Gute-Nacht-Gedanken #1
Guten Abend!
Das hier ist etwas, das weniger mit Zeichnen zu tun hat, sondern mit Freundschaft.Â
Oder: Wer sich zuerst meldet, hat verloren.
Das Thema kam in letzter Zeit hĂ€ufig bei mit privat auf und da hab ich mir gedacht, ich schmeiĂ mich mal an die Feder und blogge n bisslchen. Folgendes sind natĂŒrlich nur meine Gedanken und ich bin sicher dass n paar denken werden BUT BUT und das is ok. Ich komm auch mit euch BUT Leuten klar, viele davon sind auch trotzdem oder immer noch meine Freunde. SO ITS OK. Ich denke viele von euch kennen das:
Ihr lernt jemanden kennen, freundet euch mit ihm an, alles ist Zuckerguss und man lĂ€uft HĂ€ndchen haltend entspannt ĂŒber Blumenwiesen. Manchmal passiert es, dass man sogar lĂ€nger befreundet bleibt, als man es erwartet. Und wenn man so easy peasy befreundet ist, kommt es oft so, dass man sich aus den Augen verliert. Man schreibt oder telefoniert nicht jeden Tag, oft nicht mal jede Woche und das ist auch nicht nötig. Ab und zu hat man halt Kontakt. Man mag sich! Man redet auch gern! Aber halt nur selten.  Man fetzt ab und zu ein âHallo" in das Chatfenster, holt Ereignisse von ein paar Wochen auf und wiederholt das ganze ein paar Monate.
Der einzige Haken: DU bist der Initiator. Dein GegenĂŒber meldet sich nicht.
Ăber lange, lange Zeit.
Warum nur?
Du grĂŒbelst. Ist die Freundschaft vielleicht ausgebrannt? Aber man hat doch SpaĂ, wenn man dann Kontakt hat! Sehr viel sogar!
Warum sagt der GegenĂŒber nicht auch mal âHiâ?
VerlĂ€sst er sich auf einen?Â
Kein schönes GefĂŒhl.
Man trÀgt ein Gewicht mit sich rum.
Das Gewicht der Freundschaft. Wenn du es hinlegst, trĂ€gt es keiner und die Freundschaft gerĂ€t in Vergessenheit. So fĂŒhlt es sich an, denn dein Freund hilft nicht mit.Â
Ich hab da letztens mit einer Freundin drĂŒber geredet, die zu mir meinte, auf die Frage, wieso sie sich nicht ab und zu meldet: âNaja ich denk nicht dran und hab halt nicht das dringende BedĂŒrfnis, schĂ€tze ich. Aber ich freu mich, wenn du mir schreibst!â Ich nickte bestĂ€tigend. Kenn ich.
Wenn man mich vor fĂŒnf Jahren gekannt hĂ€tte: Ich hatte vielleicht so drei Freunde, zwei bei denen ich mich auch mal gemeldet habe, wenn mir der FuĂ abgefallen ist. Warum? Naja, hatte halt nie das BedĂŒrfnis danach. Sie waren (sind) mir wichtig, aber ich war oft mehr mit mir selbst und meinem Leben beschĂ€ftigt.
Wenn man meinen Kumpel interviewen wĂŒrde, wĂŒrde er sich eine TrĂ€ne verdrĂŒcken: âIch musste mich immer melden, sie hat kaum mal was von sich aus getan!â, wĂŒrde er theatralisch in Mikro rotzen.
Heute ist das anders. Ich hab viele Freunde (manchmal gefĂŒhlt zu viele fĂŒr die wenige Menge Freizeit, die ich habe) und halte zu allen guten Kontakt.
Wieso? Haben sich meine BedĂŒrfnisse geĂ€ndert? LĂŒstet es mich nach Kontakt zu Freunden? Nein, keineswegs. Ich bin immer noch das gleiche asoziale MĂ€dchen wie vor 5 Jahren. Ich könnte mich gut ân halbes Jahr in meiner Wohnung einschlieĂen und hĂ€tte kein Problem damit, mit Games und Manga zu leben. Aber ich tu es nicht. Mir dĂ€mmerte es irgendwann alles selbst, als der Moment kam, in dem ich realisierte, dass ich meine selbst ernannte beste Freundin ein gutes dreiviertel Jahr nicht gesehen und kaum gesprochen hatte.Â
Freunde sind wieâŠHausaufgaben manchmal. (ïœïœȘŽ)〠Und Hausaufgaben sind ein blöder Vergleich. Hausaufgaben mag man meist grundsĂ€tzlich nicht. Aber die Essenz ist Ă€hnlich: Wenn man sie erledigt, sind die Konsequenzen angenehm.
Es geht nie darum, ob man selber danach lechzt Kontakt zu haben. Man muss sich selbst einfach antrainieren, ab und zu einfach âhiâ zu schreiben. Dann ergibt sich ein GesprĂ€ch meist von selbst, man wird ne Runde geupdatet, erfĂ€hrt welcher Hund gestorben und welcher Bruder geheiratet hat und dann ist gut. Denn wenn mans nicht tut, stirbt die Freundschaft ab (vor allem wenn beide Seiten zu bequem sind.). Es kommt oft auch drauf an wie eng man befreundet ist. Leute, die sich bei euch melden, tun das nicht weil sie das Sozial-Gen haben (nicht grundsĂ€tzlich zumindest, einige vielleicht schon), sondern weil sie das Bewusstsein haben, dass es wichtig ist BlĂŒmchen zu wĂ€ssern, wenn sie nicht vertrocknen sollen. Irgendwann kommt der Tag, an dem man seine Freunde braucht, auch wenn man sie sonst nicht "brauchtâ. Ich hatte das in den letzten 1 1/2 Jahren zwei mal.
1.Ich bin umgezogen: Find mal Leute, die einen da unterstĂŒtzen, wenn du dich 10 Jahre nicht gemeldet hastâŠ
2. Versuch jemanden zu finden, wenn du dich mit deinem best buddie gestritten hast und zu restlichen Freunden keinen Kontakt gehalten hast. Du bist dann allein. Auch wenn man sich nicht meldet, werden einige Freunde fĂŒr dich da sein. Ich wĂ€re es auch. Aber unbewusst notiert sich ein Minus Punkt im imaginĂ€ren Freundebuch: âKommt nur an, wenn es ihr/ihm scheiĂe gehtâ, wird da dann aufgeschrieben.
Und das kann man vermeiden, indem man sich ab und an meldet, wenns einem auch mal gut geht. Wenn man schreibt: âbei mir ist alles okay, wollte nur mal sehen, wie es dir gehtâ.
Das alles gilt natĂŒrlich nur, wenn einem was an dem gegenĂŒber liegt! Wenn einem die Freundschaft wumpe ist, muss man sich natĂŒrlich auch nicht meldenâŠ.
Ich hab ne GieĂkanne mit viel, viel Wasser. Aber wenn ich alleine Blumen gieĂe, und zwar alle möglichen, dann geht das Wasser schnell aus.  Und so hab ich mir etwas fĂŒr 2016 vorgenommen.
Ich möchte, dass meine Lieblingsblumen glĂŒcklich sind und strahlen. Daher wird das meiste Wasser immer fĂŒr sie drauf gehen.
Zu einer Freundschaft gehören nun mal immer zwei. Und in jeder Beziehung findet man seinen Ton und sein Gleichgewicht. Ich hab ne Freundin da lĂ€uft es 60/40. Ich bin die aktive, die sich meldet und motiviert, sie die passivere, die sich kaum meldet, aber die es mir anders wieder gibt. Mit Vertrauen und viel, viel UnterstĂŒtzung. (und vielleicht drĂŒck ich fĂŒnf Augen zu.)
Jeder muss da natĂŒrlich seinen Weg und sein Gleichgewicht finden, aber um dem ganzen einen Abschluss zu geben:
Wenn ihr nicht so zu den gieĂwĂŒtigen Leuten gehört, ĂŒberlegt euch gut, was euch eure Freunde wert sind.
Nur weil sich Freunde bei euch melden, heiĂt dass nicht dass sie das âselbstverstĂ€ndlich gerne immerâ fĂŒr euch tun.
Sie tun es, weil ihr ihnen etwas wert seid! Denkt darĂŒber nach, ob es nicht ab und an auch angebracht ist, diese WertschĂ€tzung zurĂŒck zu geben.
Wir wollen hier keinen ZĂ€hler anbauen, wer wie hĂ€ufig irgendwas macht. Aber ich denke man weiĂ in etwa, ab wann ein Ungleichgewicht herrscht. Tut euch selbst den Gefallen und achtet auf eure Freunde.Â
Es wird Zeiten geben, wo ihr sie brauchen werdet und ihr werdet in ein Loch fallen, wenn ihr euch nie bemĂŒht habt.
Ich fĂŒr meinen Teil, bin sehr froh, dass ich viele Freunde habe, die sich kĂŒmmern und verlĂ€sslich sind. Als es mir dreckig ging, waren sie fĂŒr mich da. Jeder einzelne. Und nicht nur mit einem Schulterklopfer und einem âJa, tut mir Leid, jeder hat schlimme Phasenâ, sondern mit Zeit, gut durchdachten RatschlĂ€gen und ernsthaften Umarmungen. Und das ganze ist auch anders herum so. Freunde fassen Vertrauen zu dir. Sie kommen zu dir, wenn es ihnen schlecht geht und geben dir das schönste GefĂŒhl: Sie schĂ€tzen dich und brauchen dich.Â
Ich werd 2016 nur noch gemeinsam die GieĂkanne halten. Wer sich die Zeit nicht nimmtâŠbei dem tu ich es auch nicht mehr. (Ausnahmen bei den Freunden, wo ich weiĂ, dass sie eine stressige und schwere Zeit durchmachen) Es gibt Freunde die haben sich das Wasser eindeutig mehr verdient. Einige machen das wahrscheinlich schon richtig, bei mir muss meist erst Wassermangel bei meinen Liebsten herrschen, bis ich verstehe was los ist. XD
In diesem Sinne...
Gute Nacht :) PS: Um jegliche MissverstĂ€ndnisse vorher schon zu umgehen: Es geht nicht um den Nutzen, der hinter der Freundschaft steht, es geht auch nicht um âkĂŒnstliches am Leben erhaltenâ. Es geht lediglich darum ein Gleichgewicht in einer Beziehung zu finden und zu schĂ€tzen :)










