Kindheit
Irgendwie hab ich nicht das GefĂŒhl, dass es primĂ€r um Fehlentscheidungen gehen wird oder das âwas wĂ€re wennâ. Vielleicht finde ich mich so auch gar nicht selber wieder aber irgendwie reizt es mich mir einfach mal Dinge von der Seele zu schreiben.
Ich bin aufgewachsen in einem kleinen Dörfchen im tiefsten Niedersachsen. JĂŒngstes Kind von 3 Geschwistern. Einziges MĂ€dchen, Prinzessin könnte man meinen aber nein.
Trotz frĂŒher Trennung meiner Eltern, im Alter von ca. 5 Jahren, und einem Alkoholiker als Vater hatte ich bis zur Trenung keine schlechte Kindheit. Als mein Vater noch da war, war er sowieso 5 Tage die Woche auf Montage. Die Wochenenden verbrachte er mit seinem Motorrad, Sonntags durfte ich mit. Meist gab es dann Pommes oder Eis, das sind gute Erinnerungen.
Was machte mich in meiner spĂ€ten Kindheit und frĂŒhen Jugend also so dermaĂen traurig?
Ich musste sehr frĂŒh sehr erwachsen werden. Nach der Trennung meiner Eltern lebten wir vorerst im Nachbardorf in einer kleinen Wohnung, das war nicht schön aber immerhin hatte ich mein eigenes Zimmer, die Jungs teilten sich eins. Dann bauten wir gemeinsam den Dachboden bei einem Freund meiner Mutter aus. Eine schöne groĂe Wohnung mit Balkon. AuĂerdem ein riesiger Garten und mehrere Hektar Land.
Zwischen meinem jĂŒngstem Bruder und mir liegen 6 Jahre Altersunterschied, die Jungs sind nur 3 Jahre auseinander.
Meine Mutter war viel am arbeiten also âkĂŒmmertenâ sich meine BrĂŒder um mich.
Mit anderen Worten,war ich eigentlich immer nur das dritte Rad am Wagen. Ich verbrachte viel meiner Freizeit mit Menschen die im Schnitt 6-12 Jahre Ă€lter waren als ich. Meine Geschwister hatten extrem viele Flausen im Kopf und wenn ich heute irgendwelche bekloppten Videos auf Instagram von jungen MĂ€nnern sehe die mit Fahrzeugen etc. ScheiĂe bauen habe ich sofort die zwei im Kopf.
Wir zogen aus welchen GrĂŒnden auch immer irgendwann zurĂŒck in mein Elternhaus, mein Vater war bis dato ausgezogen. Das war das letzte Jahr in dem ich Kontakt zu ihm hatte, da war ich ca. 8 Jahre alt.
Danach wurden die Flausen im Kopf meiner BrĂŒder immer wilder.
Wie das aufâm Dorf nunmal so ist hat man viele Freiheiten. So lernte ich in der Zeit auch das SchieĂen mit Luftgewehr und co. NatĂŒrlich findet man das als Kind alles ganz super.
Meine Mutter hatte einen neuen Partner, netter Typ, Motorradclubmitglied, TĂ€towierer. Aber genau deshalb waren es neben dem Arbeiten nun auch noch die Wochenenden mit meinen BrĂŒdern alleine oder wir waren auf Feiern des Clubs. Ich lernte schnell wie ich mich selber verpflegen konnte und wie ich mich im Zweifel gegen meine BrĂŒder durchsetzen konnte. So war ich dann die, die am Ende die Freund meiner BrĂŒder auf den Hauspartys mit Bier holen usw. versorgte.
Auch das findet man als Kind ganz witzig.
Der einzige der mich als die Prinzessin und das kleine MÀdchen was ich war behandelte war mein Halbbruder aus erster Ehe, den ich in der Zeit kennenlernte. Meine Mutter hatte die Ehe und meinen Bruder lange verschwiegen. Mit unter weil der besagte Halbbruder im JugendgefÀngnis saà und mein Vater davon nichts wissen wollte.
Ich wurde schnell erwachsen und auch mein Hormonhaushalt war nicht ganz unschuldig. Ich wurde im Alter von 6 Jahren von einem Oberarzt aufgeklĂ€rt was Sex ist und wie das alles funktioniert weil man befĂŒrchtete, dass meine PubertĂ€t bereits mit 7-9 Jahren eintreten könnte. Dank der behandelnden Ărzte kam die erste Periode jedoch erst mit 12 Jahren. Genau an meinem Geburtstag. Das ist in heutiger Gesellschaft vielleicht normal, aber in der Zeit eben einfach nicht. Ich lernte meinen âersten Freundâ kennen. Achtung red flag; er war fast 16 Jahre alt zu dem Zeitpunkt.
Man sollte meinen, dass meine Familie dementsprechend Alarm schlagen sollte aber nein, das war soweit fein. Also machte ich im alter von 12 Jahren meine ersten âsexuellen Erfahrungenâ. Nein, nicht im Sinne von Sex oder richtigem Petting aber halt doch irgendwie sexualisiert.
Ab da ging alles sehr schnell, ich war die erste in der Klasse die einen BH tragen musste, die erste die einen Freund hatte. Ab dem Moment wurde ich von meinen mĂ€nnlichen MitschĂŒlern schnell sexualisiert.
Ich erinnere mich an einen Tag wo ich in der Schule ein weiĂes Shirt trug und plötzlich platschnass war, damit die Jungs was zum gucken haben. Den Lehrern war das egal, das war ja nur ein Streich.
Logischerweise war eine âBeziehungâ in dem Alter sehr schnell zum scheitern verurteilt, Gottseidank.
In der Zeit erfuhr ich auch viele viele negative Dinge aus meiner Familie. Oma und Opa vĂ€terlicherseits wohnten nebenan und mein GroĂvater hatte genauso wie mein Vater einen hang zu Gewalt. Opa nie mir gegenĂŒber aber meinen Geschwistern.
Ich hörte mir an was fĂŒr ein schlechter Mensch mein Vater war, wie er versuchte meine Geschwister und meine Mutter umzubringen und nie jemand Anzeige erstattete. Meine Mutter sagte mir, wenn ich ihr erstes Kind gewesen wĂ€re, hĂ€tte sie keine weiteren bekommen. Meine Geburt war aufgrund des Krankenhauses und der Komplikationen fĂŒr sie enorm traumatisch gewesen. Aber in meiner Familie hat nie jemand gelernt mit Traumata umzugehen, also hörte ich scherzhaft immer wieder âDu hast ja auch versucht mich umzubringenâ. Das macht definitiv was mit einem Kind.
Als ich 13 wurde lernte meine Mutter einen neuen Mann kennen. Alsbald zogen wir in eine Stadt. Ab da wurde alles nur noch komplizierter.















