Hi, nice to meet you.
I am a communications, content and storytelling strategist with a a deep knowledge on and passion for digitization and the startup industry.
This is my very old website and blog, that I stopped updating years ago. For up-to-date information please visit: www.about.me/nikolaus
I hope to see you there! Kind regards, Nikolaus
Berlin, August 2018
Es war eine fantastische Zeit. Es waren Tage und Nächte im BĂĽro. Und es hat verdammt viel SpaĂź gemacht. Es war unser Versuch, Wirtschaft anders zu erzählen. Den Wirtschaftsjournalismus neu zu erfinden. "Sieht aus wie eine Actionkomödie und liest sich wie ein Dokumentarfilm", schrieb ein Leser ĂĽber Business Punk einst auf der Business-Punk-Facebook-Wall. Seither weiĂź ich: Es hat funktioniert.Â
An jenem Abend im Winter 2008, als meine Kollegin Anja Rützel und ich Business Punk ausgedacht haben, haben wir nicht geglaubt, dass es das Heft jetzt - mehr als vier Jahre später - noch gibt. Dass es einmal die Financial Times Deutschland, für die wir beide auch damals schon arbeiteten, überleben würde. Dass es als eines von zwei Wirtschaftsmagazinen bei G+J übrig bleiben würde.
An jenem Abend im Winter 2008 haben wir nicht mal gewagt zu hoffen, dass Business Punk je erscheinen wird. Es war eine Schnapsidee (vielleicht eine Erklärung dafür, warum wir die "Schnapsidee" später zu einer festen Rubrik im Heft machten). Aber eine Schnapsidee, an die wir von Beginn an so fest glaubten, dass wir selbst Skeptiker überzeugen konnten. Viele Leser und User lieben das Heft. Andere hassen unsere Idee. Vor allem eines war Business Punk aber nie: egal. Und das ist, was bleibt.
Nun habe ich mich entschieden - genau wie meine Kollegin Anja RĂĽtzel - Business Punk zu verlassen. Das März-Heft (Ausgabe 01/2013) war die letzte Ausgabe, die ich als Redaktionsleiter verantwortet habe; der 30. April 2013 war mein letzter Tag bei den G+J Wirtschaftsmedien.Â
Darum an dieser Stelle:
Herzlichen Punk an alle, die uns in Redaktion und Verlag die Chance gegeben haben, dieses Heft zu entwickeln, zu publizieren und erfolgreich am Markt zu etablieren.
Herzlichen Punk an alle, die mitgearbeitet und uns in den vergangenen Jahren unterstĂĽtzt haben.
Und herzlichen Punk an alle Kritiker, die uns angespornt haben, immer wieder etwas zu verändern - oder gerade nicht.Â
Bevor ich 2005 zur FTD kam, habe ich fast ausschließlich online gearbeitet, u.a. bei yahoo.de, e-politik.de, sueddeutsche.de und jetzt.de. Nun gehe ich zurück ins Digitale. Ich freue mich auf den Job und die neuen Kolleginnen und Kollegen - es wird eine fantastische Zeit.
Denkanstöße zum Onlinejournalismus vom Chefredakteur sueddeutsche.de: ploechinger:
Wo steht der Onlinejournalismus 2012? Das war die Frage – im Folgenden eine Textversion meiner Antwort bei der Eröffnungsrede des Kongresses „besser online“ an diesem Samstag.
„Wir“: Dieses Wort in den drei folgenden Thesen soll bitte nicht missverstanden werden. Es ist eine generalisierende Referenz auf uns Journalisten in Deutschland, aber natürlich betreffen die Thesen nicht alle oder alle gleichermaßen. Es geht um eine Selbstkritik, wo wir als Profession dazulernen müssen.
„Peinlich“: Mit diesem Wort habe ich im Vortrag beschrieben, dass wir deutsche Journalisten in Summe noch viel zu wenig aus dem Medium namens Online machen. Es geht daher um Antworten auf die Frage, wie wir Journalisten unser Verständnis von Online ändern sollten, um besser zu werden, und was wir Onliner ändern können, um online besser zu machen.
Journalisten und Social Media: ein Armutszeugnis?!
Warum Journalisten Social Media brauchen, Leser und User als Kunden  und ihre Produkte als Marken sehen müssen
Ach, der Journalismus und Social Media - es ist mir so unverständlich, warum so viele Kollegen, deren Job so viel mit Kommunikation zu tun hat, immer noch nicht begriffen zu haben scheinen, was das Internet mit Facebook, Twitter und Co. für sie bedeutet. Was für Möglichkeiten es schafft. Und warum es so notwendig ist, sich damit auseinanderzusetzen.
Es ist so offenkundig, dass es eigentlich ermĂĽdend ist, immer wieder darĂĽber zu lesen oder zu schreiben. Es machen ja viele, wie zuletzt auch Christian Jakubetz, als er ĂĽber eine Studie der Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung bloggte: Bedingt onlinebereit.
Aber eine neue Studie der dpa-Tochter news aktuell und von Faktenkontor erschreckt mich wirklich, so dass ich meine zwei Cent zum Thema auch mal los werden muss (Die Studie spricht nur von Journalisten, ich beziehe mich in meiner Argumentation vor allem auf den Printjournalismus):
Nur 12 Prozent der befragten Journalisten sehen sich für Social Media sehr gut gerüstet. Klar, wir könnten jetzt alle einen Aufwärtstrend bejubeln. Vergangenes Jahr waren es nur sieben Prozent. Dennoch sind zwölf Prozent im Jahr 2012 ein Armutszeugnis. Die New Economy ist über zehn Jahre her - und ja, auch damals gab es schon Communities, auch journalistische, die sich mit ihren Lesern auseinandergesetzt und sie in die Arbeit eingebunden haben. jetzt.de etwa, das Jugendangebot der Süddeutschen Zeitung, für das ich von 2002 bis 2005 gearbeitet habe, hat schon immer direkt mit Usern korrespondiert. Facebook gibt es seit 2004, Twitter seit 2006. Und 2012 sehen sich nur zwölf Prozent sehr gut für Social Media gerüstet? Nur 33 Prozent gut gerüstet? Und die überwiegende Mehrheit nicht?
Noch zwei andere Ergebnisse der Studie sind erschreckend. Das eine ist die  Unterscheidung zwischen Kundenbindung auf der einen Seite und Leser-/Nutzerbindung auf der anderen Seite:
"Unterschiedlich fällt die Antwort darauf aus, warum man überhaupt im Social Web aktiv ist. Unternehmen wollen in erster Linie Imagepflege betreiben (57 Prozent), während PR-Agenturen die Kundenbindung verbessern wollen (55 Prozent). Redaktionen setzen dagegen in der Mehrheit auf die Hoffnung, die Leser-/Nutzerbindung zu erhöhen (70 Prozent)."
Es kann gut sein – ich weiß es nicht - dass schon die Studie bei der Befragung diese Unterscheidung gemacht hat. Dennoch ist sie fatal: Denn Journalisten und Medien müssen begreifen, dass Leser und Nutzer nicht einfach nur Leser und Nutzer sind, denen man mit in einer Friss-oder-Stirb-Mentalität Informationen vor den Latz knallen kann. Sondern Kunden, um die man sich kümmern muss. Das mag banal klingen, hat aber weitreichende Folgen: Wer seine Leser und User als Kunden wahrnimmt, kümmert sich mehr um sie. Er nimmt sie ernst. Bietet ihnen Service. Und das ist die einzige Chance in dem Informationsgeschäft, das so austauschbar geworden ist, zu überleben.
Mal ein Vergleich, der ein wenig an den Haaren herbeigezogen ist, aber verdeutlicht, was ich meine:
Kochen kann jeder, die Zutaten dazu einkaufen auch. Trotzdem gibt es Restaurants. Warum? Nicht deswegen, weil sie das Bedürfnis befriedigen satt zu werden. Sie befriedigen vielmehr Begehrlichkeiten: nach gutem Service, außergewöhnlichem Essen und einem Lebensgefühl. Je teurer, desto höher ist die Erwartung an den Service. Und manchmal kommt neben dem Kellner, vielleicht sogar der Koch vorbei, fragt, wie es schmeckt, und empfiehlt einen guten Wein.
Genauso ist es heute mit Informationen:
Veröffentlichen kann im Internet jeder, die Informationen bekommt er kostenlos. Fastfood in Form von Nachrichten gibt es im Internet überall. Wer sich da abgrenzen und überleben will, darf nicht mehr nur das Bedürfnis nach Information befriedigen, sondern muss Begehrlichkeiten schaffen: nach außergewöhnlichen Geschichten, nach gutem Service, nach einem Lebensgefühl. Er muss seine Leser als Kunden verstehen, denen er einen exzellenten Service anbietet, indem er auf Fragen im Social Web eingeht, mit ihnen spricht, sich erkundigt, was ihnen gefällt und was nicht. Und ihnen die besten Texte, Bilder oder Videos empfiehlt.
Im Social Web erweitert sich der Aufgabenbereich eines Journalisten: Er macht Kundenservice (indem er auf Leseranfragen antwortet). Er macht Marketing (indem er Texte empfiehlt). Und er macht Journalismus (nicht nur in Form von Artikel veröffentlichen, er übernimmt für seine eigenen Follower oder die Follower seines Mediums auch die Rolle des redaktionellen Wegweisers durchs Web).
Markenartikler haben es schon lange verstanden: Sie verkaufen nicht nur einen Schuh, sondern mit ihrer Marke ein Lebensgefühl und einen Service, der natürlich nicht ohne gute Qualität funktioniert. Wenn Journalisten und Medien ihre Leser und User endlich als Kunden begreifen, fangen sie vielleicht auch endlich an, ihre Produkte nicht mehr nur als Zeitungen und Zeitschriften zu verstehen, sondern auch als Marken. Was unerlässlich ist für den künftigen Erfolg, eben weil das Nachrichtengeschäft so austauschbar geworden ist. Es reicht nicht mehr die wichtigste Meldung auf die Seite 1 zu schreiben. Zeitungen und Zeitschriften als Marke müssen Qualität liefern, guten Service für ihre Kunden bieten, eine Haltung und ein Lebensgefühl vermitteln. Ich zitiere kurz aus dem sehr interessanten Text von Christian Meier auf meedia.de über Vice :
"In einem Gespräch, das Benjamin Ruth, der Herausgeber der deutschen Vice-Ausgabe vor fünf Jahren gemeinsam mit LeadAward-Macher Markus Peichl und 032c-Gründer Joerg Koch für die FAS führte, war die Essenz des Erfolgs von Vice weitgehend abgedeckt:
1. "Die Haltung ist das Entscheidende": Medien, die vor allem von einem jungen Publikum als haltungslos empfunden werden, gibt es schon genug.
2. "Die Möglichkeit, in der Nische zu bestehen, besteht jetzt": Warum, das sagte Ruth gleich dazu – die Werbeindustrie sehe endlich einen Bedarf, Geld in Nischen zu investieren und so Zielgruppen anzusprechen, die zu Mainstream-Angeboten nicht mehr greifen.
3. "Es geht darum, wirklich neue Loyalitäten entstehen zu lassen": Klassischen Medienmarken entgleitet die Bindung an ihre Leser, Zuschauer und Nutzer. Nur, wer konsequent seine inhaltliche Linie durchzieht, dem gebührt noch die Loyalität.
4. "Wir verstehen das Ganze nicht als Magazin, sondern als Marke": Siehe oben."
Die Gedanken über Loyalität bringen mich zum dritten Punkt, der mich an der news aktuell-Studie erschreckt:
"Die Anzahl der Kontakte in sozialen Netzwerken ist das wichtigste Erfolgskriterium für Redaktionen und Unternehmen im Social Web. Je mehr Fans und Follower, desto besser die Kommunikationsarbeit. Gut die Hälfte der Pressesprecher (52 Prozent) und der Journalisten (58 Prozent) ist dieser Meinung. Auf Platz Zwei liegt bei den Redaktionen die Anzahl der Erwähnungen bei Twitter, Facebook und Co (46 Prozent), während Unternehmen neue Kontakte und Leads (41 Prozent) am zweithäufigsten nennen. Die qualitative Bewertung beginnt erst ab Platz Vier. Demnach halten nur 39 Prozent der Unternehmenssprecher die Tonalität der Erwähnungen für ein wichtiges Kriterium. Ebenso sehen nur ein Drittel der Redakteure die Intensität der Dialoge als einen bedeutenden Faktor für ihren Erfolg an (33 Prozent). Mehr darüber zu erfahren, mit welchem Personenkreis man sich vernetzt hat, scheint für die meisten nur von sehr untergeordneter Bedeutung zu sein. "Wichtige Influencer" wurden von weniger als einem Viertel der Unternehmen (23 Prozent) und von nur rund jedem zehnten Journalisten (12 Prozent) als ein maßgebliches Kriterium genannt."
Dabei ist es fahrlässig nur auf die Anzahl der Kontakte zu setzen oder darauf zu verzichten, seine Zielgruppe und Influencer genauer kennen zu lernen. Loyalität und das Engagement der Leser und User sind sehr wichtig. Wer es nicht glaubt, möge den Artikel It's the fan engagement, stupid! über die Comscore-Studie The Power of Like 2: How Social Marketing Works lesen.
Wir Journalisten müssen Leser und User zum Teil unserer Medienmarken machen. Ihnen in unseren Publikationen Raum geben. Unseren Kunden auf Augenhöhe begegnen. Sie ernst nehmen. Uns um sie kümmern. Und Begehrlichkeiten schaffen, indem wir Qualität, Service sowie eine Haltung bieten und auf diese Art Loyalitäten zu unseren Medienmarken schaffen.
Das heißt nicht, dass jeder Journalist zum Social-Media-Redakteur seines Mediums werden muss. Wochenlange Recherche, das Veröffentlichen von Nachrichten und Schreiben schöner Reportagen sind wichtige und unerlässliche Aufgaben. Es heißt aber, dass sich jeder Journalist mit Social Media beschäftigen und sich damit auskennen muss. Es ist eine Chance, mit Lesern und User direkt zu kommunizieren, Feedback einzuholen, Lob und Kritik zu bekommen.
Über Artikel, Nachrichten, Reportagen und Informationen wurde in den Wohnzimmern schon immer gesprochen. Heute finden diese Gespräche eben öffentlich statt. Und Journalisten können und müssen sich daran beteiligen. Denn der Kunde ist König.
Vor zwei Jahren kam das erste iPad auf dem Markt und viel wurde experimentiert. Nun setzen sich bei Tablet-Medien schlichte Design-Prinzipien durch, die seit Gutenberg gelten. Die größten Probleme gibt es immer noch da, wo Medienhäuser gezwungen sind, Inhalt auf Tablets zu bringen, der nicht dafür gedacht war.
Immer wenn ich jemandem versuche zu erklären, was dieses oder jenes Social Network ist. Dann klingt das immer ungefähr so: “Foreca.st, das ist Foursquare aber in die Zukunft gerichtet”, oder “Patientslikeme, das ist sowas wie Facebook auf Krankheiten bezogen” oder “Diaspora, ist wie Facebook aber mit mehr Unabhängigkeit”. Dabei ist so eine Art Stammbau der Socialnetworks entstanden.
Wem fallen noch mehr Paarungen ein, die ich da mit aufnehmen könnte?Â
From The Archives: A 29-year-old Steven Spielberg, fresh off directing his first blockbuster, Jaws, watches nervously as the 1976 Oscar nominations are announced.Â
What can you do when you’re stuck for ideas and lost for a place to seek out inspiration? It turns out that a great, tried‒and‒true way to discover new, creative ideas is to free associate.
Basically viewing a random image, watching a video, reading a phrase, or doing something...
Eine Frage - die anlässlich der gerade laufenden Social Media Week - immer wieder auftaucht - lautet: Bedeutet Social Media nicht auch Kontrollverlust für Marken, Produkte und Unternehmen?
Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht. Denn ...Â
... erstens: Wer etwa Pullis oder Hosen verkauft, macht sich doch auch keine Gedanken darĂĽber, dass jemand die Klamotten anzieht. Oder anders: Wer Pullis oder Hosen verkauft, gibt seine Marke auch an den Kunden - und hat keine Kontrolle, wer das anzieht und was die Kunden darĂĽber sagen.Â
... zweitens: Es war doch schon immer so: Wenn sich ein Kunde über ein schlechtes Produkt geärgert hat, hat er das seinen Freunden gesagt. Der Unterschied ist heute vielleicht: Früher haben sich drei Leute in Berlin und drei in München und drei in Bochum geärgert. Heute wissen die Berliner, dass sich auch in München und Bochum jemand aufregt - und die Angelegenheit kann sich hochschaukeln (darum am besten keinen Mist verkaufen).
Aber am Ende bildet Social Media nur das ab, was sowieso gesprochen wird. Ist ja nicht so, dass im Netz irgendwelche anderen Leute unterwegs wären, als auf der Straße oder im Supermarkt. Das sind doch - um mal ein Wortungetüm zu benutzen: Leute wie Du und ich.
Social Media bietet schlicht neue technische Möglichkeiten, um zu kommunizieren. Für Unternehmen ist das meiner Meinung nach eine Riesenchance und kein Kontrollverlust. Denn wann konnte man sich schon mal so direkt mit seinen Kunden unterhalten. Darum: fragen, zuhören, antworten, in Dialog treten, lernen, miteinandersprechen in Form von Twitter, Facebook, Google+ oder was auch immer. Ist doch ganz einfach.
Nikolaus Roettger @nikolausrold - Tumblr Blog | Tumgag