„Ich fühle mich allein. Oder doch einsam?“
Oft hören wir in Gesprächen mit anderen Menschen die Wörter „allein“ und „einsam“. Doch kaum jemand ist sich darüber im Klaren, worin der genaue Unterschied liegt. Jedoch ist dieser von ganz grundlegender Bedeutung.
Doch was geht nun in einem Menschen vor, der sich wirklich einsam fühlt?
Was uns tatsächlich für Einsamkeit empfänglich macht, sind unsere Lebenseinstellungen, die wir in uns tragen. Es beschäftigen uns Gedanken wie etwa:
Ich bin nicht liebenswert.
Ich bin es nicht wert, einen Partner zu haben.
Ich brauche einen Partner, um glücklich zu sein.
Ich kann sowieso nichts.
u.v.m
Hinter all diesen Einstellungen steckt, dass man sich selbst nicht so akzeptiert, wie man ist. Es ist eine starke Ablehnung gegen sich selbst vorhanden und auch gleichzeitig eine Angst davor, von anderen abgelehnt zu werden. Aus diesem Grund ist man auf der Suche nach Lob und Anerkennung von außen und macht sich davon abhängig. Sie merken schon, es hängt nicht davon ab, ob wir mit uns allein sind und uns deshalb einsam fühlen.
Stattdessen geht es vielmehr darum, wie sich unsere Einstellung zu uns selbst und zum Leben darstellt.
Es wäre also eine gesunde Alternative sich selbst anzunehmen wie man ist: mit all seinen Stärken und Schwächen, denn die haben wir alle! In weiterer Folge dann auch andere Menschen so anzunehmen und zu lernen damit umzugehen, dass uns einfach nicht jeder Mensch mögen kann.
Bei der Einsamkeit unterscheidet man drei Phasen:
1. Einsamkeit – kurzzeitig, vorübergehend Dies kann bei Ereignissen passieren wie z.B. einem Krankenhausaufenthalt, bei einer Pensionierung, die Kinder ziehen aus, Arbeitslosigkeit. Diese Ereignisse können Einsamkeitsgefühle auslösen – wir fühlen uns nicht mehr mit anderen Menschen verbunden. Diese Phase vergeht wieder und kann eine Chance für einem Neubeginn sein.
2. Langsamer Rückzug Hier ist es kein vorübergehendes Gefühl, sondern das Gefühl der Einsamkeit ist immer präsent und wird zum ständigen Begleiter. Man wird immer ruhiger, stiller, lacht weniger und zieht sich in sich zurück.
3. Einsamkeit – chronisch Hier dauern die Einsamkeitsgefühle Wochen, Monate oder sogar Jahre an. Man ist nicht mehr in der Lage, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Man ist wie erstarrt und fühlt sich mehr und mehr abgelehnt und ungeliebt. Hier können Depressionen die Folgeerscheinung sein.
Wir leben in einer Zeit, in der wir innerhalb von Sekunden mit einem Menschen am anderen Ende der Welt Kontakt aufnehmen können und trotzdem fühlen sich immer mehr Menschen einsam. Woran liegt das?
Hier spielen sicherlich viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle – hier ein paar davon:
Sehr viele Menschen leben in größeren Städten und ziehen von zu Hause weg. Dadurch wird es schwieriger den Kontakt zur Familie aufrecht zu erhalten bzw. regelmäßig zu pflegen. In Großstädten kennt man seinen Nachbarn, der direkt in der Wohnung nebenan lebt, oftmals gar nicht. Es herrscht Hektik und es ist unpersönlich und viel anonymer als am Land. Die Menschen legen immer mehr wert auf das Erreichen von Zielen mit dem Fokus auf Erfolg und Leistung. Die Beziehung zu anderen Menschen und sogar Partnerschaften treten in den Hintergrund. Das zeigt sich beispielsweise sehr deutlich in relevanten Statistiken zum Thema Scheidung.
Junge Menschen leben in Partnerschaft mit ihrem Handy oder Computer. Die Kommunikation mit anderen Menschen wird hier vernachlässigt bzw. nicht trainiert. Sie interessieren sich auch immer weniger für ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, wo es um das Zusammengehörigkeitsgefühl geht, man neue Freunde findet und Kommunikation stattfindet.
Ein für mich sehr essentieller Punkt ist sicherlich „mangelnde Selbstliebe“. Ist diese nicht ausreichend vorhanden, so ist man immer von anderen abhängig, und definiert sich darüber, ob diese einen lieben. Man genügt sich nicht selber.
Sollten Sie sich angesprochen fühlen und gerade merken, dass hier etwas auf Sie zutrifft, so möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben, dass es nichts Schlimmes ist, sich Unterstützung zu suchen. Jeder Mensch kann in seinem Leben an einen Punkt kommen, an dem er oder sie alleine nicht mehr weiterkommt.
Gefühle der Einsamkeit bedeuten nicht, dass man nie wieder glücklich sein kann.
„Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.“ Alfredo La Mont
Alles Liebe Manuela Weiss, MBA
Über die Autorin: Manuela Weiss, MBA ist mutschmiedin und berät Sie zu den Themen
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Sie erreichen Manuela Weiss über [email protected] oder +43 1 343 92 77 (PIN: 208)









