Heute... Ja heute war es endlich soweit. Felicia bekam ihren ersten Auftrag von den Patriots zugeteilt, der ausnahmweise mal nichts mit der Überwachung irgendwelcher Stammzellen, dem asufüllen von papierkram oder anderem, eher nicht so interessanten Kram zutun hatte. Selbstverständlich arbeitete sie noch immer mehr widerwillig für die Kompanie, als wirklich wollend und hoffte jeden Tag auf's Neue darauf, dass sie hier jemand finden und wieder rausschaffen würde aber vermutlich würde das so recht bald eher nicht passieren. Heute würde sie einen Patienten kennenlernen, an welchem diverse Ärzte ein paar Versuche vorgenommen hatten, wie beispielsweise allerlei Künstlichkeiten im Sinne von weißem Blut, Nanomaschinen und einen kybernetischen Körper. Wie groß das Ausmaß war, hatte man ihr noch nicht erzählt. Aber er hatte wohl einiges über sich ergehen lassen müssen. Nicht wirklich etwas, dass sie als toll oder großartig ansah aber für die Wissenschaft schien es ein weiterer Schritt in Richtung glorreiche Zukunft zu sein. Das Gebiet, welches sie besonders interessierte -- so wie psychosomatische Ereignisse und Regungen.
In diesem Falle ging es allerdings darum, die Werte und das Verhalten des Patienten zu beobachten, gemeinsam mit ihm Fortschritte zu wagen und ihm dabei zu helfen, seinen neuen Körper zu akzeptieren und damit umgehen zu lernen. Das die Patriots dies nicht aus Nächstenliebe taten, war ihr klar, sie taten es rein der Forschung Willen aber sie selbst...würde ihr bestmöglichstes versuchen, um dem Mann zu helfen, wieder ins Leben zurückzufinden. Ob es ein freiwilliges Experiment war, wusste sie nicht, zweifelte es aber viel eher an und glaubte, dass auch er Opfer einer Entführung war. Nunja. Den rest würde sie aber wohl schon sehr bald erfahren.
Die Türen des Laboratoriums schienen sich langsam zu öffnen, ihre Schritte auf dem kalten Metall hallend, rau und herb, immer lauter und lauter werdend, je weiter sie sich ihrem Ziel näherte. Hinter einer Spiegelfassade warteten die Ärzte bereits auf sie, gaben einen Code ein und öffneten somit die letzten Tore der Laboratorien, sie geradewegs zu der 'Zelle' führend, in welcher Patient JR-074 bereits wartete. Nun gut, warten war wohl eher inkorrekt denn er schien sich noch immer unter Narkose zu befinden. Die Op war wohl auch gerade einmal gut ein paar Stunden her. Sie würden ihn aber wohl aufwachen lassen, sobald sie sich in die Zelle begibt. Mit einem Nicken gab sie den Cams dann bescheid bereit zu sein und den sich dem Patienten anzunehmen. Die Sicherheitsriegelung wurde gelöst und das Schloss somit für ihre ID-Karte freigegeben. Mit einem raschen Handzug zog sie das Plastik durch den Schlitz, durch die Türe tretend, in den kleinlichen Raum, der dem Aussehen eines Op-Raumes nicht gerade unähnlich war. Eine blasse, von Metall gezeichnete Silhouette lag auf der Bare, teilweise angeschnallt mit Sicherheitsgurten und Ketten, als wäre er das letzte Biest. Ein...wirklich unschöner Anblick.
Vorsichtig näherte sie sich der Bare, ließ die Umhängetasche zu Boden gleiten und starrte mit flüchtigem Blick in Richtung der abermals angebrachten Cams. Die Augen der Wissenschaftler und auch Patriots waren wohl wirklich überall. Ziemlich...beunruhigend. "Nun gut...wo fangen wir an?", wisperte sie zu sich selbst, die Hände nervös ineinander verflochten, während sie auf irgend ein Zeichen wartete, etwas, dass darauf hinweisen würde, dass er bald zu sich kommt und sie beginnen könnten.