Panic! at the paneling PART 2
Panic! at the paneling PART 2 and Interview mit Yaa & Nayght-Tsuki Woho! :) So, hier also der zweite Teil! Dieses mal mit Yaa und Nayght-Tsuki. Yaa erklärt worauf man bei Shounen-Serien achten kann und Nayght-Tsuki wie es im Gegensatz dazu beim Shojo aussieht. C: Have fun!! Interview mit Yaa: Panel-Aufbau bei Shounen-Manga Minou: So, nun zu uns beiden Hübschen. Auch dir danke, dass du dir einen Moment Zeit nimmst, superwichtige Fragen zu beantworten. Wir wissen jetzt worauf man allgemein achten kann beim Paneling; Angenommen ich habe jetzt Bock auf ‚nen fetzigen Shounen Manga, am besten mit Schlägereien auf fast jeder Seite und es geht ja viel um Bewegung und schnelle Abfolgen...wie sieht da ein dynamisches Paneling aus? Yaa: Shonen-Manga haben natürlich nicht immer eine rasante Handlung, bei der die Fäuste fliegen. Aber das Erste, wovon man sich verabschieden sollte, wenn man Manga für Jungs zeichnen möchte, ist kompliziert zu denken. Das Paneling soll die Geschichte lesbar machen und Priorität Nummer 1 ist „Übersicht“. Übersicht über die Seite und damit auch die Geschichte. Manga sind ja ein klassisches Medium, die die Zeile als Haupterzählstruktur hat und Shonen-Manga halten sich da auf mehr als 95% (persönliche Schätzung) der Seiten dran. Wichtig ist es keine Angst vor einem „Kästchenaufbau“ der Seiten zu haben. Minou: Die Angst liegt in den meisten Fällen wahrscheinlich tatsächlich darin, in Monotonie oder Einheitlichkeit zu verfallen... Yaa: Natürlich wird es monoton, wenn jede Seite aus dem gleichen Schema besteht, aber es ist kein Fehler seine Seiten nur durch Rechtecke zu gestalten! Auch mit 4-5 Rechtecken, gibt es unzählige Varianten des Aufbaus über die man sich vielleicht mal in schnellen Skizzen Gedanken machen sollte (Ganz ohne den Inhalt miteinzubeziehen; nur damit einem klar wird, dass Rechtecke nicht „langwelig“ sind.). Panelinhalte (die Perspektiven, Posen, Achsen) sind das, was die Erzählung dynamisch macht (und leider auch der schwerere Teil, für den man viel Übung braucht), sodass man bei der „Form“ in Standardkästchen bleiben kann.
Minou: Wenn man sich die Aufteilung auf den Seiten ansieht, dann sind es recht viele Panel... gibt es da eine Maximal-Anzahl oder etwas in der Richtung? (Davon ab, dass die Anzahl der Panel natürlich mit der Wichtigkeit des Inhalts in Relation steht...) Yaa: Shonen-Manga sind für gewöhnlich kleinteiliger; also haben mehr Panels pro Seite als z.B. Shojo-Manga, weil oft „viel“ passiert, was aus möglichst vielen Ansichten, auf wenig Platz, gezeigt werden soll. (s.o.)
Also sind 5-7 (oder auch mal 9) Panel normal, solange alles durch reduzierte Zeichnungen noch erkennbar bleibt. Minou: Davon ab, dass der Inhalt sicher dafür sorgt, dass einem die Panel nicht langweilig werden...kann man aus diesem etwas statischen Konstrukt auch mal ausbrechen? Yaa: Klar! Figuren sollten sich stark von den Hintergründen abheben, überlappende Panel einen weißen Trennungsrand erhalten, etc. In Standardszenen wird die Rechteck-Struktur nur durch Überlappungen oder offene Panels mit freigetellten Figuren unterbrochen. Auch einfache Methoden für Abwechslung. Auf schräg gestellte Panel sollte nicht verzichtet werden, damit rasante Action-Szenen, in denen man sie dann nutzt, auch in der Layoutform einen Unterschied zum Rest darstellen. Es gibt aber auch Shonen-Manga, bei denen auch in Kampfszenen auf Schrägen verzichtet wird, denn alles was von der Zeilen-Struktur abweicht ist eine Ablenkung von dieser und kann damit unnötige Verkomplizierung bedeuten.
Good to know: Da Manga ein Medium ist, das mit cinéastischen Mitteln arbeitet, werden die Panelformen auch als Unterstützung für die in ihnen gezeigten Bewegungen genutzt. In Shonen-Manga ist der Eindruck von Bewegung natürlich besonders wichtig und so sollte man z.B für Bewegungen von rechts nach links ein Panel zeichnen, das in die Breite geht. Ein schmales, vertikales Panel unterstützt dagegen z.B. eine Fallrichtung von oben nach unten besser.
Yaa: Was ich eigentlich damit sagen will: Shonen-Manga Paneling hört auf einfache Regeln, die meiner Meinung nach leicht zu merken (schwerer zu verinnerlichen XD) und logisch sind. Mit dem simpelsten vom Simplen kann man nichts falsch machen, es sei denn man beginnt das Paneling ÜBER die Geschichte zu stellen, obwohl es sie nur tragen sollte. Minou: I see! Das ist auf jeden Fall ganz gut zu merken und ich denk mal auch gut umsetzbar :> Danke dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu Antworten! ______ So. Könnt ihr noch? Seid ihr noch aufnahmefähig, nach so viel Input? Nein? SEID KEINE WASCHLAPPEN! AUF ZUM SHOJO >:) ______
Interview mit Nayght-Tsuki: Panel-Aufbau in Shojo-Manga
Minou: Auch dir, danke dass du kurz Rede und Antwort stehst. B> Die Grundsätze fürs Paneling, kennen wir jetzt. Meine Geschichte dreht sich jetzt um Alltag, meine Hauptfigur ist ein süßes (oder auch garstiges) Mädchen names …Josie, und es geht um GEFÜHLE. Warum setzt man Panel beim Shojo anders? Bzw worauf muss ich achten?
Nayght-tsuki: Da es um GEFÜHLE geht konzentriert sich auch das Paneling darauf. Alltagssituationen, die in anderen Genres fast schon unwichtig wirken würden, sind aus Josies Sicht vielleicht eine ganz große Sache! Man versetzt sich ein wenig in die fühlende Person und ein kurzer Moment, wie der lächelnde Schwarm, kleine Handberührungen etc. sind aus Josies Sicht plötzlich verdammt wichtig, weil sie die Person mag, oder zu mögen beginnt...!Dementsprechend ändert sich auch das Paneling und diese Szenen bekommen große, verträumte Panels damit auch der letzte Leser merkt, dass sie Josie viel bedeuten (egal wie süß oder garstig sie ist XD).
Nayght-tsuki: Fokus liegt meistens auf den Gesichtern/ Gesten. Shojo arbeitet zu diesem Zweck auch mit mehr inneren Monologen die sich recht großzügig über diese Panel verteilen. GEFÜHLE DES CHARAKTERS FÜR IMMER. (Ist auch superpraktisch wenn die emotionalen Höhepunkte am Ende des Doujis kommen und man mehr Gesichter zeichnen muss als Hintergründe, hahaha….)
Minou: Okay, das heißt ich komme nicht in die Manga-Hölle der Verdammnis, wenn ich ein paar Gesichter mehr zeichne...Wie funktioniert das aber mit den Panelrahmen? Im Shojo sehen die immer so gewollt chaotisch aus...ein Panel geht schräg in das andere und verkachelt sich mit dem dritten...Was bezweckt das und wie lernt man das, ohne dass der Leser anfängt zu schielen oder eine Szene dreimal liest?
Nayght-tsuki: Nein, bei Shojo auf jedenfall nicht! (Wobei man bei der Menge an Gesichtern trotzdem aufpassen sollte, dass sie vielleicht nicht immer die gleiche Perspektive haben…!)Das Phänomen der chaotischen Panelrahmen lässt sich recht einfach mit dem Prinzip der Abwechslung erklären. Bei Shojo spielt die Ästhetik der Gesamtseite keine unbedeutende Rolle, darum werden gerne mal Panelrahmen schräg gesetzt, manche wieder willkürlich offen gelassen, nur damit die Seiten nicht zu statisch wirken.
Minou: Ich hab auch das Gefühl, man braucht ein bisschen, bis man das System versteht und dass die Panel nicht random schräg gesetzt werden... (Wie Nightmaker schon im letzten Interview meinte: Hier lohnt sich das Abzeichnen mehrerer Seiten um das System zu verstehen!) Hast du zumindest eine Mini-Regel für alle Shojo-Anfänger?
Nayght-Tsuki: Für den Anfang sollte man vielleicht schauen, dass man die wichtigen Panels offen lässt und die unwichtigen geschlossen. Josie läuft von A nach B? Geschlossenes Panel. Josie macht Toast? Kleines geschlossenes Panel. Josie hat gerade eine wichtige Erkenntnis, die ihre Gefühlswelt ins Wanken bringt? Mach das Panel groß und öffne was geht! Man sollte beim Paneln allgemein einfach versuchen es nicht zu kompliziert zu machen. Versuche immer dein Bestes, damit der Leser stets verstehen kann was gerade los ist! Die beste Geschichte zu haben bringt nichts, wenn keiner rafft warum sie gut ist!
Minou: Alles klar, da lässt sich also doch eine kleine Regel draus ziehen. Je nachdem wie gewichtig der Inhalt, desto kleiner oder größer werden die Panel… Vielen Dank für den Einblick in die Shojo-Welt! *O* ____ So!! Fettes Doppel-Interview! Danke an meine beiden Ladys für die Mühe! Ich hoffe, es hat euch Einblicke gegeben? Das dritte folgt noch, mit den Themen Shounen-Ai/Yaoi mit Shinagi und (ich nenne es so) Freestyle mit Awa. Merci für’s Lesen C:







