Wie man ein gesundes, glĂŒckliches und erfĂŒlltes Leben fĂŒhrt. Und was dich davon abhĂ€lt.
Vor ein paar Wochen rief mich eine gute Freundin von mir mit einem Problem an. Sie stand in ihrer Karriere an einem Scheideweg und suchte Rat und wollte sich treffen um darĂŒber zu sprechen.
Ihr Problem ist, dass es langsam in Richtung dieser Jahreszeit geht und sie möchte befördert werden (wer nicht?). Sie arbeitet seit ĂŒber 10 Jahren fĂŒr die gleiche Bank und macht ihren Job gut. Doch nach ihrer EinschĂ€tzung ist die richtige Vorgehensweise fĂŒr dieses Ziel den Eindruck zu erwecken als ob es ihr eigentlich egal wĂ€re. Sie will nicht zu aufdringlich oder zu emotional wirken und plant, auf den richtigen Moment zu warten, um ĂŒber die nĂ€chsten Schritte zu sprechen.
Ich habe sorgfĂ€ltig darauf hingewiesen, dass sie so möglicherweise den besten Weg einschlĂ€gt, um NICHT das zu bekommen, was ihr zusteht. Und als ich dort sass und mitfĂŒhlend zuhörte, fragte ich mich ob es ihr bewusst war dass sie genau das von ihr zu bewĂ€ltigende Problem eigentlich selber schafft?
Wir alle tun das. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, wir alle leben in unseren eigenen WidersprĂŒchen in gewisser Weise â in denen das bewusste Streben nach etwas, was wir wollen, uns paradoxerweise oft weiter weg davon bringen kann.
Beispielsweise ist es umso unwahrscheinlicher, dass man etwas macht, je mehr man darĂŒber spricht. UnabhĂ€ngig davon was es ist â sei das einen Job wechsel, eine Startup grĂŒnden, oder eine DiĂ€t zu machen. Was auch immer. Je lĂ€nger du mit der Diskussion ĂŒber die Details deiner Aufgaben und die beste Vorgehensweise verbringst, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du jemals ĂŒberhaupt anfangen wirst.
Die Gefahr eines derartigen Lebensverhaltens ist in der Regel, dass wir uns nicht bewusst sind, dass wir diese Dinge tun, bis sie uns aufgezeigt werden. Und selbst wenn wir es wissen, sind die Ănderungen nicht gerade einfach.
Meine Freundin ist sich eigentlich gar nicht bewusst, dass sie selbst ihre eigene Karriere ruiniert. Sie hat jetzt eine gewisse Sichtweise darauf (hoffe ich), doch sie schafft eine solche Situation, dass je lÀnger sie versucht, auf diese Weise befördert zu werden, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass sie sich tatsÀchlich zu einer Kandidatin macht.
Doch die meisten von uns betreiben hÀufig eine Art Selbstsabotage ohne das zu wissen. Noch einige Beispiele.
Je mehr Zeit wir vermuten zu haben, desto langsamer handeln wir
Wenn es Zeit ist, vom Nichtstun zum Tun ĂŒberzugehen, rechtfertigen wir oft unsere TrĂ€gheit, indem wir uns selbst sagen, dass wir es spĂ€ter machen werden, wenn wir mehr Zeit haben. Irgendwie können wir uns leicht davon ĂŒberzeugen, dass wir in Zukunft mehr Zeit haben werden auch wenn wir in der Regel auch in Zukunft weniger Zeit haben werden.
Wir wissen, dass Zeit eine begrenzte Ressource ist. Genau wie das Geld bei den meisten von uns. Aber du wĂŒrdest keine hundert Tausend Franken in diesem Monat fĂŒr ein neues Auto ausgeben und davon ausgehen, dass du es nĂ€chsten Monat wieder tun kannst. Trotzdem neigen wir dazu, viel Zeit mit dem Gedanken zu verschwenden, dass wir in Zukunft auf wundersame Weise viel mehr davon haben werden.Â
Im Laufe der Zeit rationalisierst du irgendwann, dass der Tag einfach nicht genug Stunden hat, um alles zu machen. Und hĂ€ufig entscheidest du dich dafĂŒr, nichts zu tun oder Kompromisse mit dem einzugehen, was du eigentlich erreichen willst. Nimm dein Schicksal an. Oder bezeichne dich als faul und beschliesse, damit zu leben.
Je hÀrter wir nach Motivation suchen, desto weniger Motivation kann uns helfen
Viele von uns arbeiten an Techniken, um sich motivieren oder inspirieren zu lassen, doch in Wirklichkeit sind es Handlungen, die Dinge in Gang setzen. Motivation folgt typischerweise der Handlung; sie geht ihr nicht voraus.
Aber du suchst trotzdem nach Motivation. Du musst âLust darauf habenâ, nicht wahr? Du musst diese grosse Idee oder diese eine Sache finden, fĂŒr die du begeistert bist. Das ist aus meiner Sicht ein Fehler.
NatĂŒrlich finden wir das Feuer manchmal, nur meistens unter der Dusche oder im Urlaub und nicht am Arbeitsplatz oder in einer Besprechung. Ich habe selten wirklich Lust, etwas zu tun. Wenn ich auf diesen Funken gewartet hĂ€tte, bis ich das GefĂŒhl verspĂŒrte, zum Beispiel diesen Artikel zu schreiben, naja, sagen wir einfach, dass du im Moment mit Sicherheit etwas Anderes lesen wĂŒrdest.
Viel zu oft verlassen wir uns auf eine Motivationsquelle, um uns zu einer solchen Sache anzuregen, obwohl wir tatsĂ€chlich nur agieren mĂŒssen, ungeachtet dessen, ob wir uns motiviert fĂŒhlen oder nicht. Es ist nicht so, dass Motivation nicht existiert oder nutzlos ist. Es ist das Warten darauf, das nichts beisteuert und wenig dazu beitrĂ€gt, dich auf lange Sicht in Schwung zu halten.
Du brauchst Energie, um anzufangen. Es geht um das Setzen der richtigen Ziele, Ziele die dich antreiben, und die körperliche und emotionale Energie, die du zur Umsetzung brauchst.Â
Mit zunehmender Kenntnis darĂŒber, was zu tun ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir es tatsĂ€chlich tun
Wissen ist keine Macht. Wissen hat sinkende ErtrĂ€ge und es ist nutzlos, wenn man es nicht nutzt. In einem luftleeren Raum in deinem Kopf, ungenutzt, verblasst das Wissen einfach.Â
Das ist offensichtlich, aber jeder fĂ€llt dem zum Opfer. Wir lesen viel, weil wir als Kinder darauf eingestellt sind, dass das Arbeit ist und wir produktiv sind. Lesen ist auch sehr wichtig. Du rationalisierst dich aber allzu hĂ€ufig selbst, dass du bereits etwas unternimmst â durch das AnhĂ€ufen von mehr Wissen ĂŒber die Sache, die du tun solltest, anstatt wirklich auf das hinzuarbeiten was du es erreichen willst.
Kommt dir das bekannt vor? Auch hier besteht der wahre Weg nach vorne in jeder dieser Situationen darin, Klarheit zu schaffen. Meistens ist der Grund fĂŒr deine UntĂ€tigkeit einfach ein Mangel an Klarheit ĂŒber die notwendigen Massnahmen, um die Dinge voranzubringen, und ein Mangel an körperlicher und emotionaler Energie, um âLust darauf zu habenâ.
Beispielsweise weisst du, dass der erste Schritt zum Fitwerden darin besteht, deine ErnĂ€hrung und dein Training zu Ă€ndern. Wie einfach ist das? Nun gut, du gehst online und musst hart daran arbeiten, es NICHT herauszufinden, wie man es macht. Es gibt eine enorme Menge an Informationen ĂŒber verschiedene DiĂ€ten und Trainingsprogramme und Lebensstile, die fantastische Ergebnisse versprechen.
Aber wir verfangen uns in den Details. Wir lesen ĂŒber neue DiĂ€ten, weil sie all diese interessanten neuen Informationen ĂŒber unsere Physiologie bieten und wir uns intelligenter fĂŒhlen. Wir laden Trainings-Apps herunter oder lesen Fitness-Magazine und es fĂŒhlt sich wirklich so an, als wĂŒrden wir das Richtige tun.
Aber das allein fĂŒhrt zu nichts.
Wenn du etwas versuchst und scheiterst, bist du weitaus besser dran, als wenn du nichts versuchst und erfolgreich bist
Ein Grund warum das Fitwerden schwierig ist ist dass es tatsĂ€chlich eine Weile dauert. Allerdings dauert es wesentlich kĂŒrzer als wir denken und es ist natĂŒrlich wertvoller, irgendetwas zu tun, egal in welcher Grössenordnung, als nichts zu tun. Doch es geschieht auch nicht an einem Nachmittag.
Und das ist psychologisch ein grosses Problem. Denn wenn wir anfangen, können wir uns einfach nicht mit den langfristigen Vorteilen einer disziplinierten ErnĂ€hrung identifizieren und so trainieren, wie es möglich wĂ€re, mit der kurzfristigen Befriedigung, ĂŒber eine neue ErnĂ€hrung zu lesen oder neue Sportkleidung zu kaufen. Nein, das echte Geheimnis zum Erreichen dessen, was man will, besteht aus zwei Schritten.
Der erste Teil besteht darin, einen Schwung auszulösen. Handle. Jetzt sofort. Stell dir die Frage, was der einfachste Schritt nach vorne ist, den du jetzt (oder zumindest innerhalb der nÀchsten Stunden) machen kannst, der dich auf den Weg zu deinem Ziel bringt. Wenn es um das Fitwerden geht, könnte das heissen, nach Hause zu gehen, anstatt einen Bus zu nehmen. Und einen Salat als deine nÀchste Mahlzeit zu essen. Wirklich deine nÀchste Mahlzeit.
Der zweite Teil ist, sich mit Gleichgesinnten zu umgeben. Das Klischee, dass du der Durchschnitt der 5 Personen bist, mit denen du die meiste Zeit verbringst, hat in dieser Hinsicht einen wahren Wert. Sich mit Menschen mit Àhnlichen Zielen zu umgeben, lÀsst dich fokussiert und engagiert bleiben, worauf es dir eigentlich ankommt und warum du es willst.
Am Ende des Tages bekommst du das, worauf du dich konzentrierst. Arbeite daran, diesen Fokus und dieses Bewusstsein sowie die emotionale und körperliche Energie zu erhalten, die du zum Handeln brauchst. Als Strategie ist es keine Wunderwaffe, sondern es wird dir viel mehr helfen, als diesen Artikel zu lesen und dich zurĂŒckzulehnen.
Feel better. Move better. Live better.