Aqua Utopia|海の底で記憶を紡ぐ
$LAYYYTER

titsay
styofa doing anything
tumblr dot com
DEAR READER
PUT YOUR BEARD IN MY MOUTH
KIROKAZE
AnasAbdin
we're not kids anymore.
todays bird

oozey mess
2025 on Tumblr: Trends That Defined the Year
almost home
NASA

Janaina Medeiros
Cosmic Funnies
One Nice Bug Per Day

@theartofmadeline
Misplaced Lens Cap

seen from Greece

seen from United Kingdom

seen from Malaysia
seen from United Kingdom
seen from United States

seen from United Kingdom
seen from United States
seen from United States

seen from Finland

seen from Türkiye
seen from United Kingdom

seen from United States
seen from United States

seen from Malaysia
seen from United Kingdom

seen from Malaysia
seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from Taiwan
@szenoklasse
WILL WILL
Semesterarbeit WS 2014/15
Throwback Tuesday : Iva Ivanova : As Found
WS 2013 WASCHSALON
Do you suspect you might be in a Shakespearean comedy? Let us help.
RICHARD III (reconstructed, Moddafockers)...
http://www.reuters.com/article/2013/02/05/us-britain-richard-idUSBRE9130BW20130205
Throwback Tuesday : Larissa Kramarek : Solve et Coagula
Sommersemester 2014
Throwback Tuesday : Larissa Kramarek : AS FOUND
Wintersemester 2013/14
Literatur- und Theaterkritiker benutzen häufig zwei recht seltsame Argumente. Das erste besteht darin, den Gegenstand der Kritik plötzlich für unaussprechlich und die Kritik deshalb für entbehrlich zu erklären. Das andere, gleichfalls periodisch wiederkehrende Argument besteht darin, sich für zu dumm, für zu beschränkt auszugeben, um ein als philosophisch geltendes Werk zu begreifen. So hat ein Stück Henri Lefebvres über Kierkegaard bei unseren besten Kritikern (ich spreche nicht von denen, die ihre Dummheit offen hervorkehren) eine Welle vorgetäuschten Schwachsinns ausgelöst (deren Ziel es natürlich war, Lefebvre in Verruf zu bringen, indem er der Lächerlichkeit des reinen Intellektualismus preisgegeben wurde). Warum also verkündet die Kritik von Zeit zu Zeit ihr Unvermögen oder ihr Unverständnis? Gewiß nicht aus Bescheidenheit; niemand fühlt sich wohler als jemand, der bekennt, er verstehe nichts vom Existentialismus; niemand ist ironischer und demnach selbstgewisser als ein anderer, der verlegen gesteht, die Weihen der Philosophie des Außerordentlichen seien ihm nicht zuteil geworden; und niemand tritt forscher auf als ein dritter, der für das Unaussprechliche in der Dichtung plädiert. All das heißt in Wirklichkeit, daß man sich seiner Intelligenz so sicher zu sein glaubt, daß das Eingeständnis eines Nichtverstehens die Klarheit des Autors und nicht etwa die des eigenen Geistes in Frage stellt. Man spielt die Einfalt, um das Publikum leichter zum empörten Aufschrei zu veranlassen und es so mit wenig Aufwand vom gemeinsamen Unverständnis zum gemeinsamen Einverständnis zu bringen. Es handelt sich um ein Verfahren, das aus dem Salon Madame Verdurins wohlbekannt ist: »Ich, dessen Beruf es ist, klug zu sein, verstehe nichts davon; nun, Sie verstehen auch nichts davon; also sind Sie ebenso klug wie ich.« Das wahre Gesicht dieser periodischen Bekenntnisse der Unbildung ist der alte obskurantistische Mythos, nach dem der Gedanke schädlich ist, wenn er nicht vom »gesunden Menschenverstand« und vom »Gefühl« kontrolliert wird. Erkenntnis ist das Böse, beide sind auf demselben Baum gewachsen. Bildung ist unter der Bedingung erlaubt, daß sie von Zeit zu Zeit die Eitelkeit ihrer Ziele und die Grenzen ihrer Macht verkündet (man denke dabei auch an die Ideen Graharn Greenes über Psychologen und Psychiater). Die ideale Bildung sollte nur ein sanfter Redestrom sein, eine Kunst der Worte, um eine flüchtige Erweichung der Seele zu bezeugen. Dieses alte romantische Paar von Herz und Kopf hat Realität jedoch nur in einer Bildwelt unbestimmt gnostischer Herkunft, in jenen opiumhaltigen Philosophien, auf die sich letztlich immer die starken Regimes gestützt haben, die sich der Intellektuellen entledigen, indem man ihnen die Beschäf- tigung mit dem Gefühl und dem Unaussprechlichen nahelegt. Tatsächlich ist jeder Vorbehalt gegenüber Bildung eine terroristische Position. Von Beruf Kritiker sein und verkünden, man verstehe nichts vom Existentialismus oder vom Marxismus (denn es sind ausdrücklich vor allem diese Philosophien, die einem angeblich verschlossen sind), heißt den Marxismus und den Existentialismus aus der Welt verstoßen: »Ich verstehe nicht, also seid ihr Dummköpfe.« Doch wenn man die philosophischen Grundlagen eines Werkes so sehr fürchtet oder verachtet, wenn man so entschlossen das Recht in Anspruch nimmt, davon nichts zu begreifen und nicht darüber zu sprechen, warum wird man dann Kritiker? Verstehen, aufklären, das ist doch euer Beruf. Natürlich könnt ihr im Namen des gesunden Menschenverstandes über die Philosophie urteilen; das Dumme ist nur, daß der »gesunde Menschenverstand« und das »Gefühl« zwar nichts von Philosophie verstehen, die Philosophie sie aber sehr wohl versteht. Ihr erklärt nicht die Philosophen, aber sie erklären euch. Ihr wollt das Stück des Marxisten Lefebvre nicht verstehen, doch seid gewiß, daß der Marxist Lefebvre euer Un- verständnis ausgezeichnet versteht, zumal (da ich euch eher für ausgekocht denn für ungebildet halte) jenes entzückend »harmlose« Geständnis, das ihr darüber macht.
Roland Barthes
aus "Mythen des Alltags"
Madrid. Die Stadt der glücklichen alten Menschen und Hunde.
(Fotografien: © Eva-Maria Müller)
GOYA GOES GAGA
Madrid Exkursion im Mai 2014
unterwegs im Theater Basel, Dezember 2013
(Bilder: © Anna-Sofie Lugmeier)