Aira: Ein Überblick - in Arbeit
Wie sehr oft, weiß ich nicht, woher dieser Name kommt, woher ich ihn habe. Ich weiß nur, dass es ihn bereits gab, als ich fünf-sechs Jahre alt war und meine ersten Geschichten schrieb.
Damals war Aira ein Ort, an den man kam, wenn man in ein Erdloch unter einem kleinen Pflaumenbaum in unserem Hinterhof kroch. Dort gab es Drachen, Einhörner, Zwerge (keine Fantasy-Zwerge mit Bart, Axt und Bier, sondern Volksmärchenzwerge mit Mütze und versteckten Schätzen), Feen, sprechende Wölfe und andere Gestalten, von denen ich in russischen Volksmärchen und auch den Märchen anderer Länder gelesen hatte.
Fast zwanzig Jahre später hat sich Aira gewandelt, genau so wie ich und mein Verständnis von der Welt um mich herum und dem Leben, das ich geführt habe. Auch wenn es immer noch Drachen gibt und Wesen, die man vielleicht als Einhörner bezeichnen kann, weil sie über genau ein Horn verfügen (in diese Kategorie passen übrigens auch irdische Nashörner und einige Käferarten), hat Aira, wie ich sie jetzt sehe, kaum noch etwas mit meiner kindlichen Vorstellung von der Welt unter dem Pflaumenbaum zu tun.
Die astronomischen Eigenschaften von Aira hatte ich bereits in einem vorhergehenden Post geklärt. Insofern werde ich mich jetzt auf den, äh, Innenaufbau konzentrieren.
Auch wenn ich mich in diesem und den nachfolgenden Texten auf den Kontinent Heldra konzentrieren werde, auf dem meine aktuelle Geschichte spielt, gibt es auf Aira noch andere Landmassen. Von Bedeutung sind vielleicht vor allem Gnairdan und Oriost. Gnairdan befindet sich im Südosten von Heldra und Oriost befindet sich auf der anderen Seite des Planeten, von Heldra aus gesehen. Vergleicht man die Position Heldras mit den irdischen Kontinenten, so kommt Nordamerika der Platzierung ziemlich nahe. Gnairdan würde dann vermutlich die Position Europas einnehmen - obwohl diese Vergleiche nicht sehr sinnvoll und nicht sehr präzise sind.
Zu den klimatischen Bedingungen und der Oberflächenbeschaffenheit komme ich später. Eine topografische Übersichtskarte von Heldra (oder jedenfalls die vorläufige Version davon) liegt in den Blog vor.
Bevölkerung und Geschichte
Es gibt eine native Spezies auf Aira, die Ferru. Zu denen möchte ich jetzt allerdings noch nichts sagen, da sie in der aktuellen Geschichte keine Rolle spielen und auch sonst gerade nicht sehr wichtig sind.
Der Hauptaugenmerk liegt auf den Menschen.
Die Menschen Airas stammen ursprünglich von den irdischen Menschen ab. Vor etwa sechs Jahrtausenden wurden sie von der Erde durch eine Art Dimensionsriss nach Aira gebracht. (In allen Völkern der Erde gibt es Geschichten von spurlos verschwundenen Menschen oder ganzen Menschengruppen. Diese Geschichten inspirierten mich zu dieser Annahme.) Diese ersten Menschen auf Aira bildeten einen guten Querschnitt zwischen den meisten Nationen und Völkern der Erde und stammten etwa aus dem 10. Jahrhundert. Es dauerte mehrere Jahrtausende, bis die Menschen sich auf Aira etabliert und verbreitet haben, um eine hochentwickelte Zivilisation aufzubauen - und diese zu zerstören.
Heldra war seit jeher das Zentrum der Zivilisation. Gnairdan wurde als zweites bevölkert, als die Menschen sich sicher genug fühlten, um zu expandieren. Zwischen den Großreichen Heldra und Gnairdan gab es seit der Gründung des zweiteren stets eine Art Rivalität. Gnairdan wollte sein Mutterland zuerst beeindrucken, dann in Sachen Entwicklung und Forschung weit hinter sich lassen.
Etwa nach fünf Jahrtausenden nach der Ankunft der Menschen auf Aira begannen sie mit der Raumfahrt und erbauten Kolonien auf Ellanar, Naorra und Serret. Doch bereits wenige Jahrzehnte nach der Schaffung dieser Kolonien brach der Kontakt zu der Heimatwelt ab und die Kolonisten blieben auf sich allein gestellt - und von den Airianern vergessen.
Grund dafür war ein erbitterter Krieg, der zwischen Heldra und Gnairdan nach Jahrtausenden der Rivalität ausbrach. Der Krieg dauerte nicht sehr lange, war dafür umso heftiger. Die Forschung wurde auf beiden Seiten so gut wie eingestellt, um alle Ressourcen in die Erschaffung neuer, mächtigerer Waffen zu stecken. Ein Wettrennen begann. Beide Großreiche wollten die ultimative Waffe erschaffen, mit der sie den jeweiligen Feind für immer auslöschen könnten.
Der Krieg endete mit der totalen Niederlage von Gnairdan - so dachte Heldra zuerst. Ihre Version der 'ultimativen Waffe' zerstörte den Kontinent Gnairdan und löschte den Feind aus, der Feind jedoch war bereits zuvorgekommen. Nur wenige Tage vor dem Einsatz der heldranischen Waffe hatte Gnairdan einen Virus erschaffen, der auch umgehend auf Heldra losgelassen wurde. Dieser Virus sollte fast die gesamte heldranische Population auslöschen.
So zerstörten die Menschen sich mehr oder minder selbst und beendeten eine lange Ära ihrer Existenz auf Aira.
Wenn da nicht die Auserwählten der Sareh Yatair wären, die Dankir. Zu erklären, was Sareh Yatair sind, würde hier in diesem Text den Rahmen sprengen. Einigen wir uns darauf, dass sie aus der menschlichen Sicht Götter sind und ihre Macht für den Menschen schier unvorstellbar und unermeßlich ist - jedoch auch nicht prinzipiell unbegrenzt.
Zu den Dankir nur so viel: Sie sind eine Priesterkaste, die im besonderen Kontakt zu den Sareh Yatair stehen und ihr Wohlwollen genießen.
Die Dankir erbaten die Sareh um Rettung der Menschheit und bekamen sie. Die Seuche verschonte einige wenige Heldraner, so dass die Menschen eine weitere Chance bekamen, weiterzuleben.
Die Zerstörung jedoch und ihre Ursachen brannten hell im Gedächtnis der Dankir, auch Jahrzehnte und Jahrhunderte später. Es wurde die wichtigste Aufgabe der Anhänger der drei großen Tempel, jeglichen technologischen Fortschritt zu überwachen und notfalls zu bremsen.
Fast ein Jahrtausend ist seit dem Krieg vergangen. Die Menschen leben nach wie vor auf den Ruinen ihrer einstigen Zivilisation und beginnen erst jetzt, neue Wege zu beschreiten und sich wieder zu organisieren.
Was mit den Menschen in Gnairdan und Oriost passiert sind - nun, das weiß in Heldra niemand. Die heldranische Seefahrt beschränkt sich nur auf den Kontinentalschelf, die Schiffe stechen nicht in die weite See, die sie unweigerlich zu den anderen Ländern bringen würde.
In dieser Zeit beginnt meine Geschichte.