In meiner nächsten Sneak Preview lief “If Beale Street Could Talk”. Ich persönlich habe ja fest auf “Escape Room” getippt. Daher erwarteten wir das exakte Gegenteil. Im Deutschen läuft der Film nur unter dem Titel “Beale Street”. Da ist den Übersetzern wohl keine ernste deutsche Übersetzung eingefallen: Gut so!
Der Film handelt von der Liebe zweier Menschen, die zusammen aufgewachsen sind (in der Beale Street, you don’t say!). Dabei sitzt er (Fonny) im Knast wegen angeblicher Vergewaltigung. Dass Fonny unschuldig ist, wird relativ schnell im Film klar. Es wechseln sich im Film nun in etwa 50:50 Rückblenden, die filmisch aber wie Handlung wirken, mit der echten Handlung ab. In der Gegenwart erwartet sie (Tish) ein Baby von ihm mit gerade einmal 19. Die Familie von Tish tut alles, um ihr zu helfen. Als sich später dann herausstellt, dass das Vergewaltigungsopfer nach Puerto Rico emigriert ist, versucht Tishs Mutter sie dort vor Ort zu überzeugen, die Aussagen gegenüber Fonny zurückzunehmen.
Dann irgendwann endet die Geschichte irgendwie, wir wollen ja niemanden spoilern :) (Ich merke immer mehr, dass ich nicht gut Filme zusammenfassen kann, vielleicht werde ich es später sein lassen)
Reden wir mal erst übers Positive:
Die Schauspieler sind super, in Namen gesprochen sind das Stephan James und KiKi Layne in den Hauptrollen. Die Musik ist wirklich spitzenklasse, wenn nicht sogar das Beste am ganzen Film. Auch die langsame Erzählweise hat mich anfangs echt überzeugt, diese Ruhe die dieser Film ausstrahlte, tat einfach gut. Besonders gefiel mir, wie realistisch und ausgiebig man die Situation rüberbringen kann, dass ein junges Mädchen schwanger ist. Interessanterweise einer der spannendsten Momente des ganzen Films, obwohl die Szene direkt am Anfang war. Das Ende war so wie es war okay. Es konnte kein anderes Ende geben, ohne dass der Film lächerlich kitschig oder einfach unrealistisch wird. Außerdem noch einmal ein schöner Beitrag zum Thema Rassismus. Wirkte realistisch.
Aber nun das Negative:
Der Film war schlicht und einfach totlaaaaaangweilig. Der Anfang hatte ja noch was mit der Ruhe, die ausgestrahlt wurde, aber man kann es auch wirklich übertreiben. Jede Szene war gefühlt doppelt so lang, wie sie hätte sein müssen. An meiner Zusammenfassung kann man außerdem erkennen, dass quasi nichts in diesem Film passiert. Der Film dauerte zwei Stunden, was ich meinen Freunden zunächst einfach nicht glauben wollte, weil er sich wie mindestens drei Stunden angefühlt hatte. Leider hatte er auch “seine Längen”, wie man so schön sagt. Zwei Dinge haben mich aber am meisten gestört. Ich habe diesen Film in der OV gesehen und hatte in manchen Szenen einfach ungelogen kein einziges Wort verstanden, was glücklicherweise nicht nur mir so ging.
Der zweite Punkt ist die Szene, bei der Tish die Familie von Fonny einlädt, um ihr von dem Baby zu erzählen. Das spielte ziemlich zu Beginn des Films. Völlig aus dem Nichts und völlig unnachvollziehbar wurde es laut und Fonny’s Family benahm sich komplett daneben, dann wurde der Mutter und dem Kind gedroht und sie wurden wieder rausgeworfen und kamen nie wieder vor. WTF
Vielleicht so ‘ne typische “Kam-im-Buch-vor-Müssen-wir-mit-rein-nehmen-Können-ja-sagen-dass-das-so-im-Buch-steht-Sonst-würde-halt-nichts-passieren-im-Film-Szene” (Wer kennt sie nicht :)) Hättet ihr irgendwie anderes machen müssen, weglassen wäre in der Tat doof, dann passiert ja wirklich NICHTS.
Alles in allem (So muss ein Fazit immer anfangen [§1 Review-Gesetzbuch]) wäre es nett ausgedrückt “nicht mein Film” und weniger nett ausgedrückt, sind die meisten Nelson-Mandela-Dokus spannender. Aber durch sehr gute Musik und gutem Schauspiel gibt es noch:
5/10 Punkte