Um 11 Uhr hat der Wecker geklingelt. Ein ganz normaler Tag. Gegen Mittag hatte ich ein paar Übungswehen, aber nichts weltbewegendes. Immerhin ist ja bis zum errechneten Termin (20.06.2018) noch über ne Woche Zeit 🤷♀️
So ging das den Nachmittag weiter, mal hier ein ziehen, mal da ein drücken .. mehr als sonst, aber noch lange nicht wirklich intensiv. ☺️
Abends bin ich noch schnell tanken gefahrn, mit dem Gedanken „Hoffentlich ist es diesesmal das letzte mal, bevor der kleine kommt“. 😅 Die Kassiererin fragte mich, wann es denn soweit ist. Ich sagte, der ET ist am 20. & das es jederzeit losgehn könnte. Sie meinte, da wäre ja noch Zeit 🙆♀️ #haha
Als ich zuhause war, hatte das ziehen nicht nachgelassen & so hab ich überlegt es ein bisschen zu provozieren, also hab ich eine Waschmaschine angemacht & 2 die bereits trockne Wäsche abgenommen & zusammengelegt. Danach ab in die warme Badewanne, bis die Waschmaschine fertig ist. ☺️ Als ich die Wäsche dann auch noch aufgehangen hatte & ich endlich ins Bett wollte gings los. Die ersten Wehen, die wirklich veratmen werden mussten. 🙈 Das war gegen 23 Uhr.
Schlafloses im Bett umhergewälze, bis es irgendwann nicht mehr auszuhalten war. Also wieder aufgestanden, ab in die Wanne (1 Uhr). Vielleicht hörts ja wieder auf 😬
Es hörte natürlich nicht auf. Es wurde schlimmer. 😄
Gegen 2 Uhr konnte ich dann während einer Wehe nicht mehr im Bett liegen bleiben. An schlafen war natürlich auch nicht zu denken 🙄
Also bin ich ab 2 Uhr durch meine Wohnung gegeistert. Hab in den Pausen aufgeräumt, weil ich ahnte, dass das sicher kein falscher Alarm mehr ist. 😄
Gegen 4 Uhr hab ich meine Mutti angerufen & sie gefragt, was ich machen soll. Zu dem Zeitpunkt kamen meine Wehen im abstand von 5-7 Minuten. Sie hat gesagt, ich solle im Krankenhaus anrufen. 🙈
Das habe ich dann auch gemacht. Die Hebamme meinte, das ich losfahren soll, wenn ich während einer Wehe nich mehr laufen kann. 😅
Also lief ich weiter in meiner Wohnung umher. Die Abstände wurden kürzer. Die Zeit verging. Halb 6 war ich nochmal duschen & hab meine Haare gewaschen.
Um 6 hab ich meine Mutti angerufen & ihr gesagt, das sie losfahren soll. In der Zeit hab ich nochmal meine Tasche überprüft.
Halb 7 gings los ins Krankenhaus. Die Fahrt war die Hölle, weil ich meine Wehe ja nicht „verlaufen“ konnte. 🙈
Um 7 Uhr waren wir dann auf der Geburtsstation. Ab ins Wehenzimmer & erstmal ein CTG geschrieben. Das sah vielversprechend aus. Wehen im Abstand von 3 Minuten & Muttermund schon 2cm auf.
Mutti musste um 8 Uhr wieder los, weil sie auf Arbeit musste, also war ich allein. Das schlimmste, was einem passieren kann. 🙄
Naja erstmal bekam ich mein Zimmer auf der Wochenstation zugewiesen. Dort hatte ich erstmal meine Tasche ausgepackt & wartete, bis ein Kreißsaal frei wurde.
Das war dann so ab 10 Uhr. Dort verbrachte ich viele Stunden. Irgendwann im laufe des Nachmittags ließen die Wehen allerdings nach. Ich wurde vom Kreißsaal wieder ins Wehenzimmer verlegt, weil sie für eine andere Frau den Kreißsaal brauchten.
Da hab ich dann Mutti angerufen & sie gefragt, ob sie nach der Arbeit wieder kommen kann. Sie sagte ja. 16 Uhr war sie wieder da um mir seelischen Beistand zu leisten.
Mein bisheriger Begleiter war dieser Teddy, den mir meine Schwester mit ins Krankenhaus gegeben hat. ⬇️
Meine Wehen waren so gut wie weg, also versuchten wir sie durch gehen wieder anzuregen. Wir liefen 3h durch das gesamte Krankenhaus. Treppen ganz hoch & wieder runter, Gänge vor & zurück. Zwischendrin kurze Pausen am Wasserspender 😄
Hebamme Nummer 2 hatte uns dann gegen 19.30 Uhr wieder einen Kreißsaal gegeben. Wieder wurde ein CTG geschrieben. Die Wehen waren zurück. Zwar nicht so stark, aber es waren welche. Gegen 21 Uhr hatte Sie dann meine Fruchtblase aufgemacht.
Die 3. Hebamme (wie sich herausstellte, war sie diejenige, mit der ich in der Nacht zuvor telefoniert hatte) hat mich dann kurzerhand an den Wehentropf angeschlossen, weil meine Wehen zwar oft kamen, aber zu schwach waren. Ab da waren die Wehen wieder voll da.
Positionswechsel um Positionswechsel. Nahezu akrobatische Turnübungen. Macht nur halb soviel Spaß, wenn man Wehen hat. Naja der kleine hing auf jeden fall fest. Sein Kopf kam einfach nicht durch den Muttermund durch. 😬
Zwischendurch bekam ich wieder Wehenhämmende Mittel, da ein zu großer Druck auf den Kopf des Kindes ausgeübt wurde.
Eine halbe Stunde später wieder der Wehentropf.
Die Zeit verging. Eins war klar. Sein Geburtstag wird nicht der 12.06. werden. 😅
Ein Assistentsarzt wurde zu Rate gezogen. Sie versuchten Ihn durch drücken auf meinen Bauch durch den Muttermund zu schieben. Allerdings mehrere Male ohne Erfolg.
Der Chefarzt wurde gerufen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Er meinte, das wenn er es durch den Muttermund schafft, könnte man es mit einer Saugglocke versuchen.
Viele Positionswechsel später hatte er es endlich durch den Muttermund geschafft.
Als die Ärzte kurz den Raum verlassen hatten, hatte ich es geschafft, wärend einer Wehe den Kopf soweit vorzuschieben, das die Hebamme ihn greifen konnte. Sie holte den Assistenzarzt wieder rein & innerhalb weniger Minuten war mein Kind geboren. Scheinbar hatte er Angst vor der Saugglocke 😂
Nach 27h Wehen & 41h wach sein erblickte er um 1.47 Uhr das Licht der Welt.
Mutti durfte die Nabelschnur durchschneiden.
Dann wurde er gemessen & gewogen & mir danach gleich zum stillen angelegt. Mutti ist dann gegen halb 3 nach hause gefahrn & ich bin um 3 auf mein Zimmer gekommen.
Die erste Nacht hatte ich mein Kind nicht bei mir, da ich einfach viel zu fertig war.
Würde ich das ganze nochmal auf mich nehmen?