Es treibt mir Tränen in die Augen und aus ihnen heraus, so wie Trauer in mir hoch und durch mich hindurch und aus mir herausfließt, so wie ein gähnend leeres Blatt in meiner Brust danach schreit wieder beschrieben zu werden, es ist das Vermissen und das alleine damit fühlen und es ist das Wissen: kein Erklärungsversuch wird gelingen, es ist das Realisieren und gleichzeitig nicht glauben können, vielleicht war doch alles nur ein Traum, denn so fühlt es sich an, es fühlt sich an als würde mein Herz brechen an der lächerlichen Schönheit, Magie, an dem Glanz, an der Fülle und am Einklang - alles vorbeigezogen und vergangen und Worte werden niemals reichen und auch daran bricht mein Herz, denn ich kann es nicht einfangen, halten und begreifen, kann nur zuschauen wie es mir durch die Finger rinnt, wie das Hamsterrad sich weiterdreht, kann nur die kurzen Momente der Erinnerung im inneren Auge sehen, wie sie kurz aufblitzen und dann wieder vergehen und mir den Kontrast zwischen dem Leben eben und dem Leben jetzt zu sehen geben - so einnehmend hier, im Jetzt, in der Stadt, in der Realität, so viel zu tun, alles ist zu viel, zu viel muss seinen Platz finden da wo keiner ist, um mich herum dreht es sich und alles bewegt sich, so schnell, so automatisiert, es zieht und zerrt am mir, hier will ich so viel, brauche so viel, viel will was von mir, wo ist meine Ruhe, wo ist die Weite, wo ist die Veränderung, was ist mit meiner Pflanze, wo ist der Raum, wo ist die Zeit, wie kann ich sie finden, kann ich zurückfinden in mein Leben, mich zurechtfinden im Leben ohne die Pflanze zu begraben, ohne meine Ruhe abzugeben, wie kann ich sie behalten oder mir zurückholen, kann ich sie konservieren und in einem Glas verstauen und es öffnen wenn ich sie brauche, oder ist es mehr ein Zustand von Innen statt von Außen, vielleicht suche ich an der falschen Stelle, suche ich am falschen Ort, muss ich in mir suchen oder auf beiden Seiten meiner Haut, wie kann ich meine Tore offenhalten, will sie nicht verschließen - plötzlich Sehnsucht die mich kalt erwischt und dann entkoppelt und erdrückt, will nicht dass Freiheit eine Illusion ist, doch sehe hier nichts anderes, sehe nur Ketten und Zäune und Ohnmacht und Grenzen und trete auf Scherben, alles ist politisch, alles ist System ist System ist System, das System ist kaputt und es tötet und ich werde wütend, ängstlich, traurig, nervös, fühle mich schuldig und verantwortlich, irgendwas funktioniert hier nicht, stimmt hier nicht, ich halt’ es nicht aus, ich pass hier nicht rein, ich will hier weg, ich will hier raus, aber Draußen gibt es nicht und wohin mit mir? Ich weiß ich nicht, also bleibe ich hier und kämpfe ich, also bin ich widerständig, im Traum lebend schien das Sein so leicht zu sein, im Leben überlebend wiegt das Sein wieder so schwer und ich suche und ich irre umher und laufe die endlose Wendeltreppe hinauf oder herunter, in welche Richtung sehe ich nicht, sehe nichts, fühle nur, weine nur, mein Herz so offen, so ermüdet, so verletzt, Augen fallen zu und ich falle hin, falle auf den Boden, Hände malen blau und gelb und pink und grün und ich will verschwinden, will hineinflüchten ins Bild, will zurück ins Pink, so hoch war der Flug, so hoch und so weit und je höher der Flug desto tiefer der Fall und ich falle und falle und -