Ein Fluss sprengt seine Grenzen.
trying on a metaphor
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@nikevaneppstein
Ein Fluss sprengt seine Grenzen.
Haltung bewahren.
Wenn ich dich ganz festhalte und du mich ganz festhälst, dann wird uns nichts mehr halten.
Du bist immer da.
Wenn ich einmal versuche nicht über dich nachzudenken, dann fühle ich dich einfach nur noch. Und will dich nur noch mehr.
Along the Bethaniendamm in Berlin Kreuzberg, July 1985. Wall paintings of Thierry Noir and Christophe Bouchet.
(via Das Kraftfuttermischwerk)
Kaum mehr vorstellbar.
Zisch. Der flüssige Rest eines Stiefels ergoss sich ins kalte Wasser. Jette schob einen Löffel unter die erstarrte Masse und hob sie aus dem Topf. Sie glich einem Drachen. Herausforderungen sollten im neuen Jahr also kein Problem sein.
Daran dachte Jette, als ihre Augen den Berggipfel suchten. Die Luft war so feucht, dass man mit ihr eine Trinkflasche füllen konnte. Der Nebel so dick, dass jeder Schritt in vollkommener Blindheit geschah.
Oben. Sie war oben. Hatte den Weg genommen von Küssnacht Bahnhof, am anderen Ende der Bucht den Einstieg zum Berg gesucht und wäre nach 500 Metern gern wieder umgedreht.
Auf dem schlammigen Alpweg fanden weder Schuh noch Stock Halt. Den Oberkörper nach vorn gebeugt, stapfte Jette in kleinen Schritten vorbei an ersten Knospen, verlassenen Tennen, gelben Schildern, die Wanderern wie ihr den rechten Pfad wiesen.
Er führte hinauf in den Schnee. Und während der Waldboden einen aufzusaugen schien, den Weg in den Hang endlos machte in seiner Dunkelheit, leuchtete der Schnee hinauf in den Gipfel. Wie barfuß in einem Flokati versank Jette Tritt für Tritt bis zu den Knöcheln im Schnee. Doch der Berg hatte seine Bedrohung verloren. Stürzte sie, fiel sie weich. Rutschte sie weg, landete sie statt im Schlamm im Schnee. Sie hatte auf dem Rücken der Rigi ihr Rückgrat gestärkt. Den Drachen - sie hörte ihn brüllen.
FrühlingsRegen.
ost-west-bilder
oben: berlin hauptstadt der ddr 1986 unten: westberlin 1986
wiedervereinigung, sackgasse, kein durchgang
/// “Journalismus in der digitalen Moderne” heißt ein Buch, das in diesen Tagen erscheint — der Titel beschreibt in seiner Nüchternheit, was viele Kollegen in diesen Jahren des Umbruchs und der gefühlten Dauerkrise umtreibt: Wie verändert die Digitalisierung unsere Profession? Ich wurde, nach...
Danke.
Frühling. Kommt.
Was ist es? Was es ist.
“Oh man, ich glaube, ich verbringe zu viel Zeit mit dir.”
“Aber wir sehen uns uns doch kaum.”
“Was hat das jetzt damit zu tun?”
So. Isses.
VON LENA STEEG
Ein junger Mann rennt auf mich zu. Er reißt die Arme in die Luft, er lächelt. Er sagt einen Satz, der zu keiner dieser Gebärden passt: „Gut, dass Sie kommen, ich bin Ihnen gerade ins Auto gefahren. Aber nur ein bisschen.“ Mir fällt dazu nichts Schlaues ein. Er spricht weiter:...
Fein.
Erich Mielke’s apartment took up a whole floor of the old Stasi building, and was largely left as they found it, as seen above. Mum became a bit of a rule breaker and jumped the rope to pose in his apartment and sit on Mielke’s chair, which we soon figured out wasn’t his chair at all, but only his secretary’s. Effort wasted.
oldhollywood:
Stan Laurel & Oliver Hardy in Wrong Again (1929, dir. Leo McCarey)
Original production still caption: Laurel & Hardy discover it was famed painting “Blue Boy” they were supposed to deliver and put on the piano. They brought Blue Boy, the horse, who appears to be on top of the situation.
Eine Frage der Lehne
Die Menschen sind verschieden. Nun ja - das sind sie. Ein jeder isst auf seine Weise. Ein jeder schläft auf seine Weise. Und: Ein jeder sitzt auf seine Weise.
Das Gesicht unter Konzentration sieht auch bei jedem anders aus. Während dem einen in der Stirne eine tiefe Falte erwächst - von der Nasenwurzel hinauf zwischen den zugekniffenen Augen bis hin zum Haaransatz - , schaut der andere entspannt auf das Objekt seiner Konzentration, verklärt - es ficht ihn nicht an.
Als ich am Freitagmorgen Platz nahm auf einem Bürostuhl - es war ein sehr früher Morgen - 4.30 a.m. - sank ich zurück in die Nacht. Für Sekunden, für Zehntelsekunden nur - denn das fahle Licht über der Arbeitsinsel ließ mich im Nu' wieder hochschrecken. Doch - da war sie. Die Entspannung. Dieses Verklärte. Das Gefühl, dass egal, was in der vergangenen Nacht geschehen war, mich nicht anfassen konnte.
Die Lehne des Bürostuhls gab dem müden Rücken nach. Das war alles.
Diese Lehne machte das Wachsen einer Konzentrationsfalte zunichte.
Diese Lehne schickte sich an, das Abfragen von Informationen über die vergangene Nacht einzuschläfern.
Diese Lehne drohte, mich meiner Frühdienstpflichten zu verweigern.
Stopp.
An diesem Morgen beschäftigte mich eine einzige Frage. Und von keinem meiner Informanten bekam ich darauf eine Antwort.
Wie bringt man auf einem Bürostuhl, dessen Lehne Entspannung fordert, Konzentration zustande. Wie kann man auf einem solchen Stuhl - arbeiten.
Da hat er Recht
Manche Dinge werden einfach nicht besser, wenn man sie aufwärmt. Da hat er Recht. Auch, wenn ich überhaupt keine Ahnung vom Kochen habe - das leuchtet sogar mir ein. Das Einzige, das aufgewärmt nur noch besser schmeckt, ist Eintopf. Bohneneintopf. Kartoffelsuppe.
Danach wäre er die Kartoffel. Ich das Sellerie. Könnte mich damit arrangieren. Einst gesät. Oder doch eher gesteckt? Ganz gleich. Wurzeln geschlagen in jedem Fall. Gewachsen. Prächtig gediehen in Mutter Erde. Aber auch für die Selleriestange wird's irgendwann zu eng. Obwohl? Wer weiß schon, was eine Selleriestange täte, rupfte sie nicht irgendein Landwirt aus dem Boden, würfe sie nicht irgendeine Hausfrau zerschnippelt in einen Kochtopf.
Dass die Selleriestangenstückchen anders nie auf die Kartoffel träfen - das leider stimmt auch. Was sonst über Äcker entfernt voneinander unbesehen gedeiht, findet erst im Kochtopf zusammen. Im melting pot.
Schmelztiegel... Der wäre wohl das Ende einer jeden Kartoffel. Einer jeden Selleriestange. Einer jeden Kartoffel-Selleriestangen-Genese. Also doch zurück in den Kochtopf. Denn manche Dinge müssen nicht aufgewärmt werden. Weil sie über einer Flamme köcheln, die nie erlischt. Auch da. Hat er Recht.
Der Strom ist gewaltig
So gewaltig, dass ich noch immer nichts gelernt zu haben scheine.
"Wir machen alles anders." Aus der Situation heraus gesagt? Weil es in diesem Moment so empfunden wurde? Auch nichts dazu gelernt? Aus den vergangenen fast zwei Jahren.
Den Jetlag kuriert er aus. Daheim. Unterm Dach. Zwischen Lätzchen und Babywindeln. Während die "Liebste" ein paar Straßen weiter sitzt.
Ein paar Straßen weiter. Tja - so ist das mitunter im Leben. Rückkehr in eine Stadt, die es wohl kaum verdient hat, zurückzukehren. Die das Unheil noch näher bringt, als es ohnehin schon ist.
Morgen steht der Tag an, an dem alles schwebt. Für gewöhnlich. Wäre da nicht dieses Reißen in der Brust. Das Drücken im Kehlkopf. Das Brennen in den Augen.
Ob ich ihn sehen will? Morgen? Im Moment nicht. Im Moment wünschte ich, wir wären uns nach der Polarstern nicht mehr begegnet. Hätten einander überhaupt nie kennengelernt.
Es gibt keinen "falschen" Zeitpunkt. Verantwortung scheuen - ja, das gibt es. Sich selbst und den anderen gegenüber.
Lernen ist wie Rudern gegen den Strom...