Burnout-Persönlichkeit
Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V.
Typische Burnout-Kandidaten wachsen oft in einer Familie auf, in der nur der geliebt und geachtet wird, der etwas leistet. Wer nichts leistet, ist nichts wert und riskiert die Nichtachtung, d. h. den Ausschluss aus der Gemeinschaft. Oft sind sie irgendwie anders als die anderen Familienmitglieder und daher auffällig, z. B. besonders intelligent oder das „schwarze Schaf“. Die Ansprüche und Erwartungen der anderen haben sie so stark verinnerlicht, dass sie nicht mehr als fremd wahrgenommen werden, sondern als eigene Impulse. Da sie nicht gelernt haben, sich selber gut zu finden und zu genießen, sind sie ihr ganzes Leben in Unruhe getrieben von diesem inneren Druck, immer perfekter, schneller, beliebter oder stärker zu sein. Sie müssen immer müssen und es ist trotz aller Erfolge nie genug. Ihr Stress kommt daher nicht durch äußere Einflüsse auf sie zu, sondern entsteht in ihnen selbst. „Leben um zu arbeiten“ könnte ihre Devise lauten. Sie drängen natürlich gerne in Berufe, in denen sie sich unentbehrlich machen können, wie z. B. in solche mit karitativen bzw. therapeutischen Aspekten. Persönliche Grenzen werden ignoriert und nicht respektiert, d. h. mittels verschiedener Drogen gerne ausgehebelt. Sie wollen funktionieren und dafür Lob und Anerkennung bekommen. Gefühle und körperliche Empfindungen werden zunehmend ausgeblendet und verleugnet. Mutiert zu einer empfindungslosen Hochleistungsmaschine gibt es keine Trennung mehr zwischen Job und privat. Selbst in der Freizeit werden oft Hobbys betrieben wie z. B. Mountainbiken, die auch wieder leistungsorientiert sind und daher den Körper noch mehr auslaugen, statt ihn zu regenerieren. Die Folge dieser ständigen Selbstausbeutung ist natürlich irgendwann ein Zusammenbruch.














