ich weiß, BOYHOOD gilt als einer der großen OSCAR Anwärter und landet in sämtlichen Bestenlisten ganz weit vorne... Nun, in dieser nicht. Ich schätze und würdige das Experiment das Linklater hier umgesetzt hat und der Film hat mich auch tatsächlich noch eine Weile beschäftigt nachdem ich den Kinosaal verlassen habe - das ist auch der Grund warum er in dieser Liste auftaucht - was mehr ist als bei 90% der anderen Filme die ich dieses Jahr gesehen habe, ABER ich bin auch der Meinung das BOYHOOD rein filmisch nicht der ganz große Wurf ist. Whoooooaaaat? Ja genau. Ich glaube das bei diesem Experiment, fast schon zwangsläufig, einige Dinge was zB Struktur und Erzählfluss angeht auf der Strecke geblieben sind. Ganze Handlungsstränge versanden im nichts und Linklater hat darüberhinaus vielleicht auch das Genre des Mumble Core an seine Grenzen geführt - zu lang, zuviel Banalität und ein nuschelnder, nicht wirklich charismatischer Hauptdarsteller. Aber hey, hier wird Leben abgebildet und daher hat dieser Film absolut seine Berechtigung und seinen Platz hier verdient.
No. 24: THE ROVER (David Michod)
THE ROVER ist David Michods follow up zu seinem fantastischen Debutfilm ANIMAL KINGDOM und was für ein Brocken es geworden ist. Angesiedelt in einer nicht weiter spezifizierten Zukunft, „10 Jahre nach dem großen Kollaps“, hat Michod an der Oberfläche einen gradlinigen, postmodernistischen Western gedreht, der seine Rachegeschichte in Form eines Roadmovies erzählt. Gute alte Tradition im australischen Kino. Sie beherrschen Down Under dieses Genre aus dem EffEff. THE ROVER ist jedoch noch mehr als das. Er ist die komplexe Charakterstudie zweier völlig unterschiedlicher Männer die alles verloren haben. Da ist zum einen Pearce´ Eric, ein harter, brutaler Mann, dessen Wertesystem gleichzeitig mit der Gesellschaft kollabiert ist und da ist Rey, ein junger, etwas zurückgeblieben wirkender Mann, den Eric auf seinem „Walkabout“, seinem Weg zu spiritueller Erlösung aufgreift. Rey wird von Robert Pattinson dargestellt und Pattinson ist, genau wie Pearce, einfach umwerfend in seiner Rolle. Beide Schauspieler verschwinden förmlich hinter ihren Figuren und alleine ihre darstellerische Wucht erschafft eine ganze Welt. Denn Drehbuch und Regie werfen uns einfach in diesen Film. Wir erfahren zu keinem Zeitpunkt WAS eigentlich vorgefallen ist, warum es den „großen Kollaps“ gab und das ist auch nicht wichtig. Jeder von uns hat sicherlich seine eigenen Theorien, warum die Welt schlussendlich vor die Hunde gehen wird. Auch gibt es keine fancy Special FX, oder andere SciFi-typische Merkmale. Die Realität von Michods Meisterwerk ist nah, sehr nah und sie besteht aus Schweiß, Blut und Staub. Unendliche Tristesse. Auf den verlassenen, endlos scheinenden Straßen Australiens und in den Herzen der handelnden Figuren. Mehr braucht Michod nicht um seine finstere Dystopie zu erzählen. Der Wahnsinn welche Wucht er mit diesen spärlichen Mitteln erzielt.
No. 23: St. VINCENT (Theodore Melfi)
Der Film an sich ist eigentlich nichts besonderes. Ein alternder, versoffener Zyniker freundet sich mit dem Nachbarsjungen an, der mit seiner überarbeiteten Mutter im Nachbarhaus einzieht. Aber die Darsteller machen das Ding rund. Melissa McCarthy darf mal etwas ernsthafter sein und gibt souverän besagte Mutter, während man Naomi Watts in jeder Szene anmerkt wieviel Spass sie an ihrer Rolle als russische Prostituierte Daka hat. Das Herzstück des Filmes ist aber natürlich (neben Jaeden Lieberher als nerdiger Nachbarjunge) Bill Murray in einer absoluten Paraderolle. Darauf haben die Fans (mich eingeschlossen) tatsächlich schon lange gewartet. Grandios!
No. 22: THE SIGNAL (William Eubank)
Dieser kleine independent SciFi Thriller war für mich persönlich eine echte Überraschung in diesem Jahr. Eubank schafft es für kleines Geld eine faszinierende und spannende Geschichte zu erzählen über die hier nichts verraten werden soll. Am Ende hat er sogar noch genug Kröten in der Tasche um mit ansprechenden Spezaileffekten auf ein relativ überraschendes Ende hinzusteuern. Sicherlich geht THE SIGNAL nicht so richtig auf und scheitert etwas an seinem eigenen Anspruch, aber ich vertrete ja die Meinung das Filme lieber ansprechend abkacken sollen, als immer wieder die gleiche Soße zu verhandeln. Sollte man dieses Jahr definitiv gesehen haben.
No. 21: THE ONE I LOVE (Charlie McDowell)
Die RomCom für Leute die keine RomComs mögen. Ein netter IndieStreifen über ein Paar das sich auseinandergelebt hat und von ihrem Therapeuten in ein Landhaus geschickt wird um an ihrer Beziehung zu arbeiten. Das verläuft allerdings keineswegs so abgedroschen wie die Beschreibung hier klingt. Ich sage nur String Theorie, Multidimensionalität, Dilemma. Neugierig? Völlig zu recht.
No. 20: THESE FINAL HOURS (Zak Hilditch)
Was würdest du tun wenn du noch lediglich 12 Stunden hättest bevor die Welt untergeht? Also wirklich untergeht. Von einer riesigen Wolke aus Staub und Feuer vernichtet wird. Keine Chance mehr. Diese Frage stellt sich Regisseur und Autor Zak Hilditch in seinem dramatisch-düsteren Endzeitthriller, der neben aller Dystopie doch die Menschlichkeit und die Liebe feiert. Sehr sehenswert.
No. 19: THE SKELETON TWINS (Craig Johnson)
Die Zwillinge Milo (Bill Hader) und Maggie (Kristen Wiig) haben sich über die Jahre auseinandergelebt bis das Schicksal sie auf (fast) tragische Weise wieder zusammenführt. Sie erkennen das alte Wunden aufgerissen und neue Probleme überwunden werden müssen, wenn sie noch eine Chance auf echtes Glück in ihrem Leben haben wollen. Regisseur Johnson bietet den beiden Komödianten Hader und Wiig mit seinem charmanten kleinen Film die Möglichkeit sich von einer anderen, ernsthafteren Seite zu zeigen, ohne ihr lustiges Potential zu verschleudern. Ein schöner Film. Eine kleine Perle 2014.
No. 18: THE BABADOOK (Jennifer Kent)
Regisseurin Jennifer Kent schafft mit ihrem Debütfilm etwas, das schon lange überfällig war: Sie hat endlich einen erwachsenen Horrorfilm gedreht. Eine echte Alternative zu der billigen Massenware ala OUIJA die jedes Jahr in die Kinos gehievt wird um die Teenager zu bespassen. Dadurch hat sie vielleicht ein ganzes Genre gerettet. Da stört es auch nicht, das THE BABADOOK kein reiner Grusler, sondern eher ein Grenzgänger zwischen Drama und Horrorfilm ist. Ganz in der Tradition von Polanskis EKEL (1965), oder auch ROSEMARY´S BABY (1968). Eine Genugtuung.
No. 17: UNDER THE SKIN (Jonathan Glazer)
Was für ein finsterer, arthousinger, bedrückender, verstörender, sperriger, ungewöhnlicher, atemberaubender, GROSSARTIGER Film. Man sollte ihn unbedingt sehen um zu erahnen was man nur schwer in Worte fassen kann.
No. 16: STEREO (Maximilian Erlenwein)
Sicherlich hat STEREO seine Ecken und Makel, sicherlich ist er (noch) nicht das große Meisterwerk, dass das deutsche Genrekino errettet. und natürlich kann man mit ein bißchen Filmwissen die Einflüsse von Erlenwein recht deutlich aus dem Werk herauslesen. Ist ja auch klar. Ist er doch ein Kind meiner Generation und mit den selben Filmen und Serien aufgewachsen wie ich, wie wir, wie zumindest einige hier. Und gerade deswegen sollten wir uns daran erfreuen, das diese Art von Kino in Deutschland doch noch möglich ist. Gut geklaut und so, richtig? Alleine Sven Budelmanns Schnitt und die grandiosen Bilder von Kameramann The Chau Ngo sind ihr Eintrittsgeld wert. SO muss international wettbewerbsfähiges Kino aussehen. Fuck you Til Schweiger und deine beschissenen, Augenkrebs verursachenden Unschärfeorgien. Alter Blender. The Chau Ngo transportiert die Atmosphäre von STEREO mit jeder einzelnen Einstellung auf den Punkt genau und Sven Budelmanns Montage ist ein Genuß. Er findet für Erlenweins Film scheinbar mühelos das richtige Pacing. Bereits dafür gebührt ihm Lob, ist es doch eine Seltenheit im deutschen Film.
No. 15: EDGE OF TOMORROW (Doug Liman)
So und nicht anders muss großes Blockbuster-SciFi-Spektakelkino aussehen. Eine kreative Idee, eine routinierte Umsetzung, schnelles Tempo, ein schmissiges Drehbuch und charismatische, gut aufgelegte Hauptdarsteller. Sehr schade das dieser originelle und unterhaltsame Film an den Kinokassen verhätnismäßig untergegangen ist. In dicke Hose Segment auf jeden Fall einer meiner Lieblinge in diesem Jahr und vermutlich auch darüber hinaus. Gönnt euch den Ritt mal, der Kracher ist raus auf BluRay.
No. 14: FOXCATCHER (Bennett Miller)
Regisseur Miller hat bereits mit CAPOTE (2005) und MONEYBALL (2011) geglänzt und sein Geschick für intensive Dramen unter Beweis gestellt. Jetzt folgt also mit FOXCATCHER ein weiterer, dieses Mal wieder recht düsterer Streifen für die OSCAR Saison. Besonder Steve Carell in der Rolle des Milliarden schweren Weirdos John Du Pont dürfte gute Chancen auf eine Nominierung haben. Mich hat hier allerdings besonders Mark Ruffalo beeindruckt. Alleine durch Talent und Präsenz schafft er es den Ringer David Schultz glaubwürdig darzustellen und gegenüber der wuchtigen Physis von Channing Tatum als sein nahezu autistischer Bruder Mark zu bestehen der unter den Einfluss von du Pont gerät. Zuletzt gab es eine kleine Kontroverse um den Film da der echte Mark Schultz, auf dessen Geschichte der Streifen beruht, anscheinend nicht so ganz glücklich mit der Darstellung seiner Person und seines Verhältnisses zu du Pont ist. Daher hat er jetzt per twitter und facebook seinem Unmut gegenüber Miller Luft gemacht. Rein objektiv ändert das freilich nichts an der filmisch-handwerklichen Leistung des Regisseurs.
No. 13: FRANK (Leonard Abrahamson)
Der junge Keyboarder Jon steigt eher so halb freiwillig bei einer elektronischen Popband ein die vom Exzentriker Frank geleitet wird der 24 Stunden am Tag einen riesigen Pappmaché Kopf trägt. Ein schräger Film mit einem brillianten Michael Fassbender (trotz Pappkopp). Lustig und tragisch zugleich wird das Innenleben einer Band, bzw. einer kreativen Gruppe von Menschen lustvoll seziert und dekonstruiert.
No. 12: COLD IN JULY (Jim Mickle)
Mickle ist ein tighter Thriller gelungen, über dessen Drehbuchprobleme man gerne hinwegsieht da hier ein mutiger Regisseur mit einem ausgeprägten Willen zum Risiko am Werk ist. Voller Twists, ist es doch gerade der letzte Akt der dafür sorgt das dieser Film noch länger im Gedächtnis bleibt. Ein düsterer, aber nicht zu dunkler Film, der durchaus den Geist von Tarantino atmet ohne zu einer der unzähligen schlechten Kopien zu verkommen. Dafür sorgt schon alleine Don Johnson mit einer Sahnevorstellung.
No. 11: DAS FINSTERE TAL (Andreas Prochaska)
Kaum einer dürfte diesen deutschsprachigen Alpenwestern gesehen haben - und das ist eine Schande! DAS FINSTERE TAL ist ein atmosphärischer, schlüssiger Film an dem alles stimmt. Angefangen bei der Ausstattung und den Motiven, über das Drehbuch und die die Kamera bis hin zu Schnitt, Inszenierung und den grandiosen Schauspielern. Kein Gramm Fett zuviel belastet diesen coolen Western um den wortkargen Greider der in einem inzüchtigen Bergdorf eine Rechnung zu begleichen hat. Wer auf Western steht darf sich dieses Werk auf KEINEN FALL entgehen lassen.
No. 10: ENEMY (Denis Villeneuve)
Identität, Fetisch, Angst. Villeneuve geht mit seinem sperrigen Nachfolger zum tollen PRISONERS ans eingemachte und fordert den Zuschauer praktisch mit jeder Einstellung. Kopfkino im allerbesten Sinne. Ein offenes Werk, das einlädt zu Interpretationen und nicht die eine gültige Wahrheit präsentiert. In Verbindung mit der auf den ersten Blick behäbigen Erzählweise ist ENEMY ein Brocken. Aber es lohnt sich der Versuch einer Entschlüsselung.
No. 9: BLUE RUIN (Jeremy Saulnier)
Revenge Flicks sind ja ein gern gesehenes Sub-Genre, was allerdings zur Folge hat das es jede Menge unterdurchschnittliche, rein eploitative Ware gibt. In diesem Wust glänzt BLUE RUIN wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Bemerkenswert ist hier auch das der Film durch eine Kickstarter Kampagne finanziert wurde, allzu häufig nicht unbedingt eine Qualitätsmerkmal. Aber BLUE RUIN ist eben anders - ein kompromissloses Werk mit einem sehr guten Drehbuch. Schlüssig und böse. Erinnerte mich bisweilen an die frühen Filme der Coen Brothers.
No. 8: 20,000 DAYS ON EARTH (Iain Forsyth, Jane Pollard)
Eine Doku über Nick Cave? Nicht euer Ding? An eurer Stelle würde ich das nochmal überdenken. Zuerst einmal ist dieser Film gar keine richtige Doku. Also irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Vielmehr eine Mischform aus Doku und Spielfilm die nur so vor großartigen Ideen strotzt. Und außerdem spielt es gar keine so große Rolle das der Hauptprotagonist Nick Cave heißt. Jeder der sich für künstlerische Prozesse, für die arbeit hinter dem Werk interessiert, dem gewährt dieser Film faszinierende Einblicke. Und wer weiß, vielleicht werdet ihr ja noch zum Nick Cave Fan. Mir erging es zumindest so. Vor 20,000 DAYS ON EARTH konnte ich nicht so ganz viel mit dem Mann anfangen, sicherlich war der ein oder andere Song ganz interessant, aber nach dem Film habe ich Cave mit ganz anderen Augen gesehen. Groß!
No. 7: THE GUEST (Adam Wingard)
B-Movie. Genrebastard. Das sind nur zwei Stichworte die man mit THE GUEST verbindet und sie kratzen auch nur unzureichend an der Oberfläche dieser Spassgranate. Unter dem Blickpunkt des Unterhaltungsfaktors ist dieser Film 2014 ganz vorne dabei. Hinter jeder Ecke lauert eine neue Überraschung und Dan Stevens ist meine Schauspielerentdeckung des Jahres. Macht richtig Laune!
NO. 6: STARRED UP (David Mackenzie)
Knallhartes Knastdrama aus britischen Untiefen. Dieser Film ist eine Naturgewalt. Genau wie sein Hauptdarsteller. Jack O´Connell ist absolut auf dem Sprung. Demnächst könnt ihr ihn in Angelina Jolies Überraschungshit UNBROKEN sehen, aber wirklich wichtig ist dieser Film hier. Ein absolutes Highlight. Plus dem Bonus das mit Ben Mendelsohn einer meiner Lieblingsschauspieler mitwirkt.
No. 5: GONE GIRL (David Fincher)
Es wurde bereits soviel gesagt und geschrieben über diesen Film - da kann ich nur bestätigen. Bester Fincher seit den 90ern. Und Rosamund Pike soll gefälligst den Oscar bekommen.
No. 4: THE RAID 2 - Berandal (Gareth Evans)
Es war spannend zu sehen was Evans nach seinem Actionfilm-Meisterwerk THE RAID mit dem zweiten Teil veranstaltet. Ein schlichter Neuaufguss des ersten Films wäre sicherlich beim ein oder anderen so durchgewunken worden. Ist ja schließlich "nur" Actionkino. Gebt den Massen wonach sie lechzen, richtig? Aber nix da. Evans holte ordentlich aus und kreierte eine richtige Actionoper die sich in ihrem eigenen, überbordenden Wahnsinn fast selbst verschlingt und herkömmliches Storytelling direkt mal über Bord wirft. Aber das große Ganze ist dann doch wichtiger als seine Bestandteile und so baut Evans ein Startrampe aus AWESOMENESS von der aus er einen dritten Teil in den Olymp des Actionkinos schießen kann. THE RAID 1 & 2 setzen bereits Maßstäbe! Teil 3 kann kommen.
No. 3: GUARDIANS OF THE GALAXY (James Gunn)
Auch über diesen Film wurde eigentlich bereits alles gesagt. Eine meiner LIeblingscomicverfilmungen... JEMALS!
No. 2: THE GRAND BUDAPEST HOTEL (Wes Anderson)
Wes Anderson hat seine alte Form wiedergefunden. Das BUDAPEST HOTEL hat alle Zutaten warum ich Anderson Filme so liebe. Die völlig durchgeknallten Figuren, die schräge Geschichte, liebevolle Setdesigns, entrückte Dialoge in Verbindung mit der nüchternen, geometrischen Inszenierung und diesen ganz besonderen Humor. THE GRAND BUDAPEST HOTEL steht für mich in einer Reihe mit seinem fast schon legendären Hattrick RUSHMORE (1998), THE ROYAL TENENBAUMS (2001) und THE LIFE AQUATIC WITH STEVE ZISSOU.
No. 1: NIGHTCRAWLER (Dan Gilroy)
Drehbuchautor Dan Gilroy gibt mit diesem Film sein Regiedebüt und was für eines. Eine bitterböse Mediensatire die in meinen Augen Jake Gyllenhaals Status als einer der besten Schauspieler seiner Generation manifestiert. Sein Darstellung des am Rande des Wahnsinns operierenden Papprazzo Louis Bloom ist schlicht brilliant. Und das Drehbuch steht dieser Brillianz in nichts nach. NIGHTCRAWLER ist mMn nahe dran am Meisterwerk. Offensichtlich wurde der Film von Budd Schulbergs großartigen Roman WHAT MAKES SAMMY RUN ? (1941) inspiriert. In dem Roman wird der Aufstieg und Fall des jungen Sammy Glick erzählt der es vom Laufburschen in einer Zeitungsredaktion bis zum Hollywoodmogul bringt und dabei über Leichen geht. In NIGHTCRAWLER geht es allerdings nicht um Hollywood sondern um die Nachrichten-Szene von LA. Zu Beginn des Filmes ist Louis Bloom ein Kleinkrimineller der um jeden Dollar feilscht, bis er zufällig auf eine Truppe von Papprazzi stößt die des Nachts einen Autounfall abfilmt. Es handelt sich bei den Männern um sogenannte Nightcrawler und Louis entdeckt eine Karrieremöglichkeit die er sofort ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt.
Besondere Erwähnung: OBVIOUS CHILD (Gillian Robespierre)
Donna Stern (Jenny Slate) ist Ende Zwanzig und Stand-Up Comedienne auf den kleinen Bühnen der Großstadt. Als eines Tages ihr Freund quasi aus dem Nichts mit ihr Schluss macht, stürzt sie sich nach einer intensiven Trauerphase in ein schnelles sexuelles Abenteuer. Leider mit schwerwiegenden Folgen für sie, denn sie ist schwanger von einem Mann den sie wahrscheinlich nie wiedersehen wird. Also was tun? Kind bekommen, oder abtreiben?
Gerade in den USA wird das Thema Abtreibung heiß und kontrovers diskutiert. Es wimmelt nur so vor Moralaposteln und Sittenwächtern die den Frauen vorschreiben möchten was sie zu tun und zu lassen haben und sie als Mörderinnen beschimpfen wenn sie sich für eine Abtreibung entscheiden. OBVIOUS CHILD geht dieses Thema nun offensiv und ohne Scheinheiligkeit an. Der Film ist konsequent und stellt den Menschen und sein Dilemma in den Mittelpunkt ohne irgendwen zu verurteilen. Daher ist OBVIOUS CHILD ein wichtiger Film zur richtigen Zeit, den man durchaus mal schauen sollte. Auch weil es kein bedrückendes, düsteres Drama ist, sondern das Problem von allen Seiten beleuchtet. Da ist auch Platz für Humor. Gefühlsecht sozusagen.